
Die evangelische Dorfkirche in Degenfeld vertritt den klassischen Typ einer romanischen Chorturmkirche (um das Jahr 1200). Mit ihrem schmucken Fachwerk-Turm liegt sie malerisch oberhalb des Ortes inmitten des ummauerten Friedhofs. Im Inneren befindet sich ein eindrucksvoller Chorraum mit den Abmessungen 5 Meter lang, 5 Meter breit und 5 Meter Höhe. Massive romanische Gurtbögen werden getragen von Säulen mit Kapitellen, auf denen Flecht-Ornamente, Tiersymbole und Motive aus der Pflanzenwelt zu bewundern sind. Die vier Felder des Chorgewölbes sind heute mit den Symbolen der Evangelisten ausgemalt.
Ab dem Jahr 1490 wurde das Kirchenschiff erweitert. Es ist mit romanischen Fenstern ausgestattet und enthält eine schöne, alte Holzdecke mit Renaissance-Ornamenten.
Patronatsherren der Kirche waren die Herren von Degenfeld, die ausgangs des 16. Jahrhunderts ihren Ortsteil (rechts der Lauter) an Württemberg verkauften, während der linke Ortsteil Besitz der Herren von Rechberg blieb. Nach dem Prinzip cuius regio eius religio“ waren die württembergischen Untertanen evangelisch und die rechbergischen katholisch. So steht eine 1934 gebaute kleine katholische Kirche auf der östlichen Dorfseite.