Schwäbisch Gmünd, 2009

Chronik

Schwäbisch Gmünd, 2016

Der Gründer: Nikolaus Ott (1789-1858)

Schwäbisch Gmünd, 2012

Die Ottsche Fabrik 1856

Schwäbisch Gmünd, 2017

Johann Baptist Ott (1816-1876)

Schwäbisch Gmünd, 2017

Wilhelm Ott (1843-1914)

Schwäbisch Gmünd, 2016

J. Pauser KG um 1928

Schwäbisch Gmünd, 2017

Werbekatalog

Schwäbisch Gmünd, 2012

J. Pauser KG um 1950

Schwäbisch Gmünd, 2016

Der letze Betreiber: Emil Pauser

Schwäbisch Gmünd, 2016

Das heutige Museum

1820 eröffnet der Goldarbeiter Nikolaus Ott (1789-1858) eine Werkstatt für Bijouteriewaren (Schmuckwaren). Ott stammt aus einer alten Gmünder Familie. Er beschäftigt 1835 ungefähr zwölf Arbeiterinnen und Arbeiter als "Gehülfen".

1845 errichtet Nikolaus Ott ein modernes Fabrikgebäude auf der "Brandstatt" – das heutige Silberwaren- und Bijouteriemuseum Ott-Pausersche Fabrik.

1848 steigt sein Neffe, Johann Baptist Ott (1816-1876), als Teilhaber in die Firma ein, die er 1854 vollständig übernimmt.

1855-1857 wird die Firma durch Johann Baptist Ott bedeutend erweitert. Zusätzlich wird ein neues Gebäude gebaut, eine Dampfmaschine wird installiert und eine kleine Gasfabrik mit Gasometer errichtet. Dieses erste Gmünder Gaswerk liefert Gas an umliegende Edelmetallfabriken und versorgt das Rathaus, einige Gastwirtschaften und Straßenlaternen mit Gasbeleuchtung.

1860 zahlt die Firma die höchsten Steuern im Bezirk und setzt jährlich allein in Cuba Goldwaren im Wert von 200.000 Gulden ab.

1969 tritt Johann Baptist Otts Sohn Wilhelm in die Firma ein. Wilhelm Ott (1843-1914) galt als "Genius", in dem sich technisches Wissen und künstlerische, kreative Fähigkeiten miteinander verbanden. Er verfasste ein "Rezeptbuch" für die Ottschen Schmuckwaren, in dem er die verschiedensten chemischen und technischen Legierungen von Edelmetallen in seinem Betrieb detailliert notierte. Daneben zeichnete er hunderte farbige, künstlerisch eindrucksvolle Musterkarten von Produkten der Firma zwischen 1855 und 1890, ein "Oeuvre", das wohl einmalig ist und heute in den Sammlungen des Städtischen Museums Schwäbisch Gmünd aufbewahrt wird.

Zwischen 1851 und 1873 gewinnt das Unternehmen Medaillen auf den großen Weltausstellungen in London, München, Paris und Wien. 

1876 stirbt der langjährige Firmeninhaber Johann Baptist Ott. In seinem Nachruf wird er "Heber und Gründer der Gmünder Bijouteriewarenfabrikation" genannt und darauf hingewiesen, dass "der Exporthandel in hiesiger Bijouterie (...) dem Verstorbenen sein Ent- und Bestehen (verdankt)". Nach seinem Tod verlagert sich der Produktionsschwerpunkt der Firma von der Gold- auf die Silberverarbeitung.

1900 wird in der Firma ein großes Hammerkraftwerk eingerichtet und 1906 in einem Nebengebäude ein Gasmotor mit einer Sauggasgeneratorenanlage als zentraler Kraftantrieb für die Fabrik installiert.

1914 stirbt Wilhelm Ott.

1925 kauft sich die Silberwarenfabrik Josef Pauser KG als Teilhaber ein. Josef Pauser und seine beiden Söhne Josef jun. und Emil Pauser werden Mitgesellschafter in der traditionsreichen Firma.

1928  wird die Fabrik endgültig von den Pausers übernommen. Aus B. Ott & Cie. wird die Silberwarenfabrik J. Pauser KG. Daraus entsteht später der Name des Museums: Ott-Pausersche Fabrik. Moderne Elektromotoren werden zum Betrieb der Arbeitsmaschinen eingebaut und ersetzen den veralteten Gasmotor.

1929 zwingt die Weltwirtschaftskrise die J. Pauser KG zu Einschränkungen. Im vorderen Gebäudeteil der Fabrik, in dem sich bis dahin die Firmenverwaltung befand, entstehen im Obergeschoss Wohnräume für die Fabrikantenfamilie, die Räumlichkeiten im Untergeschoss werden vermietet. Die Firma beschäftigt in den 1930er Jahren nur noch 8-10 Mitarbeiter.

1939 zerstört der 2. Weltkrieg die Wirtschaftsgrundlage der Firma vollständig.

Nach dem Krieg kommt es ab 1949 durch das "deutsche Wirtschaftswunder" und die Wiederbelebung alter Geschäftskontakte vor allem in Deutschland und nach Skandinavien nur noch zu einer leichten Besserung der wirtschaftlichen Lage.

Ab 1960 wird die Produktion von Emil Pauser sen., dem letzten Betreiber der fast veralteten Fabrikanlage, immer weiter eingeschränkt. Nur noch zwei bis vier Mitarbeiter werden sporadisch beschäftigt.  

1979 stellt die J. Pauser KG die Produktion ein. Emil Pauser sen. stirbt 1984.

1983 entdecken Mitarbeiter des Städtischen Museums die historische Bedeutung der 150 Jahre alten Fabrikanlage.

1984 Emil Pauser stirbt. Die Fabrik soll ein Museum werden.

1985 gründen der "Arbeitskreis Alt-Gmünd", der "Verein der Freunde und Förderer des Städtischen Museums" und das Städtische Museum selbst eine Bürgerinitiative mit dem Ziel, die Ott-Pausersche Fabrik zu kaufen und als Museum einzurichten.

1986 lässt das Regierungspräsidium Stuttgart die Ott-Pausersche Fabrik als erhaltenswertes Kulturdenkmal in das Denkmalbuch Baden-Württemberg eintragen.

1987 wird die Ott-Pausersche Fabrik von der Stadt Schwäbisch Gmünd mit finanzieller Unterstützung durch die Bürgerinitiative, die Denkmalstiftung, das Denkmalamt und das Land Baden-Württemberg käuflich erworben. Die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd und das Städtische Museum beginnen mit dem Umbau der Fabrik zum Museum. 

1992 wird das Haus als "Silberwaren- und Bijouteriemuseum Ott-Pausersche Fabrik" eröffnet; der Gmünder Museumsverein übernimmt die Betriebsträgerschaft, das Museum im Prediger die Einrichtung und fachliche Betreuung.

2000 kann in einem Nebengebäude des Silberwarenmuseums Ott-Pausersche Fabrik nach jahrelanger Restaurierung ein Gasmotor wieder aufgebaut und eingerichtet werden. Diese Aggregat ist demjenigen ähnlich, das ursprünglich die Maschinen der Silberwarenfabrik angetrieben hat.

 

Mit einem Stern * gekennzeichnete Felder bitte unbedingt ausfüllen.


Datenschutz