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Günther Uecker, Aschegarten, 1986 (Auschnitt)
Günther Uecker. Regen-Garten

Günther Uecker. Regen-Garten

3. September – 17. Oktober 1999 

In der sechzehnteiligen Rauminstallation "Regen-Garten" hat Uecker eigens für die Galerie im Prediger ausgewählte Wand-, Decken- und Bodenarbeiten zu einem konzeptionellen Gesamtzyklus mit einzigartiger Dramaturgie aufgebaut. Ueckers aus den Naturmaterialien Asche, Kohle, Holz, Gras oder Sand gefertigte und mit Nägeln und Messern ergänzte Arbeiten prägen den umfassenden atmosphärischen Raumeindruck und geben der Inszenierung eine inhaltlich existentielle Dimension. Als Ort geistiger Auseinandersetzung lädt die Galerie im Prediger den Besucher zur Spurensuche ein.

Erscheinung und Wirkung der Rauminszenierung basieren auf einer einfachen und auf alles Wesentliche reduzierten Formensprache. Der gesamte Raumeindruck wird durch sie verändert und geprägt. Die Metamorphose des Raumes lebt nunmehr von einem Wechselspiel aus Realität und Wahrnehmung; beides basiert auf den existentiellen Wurzeln menschlichen Daseins und beides hält eine mehrdeutige Symbolsprache bereit.

Erde, Asche, Holz und Stein zum Beispiel lassen sich als Sinnzeichen für naturmystische, religiöse und politische Appelle gleichermaßen in Anspruch nehmen, und auch Nägel und Messer als Motive für Gewalt und Leid beschreiben eine vergleichbar komplexe lkonografie. Sie sind es auch, die den gleichförmigen Rhythmus und die vermeintliche Ästhetik der Ruhe und Harmonie empfindlich stören.

Ueckers Handschrift läßt aus der sechzehntelligen Rauminstallation ein künstlerischmenschliches Konzentrat archetypischer Erfahrungen entstehen, in welchem er die Strukturen menschlichen Lebens und Erlebens globallsiert und sie zu stofflichen Spuren der Geschichte und Gegenwart visualisiert.

Der Regen-Garten von Günther Uecker macht aus der Galerie in Schwäbisch Gmünd einen labyrinthgleichen Wandelgang durch Religionen, Mythen, fremde Rituale Landschaften. Ursprung und Entwicklung unserer Kulturen markieren einen Leidensweg aus Mühsal und Leid, aus Poesie und Gewalt. Die Installation belegt den Künstlerraum mit einer tiefgehenden Mischung aus Geheimnis und Meditation. Die Galerie wird zu einem Ort geistiger Auseinandersetzung.

 
 

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Museum und Galerie im Prediger

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