Der Internationale Wettbewerb für Orgelimprovisation Schwäbisch Gmünd ist deutschlandweit der einzige ständige Wettbewerb für dieses Fach. Seit 1989 hat er im zweijährigen Turnus einen festen Platz im Festival. Als Instrument für die Finalrunde steht die große Klais-Orgel (1983, III, 56) zur Verfügung. Der nächste Wettbewerb wird am 30./31. Juli 2011 durchgeführt. Die Ausschreibung wird im Herbst 2010 hier veröffentlicht.
Beim 11. Wettbewerb im Jahr 2009 waren 18 Teilnehmer aus sieben Ländern gemeldet. Die Jury bildeten Jean-Pierre Leguay (Paris), Hayo Boerema (Rotterdam) und Stephan Beck (Schwäbisch Gmünd). Der erste Preis ging an Martin Bacot (*1980, Paris). Den dritten Preis und den Preis des Publikums erhielt Sebastian Küchler-Blessing (*1987, Rottweil/Freiburg). Ein zweiter Preis wurde nicht vergeben.
Alle bisherigen Preisträger und Juroren des Wettbewerbs sind in der Dokumentation verzeichnet.
Der Kompositionswettbewerb Zeitgenössische Geistliche Musik findet seit 1990 im jährlichen Wechsel mit einem Kompositionsauftrag statt. Der aktuelle Wettbewerb war ausgeschrieben für eine Uraufführung am 16. Juli 2010.
Die Jury prämierte einstimmig die Komposition „View of the Son from the Father’s Eye“ des 1970 in Sydney geborenen Komponisten Terence Yap. Als Preisgeld erhält Terence Yap 2500 Euro. Für den Wettbewerb eingereicht wurden 45 Kompositionen aus Europa, Amerika und Australien, die von der Jury anonym begutachtet wurden. Jurymitglieder waren die Komponisten Ulrich Gasser (Schweiz) und Caspar Johannes Walter (Köln). Daneben jurierten Detlef Dörner, Komponist und Dirigent der geplanten Uraufführung, Kirchenmusikdirektorin Sonntraud Engels-Benz und Programmdirektor Dr. Ewald Liska.
Terence Yaps Komposition „View of the Son from the Father’s Eye“ überzeugte die Juroren aufgrund des künstlerischen Ansatzes. Das Werk ist besetzt für Bariton, Flöte, Tenorsaxophon, Violine und Violoncello. Es geht aus von der Situation und Problematik des Bibeltextes, der Aussöhnung zwischen Vater und Sohn. Dabei gibt es keine lineare Textvertonung: Mit eingestreuten vokalen Stichworten wird ein Assoziationsraum geöffnet, der die theologische Fragestellung plausibel in Musik umsetzt. Das Stück ist klanglich subtil gestaltet und ermöglicht eine überzeugende emotionale Rezeption.
Der Komponist erläutert selbst sein Werk: „Es bezieht sich auf das Wesen der Versöhnung zwischen Vater und Sohn‚ atomisiert in ihre Grundzüge. Das Stück widmet sich dem musikalischen Klangraum, der Vorstellung von Ausdehnung und Kontraktion. Erweiterte Spieltechniken ermöglichen die unterschiedlichen Obertonreihen und Registerfarben der Instrumente ins Spiel zu bringen, die sich überlagern und austauschen. Dies lässt das Stück organisch erscheinen und verleiht ihm einen atmenden Charakter.“
Wir bedanken uns herzlich bei allen diesjährigen Wettbewerbsteilnehmern.
Der nächste Wettbewerb wird hier im Sommer 2011 für eine Uraufführung am 13.7.2012 ausgeschrieben. Alle bisherigen Preisträger des Wettbewerbs sind in der Dokumentation verzeichnet.
Ausschreibung Kompositionswettbewerb 2009/10
