Mitgliederversammlung

Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag, 11. März 2010, 19 Uhr, im Kulturzentrum Prediger, wurde der Vorstand für die erfolgreiche Arbeit im Jahr 2009 entlastet und zusammen mit dem Beirat des Vereins für zwei weitere Jahre bestätigt. 1. Vorsitzender ist Jürgen Schöne, Stellvertreter Carl Trinkl, Schatzmeister Dr. Joachim Bläse. Im gewählten Vorstands-Beirat sind für die nächsten zwei Jahre folgende Personen vertreten: Jörg Ayßlinger, Udo Effenberger, Pfarrer Robert Kloker, Dekan Immanuel Nau, Brigitte Schöne, Michaele Stütz, Susanne Wessel, Hans-Jürgen Westhauser und Susanne Wiker. Herzlichen Glückwunsch an alle ehrenamtlich Mitwirkende!

 
Jürgen Schöne (Mitte) übergibt Spende
Jürgen Schöne (Mitte) übergibt Spende

Freunde des Kirchenmusikfestivals übergeben Spende

2.12.2009 Einen stattlichen Scheck über 10.000 Euro übergab der Vorsitzende des Freundeskreises Festival Europäische Kirchenmusik, Jürgen Schöne, an Kulturbürgermeister Dr. Joachim Bläse. Jürgen Schöne freute sich, mit dieser Spende „ein Zeichen zu setzen und besondere Konzertprojekte des Festivals damit zu ermöglichen.“ In diesem Jahr habe man das Jugendorchester der Musikhochschule Ljubljana zusammen mit dem Chamber Choir of Europe gefördert. Die Förderung sei hervorragend angekommen: Gustav Mahlers „Auferstehungssinfonie“ bot ein überwältigendes Erlebnis. Im kommenden Jahr wolle man ein exklusives und innovatives Projekt ermöglichen: ein spannendes Musiktheater mit der griechischen Komponistin Konstantia Gourzi, die Joseph Haydns sprühendes Werk „Philemon und Baucis“ behutsam ergänzt hat. Als Auftragswerk der Berliner Staatsoper „Unter den Linden“ hatte dieses Stück zuletzt beim Budapest Spring Festival ausverkaufte Vorstellungen. Bürgermeister Dr. Bläse dankte im Namen von Oberbürgermeister Richard Arnold dem Freundeskreis für die Spende und für das tüchtige Wirken über das Jahr: Sonderveranstaltungen, Künstlerbetreuungen, kleine Gesten für die Festival-Besucher trügen dazu bei, das Image des Festivals zu stärken. Auch Festival-Geschäftsführer Klaus Stemmler bedankte sich für die vertrauensvolle und ausgezeichnete Arbeit des Vereins-Vorstandes. Jürgen Schöne ergänzte: Um das Festival für die kommenden Jahre finanziell abzusichern, seien neue Mitglieder jederzeit willkommen. Ein attraktives Jahresprogramm für 2010 habe der Vorstand erarbeitet. Das Kirchenmusik-Festival findet zum Thema „Jung und Alt“ von 16. Juli bis 8. August statt. Der Vorverkauf beginnt am 26. März.

 
Freundeskreis in Gotteszell, 2009

EKM-Freundeskreis in Gotteszell

 
9.10.2009 Die letzte Unternehmung im laufenden Jahr führte in die Justizvollzugsanstalt Gotteszell. Die Leiterin, Sibylle von Schneider-Holl, empfing die große Schar Interessierter um den 1. Vorsitzenden Jürgen Schöne und führte mit Sachkenntnis, Erfahrung und großer Leidenschaft durch die 4,5 Hektar große Anlage. Auch für die Gefangenen der Anstalt, so von Schneider-Holl, gelte der erste Satz des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Davon konnten sich die Besucher überzeugen. Beeindruckend erzählte die Direktorin vom Leben hinter der Mauer, gab Einblick in einen Kosmos abseits der öffentlichen Welt: Über 300 Frauen sind in Gotteszell inhaftiert, vom 17 bis über 70 Jahre alt, von einem Tag Aufenthalt bis zu lebenslanger Haft. „Hier leben Frauen“, dieses Bild gewannen die Besucher beim Blick in Einzel- und Doppelzellen, in Gemeinschaftsräume, Werkstätten, Kantine oder Hofanlagen. Dass dabei ständig Türen auf- und wieder abgeschlossen wurden, hinterließ durchaus beklemmende Gefühle. 230 Mitarbeiter sind in der Anlage Gotteszell und in den Außenstellen Ellwangen, Heidenheim und der Staatsdomäne Kapfenburg beschäftigt. Staunend erfuhr man von der Anstaltsschule, von Ausbildungsberufen, Malerei, Schreinerei, Putzkolonne und Gartenkommando. Sibylle von Schneider-Holl schilderte ambitionierte Hilfs- und Bildungsprojekte und den Kampf um Finanzierungen, erzählte von der Begleitung individueller Schicksale: „Wir können nur Angebote machen für die Frauen. Die Entscheidung, aus der Kriminalität auszusteigen und das Leben in die Hand zu nehmen, muss jede Frau selbst treffen und umsetzen.“ Dass dies mit Schmerzen, Niederlagen und Rückschlägen verbunden ist, davon gab die Leiterin beredtes Zeugnis. Die Besucher stellten viele Fragen und erhielten handfeste, oft erschütternde Antworten.
1242 wurde die Anlage als Frauenkloster erbaut, zunächst für „nicht verheiratbare Bürgerstöchter“. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1806 aufgelöst, der württembergische Staat nutzte es seit 1809 als Gefangenenanstalt. Die Besuchergruppe staunte über die farben- und formenfrohe Nana der Künstlerin Nicki de Saint Phalle, die im Hof neben der Kirche aufgestellt ist.
Schließlich gab es Raum für Reflexion der Erlebnisse in der kleinen Anstaltskirche. Das achtköpfige Flötenensemble St. Cyriakus präsentierte Blockflötenmusik verschiedener Epochen, kompetent wie kurzweilig moderiert von der musikalischen Leiterin Susanne Wiker. Danach war der Kirchenvorraum freundlich hergerichtet für einen Ausklang des Nachmittages bei Kaffee und Gebäck, das fleißige Freundeskreis-Mitglieder selbst gebacken hatten. Zum Abschluss dankten Jürgen Schöne und EKM-Geschäftsführer Klaus Stemmler der souveränen Direktorin für die beeindruckende Führung. Eine spontane Spendenbereitschaft zugunsten der inhaftierten Frauen zeugte von der großen emotionalen Betroffenheit aller, die noch lange über den Nachmittag hinaus im Gedächtnis bleibt.
 

 

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