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Freitag, 19. Januar
All Style Party

Am Freitag, den 19.01.07, findet im Esperanza die zweite All Style Party für Menschen mit und Menschen ohne Behinderung statt. Nach dem Erfolg der letzten All Style Party mit über 100 Gästen bietet die JKI dieses Mal noch ein extra Dankeschön: von 22-23 Uhr gibt es alle Getränke für den halben Preis. Musikalisch wird der Abend untermalt von lateinamerikanischen Klängen,von Salsa über Reggae bis zu Punkrock und SKA.Verschiedene DJs werden die Luft im Esperanza zum vibrieren bringen damit niemand still stehen kann.

Beginn: 20 Uhr


Artikel aus der Gmünder Tagespost 23.01.2007

All Style Party / Behinderte und nicht behinderte Menschen feiern gemeinsam im Jugendhaus "Esperanza" in Schwäbisch Gmünd

Im Rollstuhl die Tanzfläche rocken

Wer am Freitagabend ins Jugendhaus "Esperanza" in Gmünd kam, stand in einer rappelvollen Bude: Menschen mit und ohne Behinderung feierten gemeinsam eine Fete - die "All Style Party". Dort gab's Essen für alle, sie zockten Tischfußball und tanzten zu Reggae, Hip Hop, Jazz und mehr.


von Jessica Guaia

Schwäbisch Gmünd
"Bis um halb zwei in der Nacht hatten die Besucher ihren Spaß", sagte eine der Initiatoren, Lisa Debler, die ein Vorpraktikum beim Bischof Ketteler Haus macht. Hört sich nach einer gelungenen Feier an, war auch so: Um die 150 Behinderte und Nicht-Behinderte kamen, sagt Debler stolz. Zu solch einer Party hatte sie bereits im Juni 2005 die Idee. "Ich wollte Menschen mit Behinderung ein Stück Lebensgefühl geben und ihnen zeigen, dass sie nicht soo anders als wir sind." Mit Hilfe der JKI (Jugendkulturinitiative), Spenden und dem Organisator Fritz Lemke konnte die Idee auf die Beine gestellt werden.


Drei Stunden Küchenarbeit
Nun gibt's alle zwei Monate die "All Style Party" im "Esperanza". Lemke verschicke stets Einladungen an die Einrichtungen. Für das aktuelle Treffen meldete sich das Bischof Ketteler Haus, der Lindenhof und die Lebenshilfe an. Die Gruppen kamen um 18 Uhr und sogleich wurde das Essen serviert. Das machte sich aber nicht von selbst: Etwa drei Stunden standen Lemke und Debler in der Küche, um Teigtaschen mit diversen Füllungen und Salate vorzubereiten. "Bei dem Essen lockerten sich alle auf und fingen an, Gespräche zu führen", so Debler. Richtig ausgelassen wurde die Stimmung gegen später. Nicht-Behinderte warfen Behinderte in die Höhe und fingen sie wieder auf, berichtete Debler lachend. Vier DJs waren da um den Gästen mit Reggae, Salsa, Punk, Jazz und vielem mehr einzuheizen. "Ganz ohne Zwang und Vorurteile tanzten die Leute miteinander", erzählt Debler. Sogar Menschen im Rollstuhl bewegten sich und ihren Rollstuhl rhythmisch zu den Klängen der Musik. In diesem Sinne verlaufe die Veranstaltung immer, sagt Debler. "Normale" Menschen könnten sich ein eigenes Bild von Menschen mit Behinderhung machen. Isabelle Rathgeber, ein 16-jähriges Mädchen, sagt beispielsweise: "Ich finde es toll, dass Behinderte nicht nur unter ihresgleichen bleiben und isoliert werden."


Nicht "verhätscheln"
Im Sommer hätte Rathgeber schon Erfahrungen mit eingeschränkten Menschen im Haus Lindenhof gemacht. "An ihre Art gewöhnt man sich schnell", berichtet sie. Mit der Art meint sie, dass Menschen mit Behinderung offener auf einen zugingen, "einen umarmen, auch wenn sie ihn nicht kennen", ergänzt Lemke. Manche könnten zwar nicht selbstständig handeln, aber man solle sie fördern, sie nicht "verhätscheln", meint Lemke.
Deshalb galten beim Fest am Freitag auch für alle die selben Preise, sagt er. "Eintritt haben wir aber nicht verlangt, damit Menschen mit Behinderung nicht ihr ganzes Taschengeld verprassen", so Lemke, Dass die Behinderten an diesem Abend nicht bevorzugt wurden, machte sich auch anhand eines anderen Beispiels bemerkbar: Ein Behinderter bestellte eine Cola - da er zu lang warten musste, nahm er sich die eines anderen. Die Gruppenleiterin wies ihn zurecht.

Spaß hinter der Theke
Auch Bewohnerin Silvia aus dem Bischof Ketteler Haus möchte gleich behandelt werden. "Ich weiß von meiner Behinderung. Muss man mir jedoch immer klar machen, dass ich anders und krank bin", fragt sie. Die "gemischte" Party ermutigte sie, denn da mach sie nur positive Erfahrungen. Deswegen wolle Silvia die "All Style Party" auch unterstützen. Das tat sie: "Hinter der Theke konnte ich mich nützlich machen und auch von da aus hatte ich Spaß".

 
 

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