„Französisches Viertel“ und „Loretto“-Areal“ in Tübingen besichtigt

Franz. Viertel in Tübingen

Franz. Viertel in Tübingen

Haus Mobile in Stuttgart

Haus Mobile in Stuttgart

Innenhof im Franz. Viertel

Innenhof im Franz. Viertel

Arbeitskreis „Neue Wohnformen“ sah zudem ein genossenschaftliches Wohnprojekt in Stuttgart

Gemeinschaftliche Wohnprojekte sind in den letzten Jahren vermehrt begonnen worden. Denn durch gemeinschaftliches Eigentum, gebildet von vielen Menschen, entsteht ein wirtschaftliches Potenzial, das die Verwirklichung gemeinschaftlicher Wohnprojekte erleichtert. Die Idee einer Genossenschaft als Selbsthilfeorganisation kam dabei vielfach auf, weil die Gruppen die Planung und Ausführung der Projekte aus eigener Kraft meist nicht realisieren können. Ein Beispiel solcher Art, ein modernes, generations-übergreifendes, gemeinschaftliches Wohnprojekt – das Haus Mobile - auf dem Burgholzhof in Stuttgart wurde am vergangenen Freitag, 01.12.06 vom Arbeitskreis „Neue Wohnformen“ und zusätzlichen, für solche Vorhaben Aufgeschlossenen besichtigt.

Nebeneinander wohnen, miteinander leben ist Programm im genossenschaftlichen Projekt.
„Umgesetzt wird es in verschiedenen Arbeitsgruppen“, erzählt Arrafaine Mengestu, der in Personalunion Genossenschaft und Hausbewohner vertritt. Gemeinsam wird der Garten gepflegt und die Waschküche bewirtschaftet. Eine Fahrrad-AG hält die Drahtesel in Schuss, die Werkstatt-Gruppe übernahm den Kücheneinbau im Freizeit- und Gemeinschaftsraum. Gemeinschaftlich organisiert ist auch die Kinderbetreuungsnachmittag, vor kurzem gründete sich eine Sport-AG.

Im „Mobile“ wohnen Menschen aus sieben Nationen zusammen“, betont Mengestu. Tür an Tür leben Deutsche, Türken, Iraner, Eritreer, Äthiopier, Belgier und Franzosen. Nebenan ist bald Baubeginn für das Projekt „Mosaik“, ein weiteres Mehrgenerationenhaus mit 28 Parteien. Der Kaufpreis beträgt hier 2.050 €/m², die Miete mit Berechtigungsschein 7.50 €/m². In der Stadt Schorndorf wird ebenfalls bereits ein Mehrgenerationshaus über eine eigens gebildete Baugenossenschaft realisiert.

Am Nachmittag besichtigt die Gruppe dann das Französische Viertel in Tübingen,geführt von Martin Feketics,– Architekten und Stadtplaner im Büro „Lehen 3“. Dies Büro hat im Jahr 1992 den städtebaulichen Wettbewerb zur Umgestaltung des „Französischen Viertels“ in Tübingen gewonnen.

In Tübingen waren in den Jahren zuvor Immobilien kaum noch erschwinglich gewesen. Die Stadt stellte deshalb in der Südstadt Grundstücke für Baugemeinschaften zur Verfügung.
Die Grundidee der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme zielt darauf, durch Nutzungs- mischung städtische Strukturen zu schaffen. Wohnen, Arbeiten, Kultur, Gastronomie, Gewerbe, soziale Dienste und Einrichtungen wurden dazu kleinteilig gemischt. Durch die dichte Bebauung entstand eine „Stadt der kurzen Wege“.

Auf Grund der kleinteiligen Parzellierung und weil Architekten bei Baugemeinschaften mehr Gestaltungsmöglichkeiten haben als bei großen Bauträgern, sind sehr vielfältige Gebäudeformen entstanden. Die Baugemeinschaften bestimmen die Grundrisse selbst, was eine große Vielfalt gewährleistet. Die Stadt Tübingen strebt eine hohe Eigentumsquote an. Ca. 75 % der Haushalte sind selbstnutzende Eigentümer, lediglich 25 % sind Mieter. Auch Familien mit weniger Geld sollen bauen können, im Durchschnitt liegen die Erstellungs- kosten für Wohnungen inklusive aller Nebenkosten (u. a. Grundstückskaufpreis, Neben- kosten) bei 1.700 €/m² bzw. 1.400 € teilweise mit Selbsthilfe. Für die Erdgeschossflächen ist eine gewerbliche Nutzung vorgeschrieben, so für Läden und Versorgungseinrichtungen, etwa Lebensmittelgeschäfte, Bäckerei, Metzgerei, Friseur, Drogerie, Getränkeshop, Gastronomie und ein Multimediazentrum.

Die kurzen Wege (zu Fuß), der Einsatz von Fernwärme und die konsequente Umsetzung der Niedrigenergie-Bauweise sind ökologische Faktoren, die mit dem Konzept verwirklicht wurden. Mit der Quartiersentwicklung entstanden und entstehen etwa 2.5oo Arbeitsplätze, viele davon im qualifizierten Dienstleistungssektor. Von der Umsetzung des Vorhabens wird eine Verbesserung der lokalen Wirtschaftsstruktur erwartet.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd prüft zurzeit den Bedarf an Projekten, die durch eine Baugemeinschaft realisiert werden können. An einer Baugemeinschaft interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich daher bei dem angegebenen Kontakt melden.

 

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