Rudolf Wachter. Woodhenge

8. September – 26. November 2000

Schwäbisch Gmünd, 2012

Rudolf Wachter zählt mit seinen unverwechselbaren Holzskulpturen heute zu den wenigen Holzbildhauern in Deutschland, die die modernen Bildhauergenerationen der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich beeinflusst haben. Im Umgang mit dem Werkstoff Holz, in der Berücksichtigung der natürlichen Formveränderung und in der Schaffung einer neuen Naturform ist Wachter einzigartig. Zu seinen aktuellen Herausforderungen gehört ein altes Thema: das Relief. 

Unter dem Titel "Woodhenge" werden insgesamt 32 überwiegend neue Arbeiten gezeigt – vollplastische Skulpturen für den Boden und große Reliefs für die Wand, und streng geometrische ebenso wie organoid geformte Holzwerke. Ausgangspunkt und Zentrum ist die Galerie im Prediger. Mit einbezogen sind ferner die Johanniskirche und St.Franziskus, weil auch der Kirchenraum – der die Galerie im Prediger ja ebenfalls einmal war – für Wachter ein besonderer ist; außerdem spielt die Stadtstruktur als historisch gewachsenes Gesamtensemble für den Bildhauer eine große Rolle.
Wachters Werkzeug ist fast ausschließlich die Kettensäge. Mit ihr gestaltet er bis zu 10 Meter hohe Skulpturen – mit enormem Kraftaufwand und äußerster Konzentration. Seine Werkstücke sind nicht zusammengesetzt, sondern aus einem einzigen Stamm gearbeitet. Zu den Besonderheiten seines künstlerischen Denk- und Arbeitsprozesses gehört, dass er die natürlichen Bewegungen des Holzes mit in den Gestaltungsprozess einfließen lässt und die damit einher gehenden Formveränderungen integraler Bestandteil des Kunstwerks werden.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen und Textbeiträgen von Dr. Wolfgang Hartmann, Dr. Andreas Kühne und Bibiana Maria Wachter.