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von Richard Arnold Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd

Richard Arnold Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd, 2012

Oberbürgermeister Richard Arnold

ich werde manchmal gefragt, weshalb ich eigentlich Oberbürgermeister geworden bin? Diesen Beruf könne man ja eigentlich nur mit Haut und Haaren machen - ein echter 24-Stunden-Sieben-Tage-in-der-Woche-Job, so der Hinweis mit einem kritischen Stirnrunzeln. Meine Antwort lautet dann: Es gibt keine schönere Aufgabe, als Oberbürgermeister in Schwäbisch Gmünd zu sein.

Das hat zum einen selbstverständlich damit zu tun, dass ich selbst ein Kind dieser Stadt bin. Aufgewachsenin einem sehr ländlich geprägten Fleckchen der ältesten Stauferstadt - in Herdtlinsweiler - schlägt schon von Anfang an mein Herz für unsere wunderschöne Landschaft mit den markanten Hochflächen des Kalten Felds und des Bernhardusbergs, mit der beeindruckende Silhouette der Dreikaiserberge Hohenstaufen, Rechberg und Stuifen vor der "Blauen Mauer" der Alb, mit den lieblichen Hängen des Remstals und dem ganz eigenen Charme des Schwäbischen Walds.

Zum anderen ist es natürlich auch der besondere Charakter, der außergewöhnliche Charme und das reizvolle Stadtbild Schwäbisch Gmünds, der die Aufgaben im historischen Rathausgebäude an einem der schönsten Marktplätze Süddeutschlands so reizvoll macht. Bauwerke aus acht Jahrhunderten prägen unsere historische Innenstadt - darunter die weit über die Region hinaus bedeutsame Stauferbasilika, die Johanniskirche, und das Parler-Bauwerk des Heiligkreuzmünsters - einer der beeindruckendsten Hallenkirchen Süddeutschlands. In 15 Minuten kann man in Schwäbisch Gmünd zu Fuß durch die gesamte Historie der Baukunst schlendern. Wo geht dies sonst noch?

Es sind aber dabei vor allem die Menschen in Schwäbisch Gmünd, die einem mit der Zeit so ans Herz wachsen - mit ihrer ganz eigenen Melange von Toleranz und ein bissle verstecktem Heimatstolz, mit ihrem Gefühl für Kultur und Ästhetik, mit ihrem reichsstädtisch-katholischen Charakter und ihrer Lust am Feiern und Leben, mit der sie sich doch noch immer ein wenig vom schwäbisch-pietistischen Umfeld Württembergs unterscheiden. Die Kunstfertigkeit beim Herstellen von Gerät und Schmuck - schon seit der Produktion von Sensen im Mittelalter - und das Gefühl für Form und Gestaltung beim Umgang mit Gold und Silber haben seit langem die feinen Sinne für Kultur und Kunst geschärft. So ist es nicht erstaunlich, dass gerade hier in Gmünd heute in der Hochschule für Gestaltung die Formensprache für ganz Europa mit gestaltet wird, dass Schmuck und edles Tafelsilber für die ganze Welt aus Gmünd kommt und dass sich beispielsweise in den zahlreichen Kirchen und Klöstern unserer Stadt beim Festival Europäische Kirchenmusik die herausragenden Vertreter der internationalen Musikszene begegnen.

Gewiss: Reich an Bodenschätzen und Großindustrie war Gmünd nie. Der Reichtum der Stadt steckte immer ein wenig im Verborgenen, in der Kreativität und im unkonventionellen Denken unserer Tüftler, Künstler, Designer, Ingenieure, Musiker, Kulturschaffenden, Pädagogen, Handwerker und Unternehmer. Der Mut zu Neuem, Kreativität und Offenheit ist an vielen anderen Stellen zu spüren; in den kleinen "Ideenschmieden" für die Automobil- und Maschinenbauindustrie, im Sport, bei der Integration von Menschen, die nicht in Schwäbisch Gmünd geboren sind und an vielen anderen Stellen mehr. So ist es auch nicht erstaunlich, dass Schwäbisch Gmünd inzwischen in Baden-Württemberg eine der Modellstädte für Elektromobilität geworden ist.

Eines freilich zeichnete die Gmünderinnen und Gmünder schon immer aus: Ihr außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement, ihr ganz selbstverständlicher Einsatz für die Allgemeinheit, ihr Zugang zum Ehrenamt und zur Geselligkeit.

Es ist deshalb ein besonderes Geschenk für einen Oberbürgermeister, unser Schwäbisch Gmünd zusammen mit vielen Bürgerinnen und Bürgern prägen zu dürfen. Einen schöneren Beruf als Gmünder Rathauschef? Das ist zumindest für mich nur schwer vorstellbar.

Richard Arnold
Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd

 

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