Ein Knall signalisiert das Unglück. Positionsfeuer markieren die Brände. Mitglieder der Jugendfeuerwehr imitieren schreiende Verletzte. Der erste Traktor mit einem 3000 Liter-Wassertank kommt. Dann künden Sirenen den Rettungswagen des DRK Degenfeld an. Acht Minuten sind nach Absetzen der Meldung vergangen. Sanitäter sondieren die Lage, bringen die Opfer aus der Gefahrenzone. Die Schnelleinsatzgruppe richtet einen Verbandsplatz mit Zelten ein. Im Ernstfall, so Polizeichef Helmut Argauer, wäre der Streifenwagen als erster am Unfallort, man würde absperren und die Nachalarmierung vornehmen. Aber bei der Großübung haben die Schaulustigen Zutritt.
Problem: Löschwasser
Dann geht es Schlag auf Schlag: Die Einsatzleitwagen der Feuerwehr und des DRK nehmen Position, die Löschfahrzeuge rücken an. "Das größte Problem ist, hier oben eine Löschwasserversorgung aufzubauen", erklärt Stadtbrandmeister Manfred Haag. Die Abteilungen der Kernstadt, Degenfeld, Weiler, Bargau und Bettringen sind im Einsatz und löschen den brennenden Hangar. Aus einem Auto, auf das Flugzeugteile gestürzt sind, müssen Menschen gerettet werden. Der Co-Pilot hat sich mit seinem Fallschirm in einem Baum am Berghang verhakt und wird von der Bergwacht abgeseilt.
150 Helfer koordinieren
Im echten Schadensfall trete zu dieser Zeit bereits der Krisenstab im Rathaus zusammen, der sich unter anderem auch um die Angehörigen und die Presse kümmern muss. Heute nehmen Oberbürgermeister Wolfgang Leidig und Bürgermeister Dr. Joachim Bläse diesmal nur eine Beobachterfunktion ein. 150 Helfer müssen koordiniert werden. Während die Feuerwehr ihre Schläuche nach einer Stunde wieder zusammenrollt, kommt die Hundestaffel der Malteser, die angefordert wurde, um im unwegsamen Hanggelände eine vermisste Person zu suchen. Das Bellen verkündet: Mensch gefunden. Ein Notarzt der Bergwacht seilt sich ab, der Verunglückte wird in der Gebirgstrage nach oben befördert. Zur gleichen Zeit läuft die Versorgung beim Roten Kreuz auf Hochtouren. Die Leitende Notärztin, Dr. Annelie Völker, legt die Transportkategorie der vier Schwerverletzten und des Herzinfarktpatienten fest, nimmt mit den Kliniken Kontakt auf und bestimmt: "Zwei kommen mit Hubschraubern nach Ulm und Tübingen, die anderen im Sanka in die umliegenden Kliniken. Bei dieser Größenordnung haben wir für jeden Schwerverletzten einen Notarzt. Auch in der Realität", erklärt sie. Das Kriseninterventionsteam und der Notfallseelsorger kümmern sich um Angehörige und Opfer. "Wir sind gut gerüstet. Jetzt gilt es, in den einzelnen Bereichen noch nachzubessern", erklären Bläse und Haag zufrieden.