Fundsachen Ratgeber

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt in den Paragraphen 965 bis 984 welche Rechte und Pflichten Finder und Verlierer haben.

Was sind Fundsachen/Fundtiere?

Fundsachen sind verloren gegangene Sachen, Fundtiere überwiegend entlaufene Haustiere. Fundsachen sind Gegenstände, die dem Besitzer ohne Absicht der Eigentums- und Gewahrsamsaufgabe abhanden gekommen sind. Fundsachen und Fundtiere sind entsprechend der Begriffsdefinition besitzlos, aber nicht herrenlos. Keine Fundsache sind hinterlegte, hinterstellte oder entsorgte Dinge, z.B. alte Autoreifen, abgelaufene Medikamente, im Keller oder in der Mülltonne zurückgelassene alte Möbelstücke, Fernsehgeräte etc.; diese Dinge sind von der Annahme durch das Fundbüro ausgeschlossen. Herrenlose Wildtiere sind keine Fundtiere.

Aufbewahrungsfristen

Fundsachen werden in der Regel sechs Monate aufbewahrt. Das Fundbüro ermittelt, sofern möglich den Verlierer und versucht diesen zu benachrichtigen.

Sie haben etwas gefunden:

Ihre Pflichten:
Fundsachen, die mehr als 10 Euro wert sind, müssen nach den gesetzlichen Vorgaben dem Fundbüro oder ggf. bei der Polizei gemeldet werden. Der Finder kann eine gefundene Sache bei sich zu Hause aufbewahren oder beim Fundbüro zur Verwahrung abgeben, sofern der Verlierer nicht bekannt ist oder nicht unmittelbar benachrichtigt werden kann. Fundtiere sind beim Tierheim Dreherhof, 73434 Aalen, Telefon: 07366/5886, zu melden. Aufgefundene Waffen oder Munition sind umgehend der Polizei zu melden oder dort abzugeben.

Ihre Rechte:
Als Finder können Sie Anspruch auf Finderlohn in Höhe von fünf Prozent vom Wert der Fundsache bis zu fünfhundert Euro, vom Mehrwert der über fünfhundert Euro liegt drei Prozent (§ 971 BGB), bei Tieren 3% geltend machen. Es handelt sich hier um privatrechtliche Ansprüche gegen den Verlierer. Holt der Verlierer die Fundsache im Fundbüro ab, so zieht das Fundbüro -wenn möglich- den Finderlohn für Sie ein, wenn Sie den Anspruch bei Abgabe der Fundsache geltend gemacht haben (Sie werden dann automatisch benachrichtigt). Ist die Einziehung des Finderlohns nicht möglich, so teilen wir dem Verlierer Name und Anschrift des Finders und umgekehrt dem Finder Namen und Anschrift des Verlierers mit.

Wird eine Fundsache vom Verlierer nicht abgeholt, können Sie als Finder nach sechs Monaten das Eigentum an der Fundsache erwerben (§ 973 BGB), wenn Sie sich den Eigentumserwerb bei Abgabe der Fundsache ausdrücklich vorbehalten haben.

Ausnahmen
Die §§ 971, 973 BGB (Eigentumserwerb an Fundsachen) finden keine Anwendung bei:

Fund in öffentlicher Behörde oder Verkehrsanstalt (§ 978 BGB); hier gilt: Finderlohn erst ab Wert von 50 Euro und nur die Hälfte von § 971 BGB; Eigentumserwerb durch den Finder ist ausgeschlossen.

Fund in privaten Geschäftsräumen (vgl. BGH-Urteile vom 24.06.1987, AZ: VIII ZR 379/86 und vom 27.11.1952, AZ: IV ZR 178/52); hier gilt: Eigentumserwerb bzw. Anspruch auf Finderlohn ist nur möglich, wenn eine schriftliche Verzichtserklärung des Geschäftsinhabers vorliegt; Finder ist nur als Entdecker bzw. Besitzdiener anzusehen.
Sie haben etwas verloren:

Recherchieren Sie auf der städtischen Homepage unter Fundsachen oder fragen Sie telefonisch beim Fundbüro, Telefon 07171 603-3242, nach, ob die verlorene Sache gefunden/gemeldet oder abgegeben wurde. Gerne können Sie auch persönlich beim Fundbüro vorbeikommen.

Bei verlorenen EC-, Kredit- und Handykarten sollten sie diese unverzüglich sperren lassen.

www.sperr-notruf.de 

Bestehen Anhaltspunkte, dass Ihnen die vermisste Sache gestohlen wurde (Geldbörse, Fahrrad etc.) sollten Sie Anzeige bei der Polizei erstatten.

Tipp:
Die Suche wird wesentlich erleichtert, wenn Sie entsprechende Identifizierungs-Kennzeichnung der vermissten Sachen besitzen (z.Bsp. Fahrradpaß mit Rahmennummer, Fabrikat, Modell und sonstige Merkmale, bei Handys IMEI-Gerätenummer, Anbieter und Nummer der SIM-Karte; bei wertvollem Schmuck Kaufbelege und Fotos, bei Brillen den Brillenpaß etc.)

Haustiere, insbesondere Hunde und Katzen, sollten, sofern möglich, ebenfalls individuelle Kennzeichen tragen (z.Bsp. Mikrochip). Die Tierärzte beraten hierzu gerne.

Bei vermissten Tieren fragen/informieren Sie die Nachbarschaft und fragen Sie beim Tierheim. nach. Schalten Sie Suchanzeigen in den örtlichen Zeitungen, fragen Sie ggf. auch bei der Straßenmeisterei/städt. Baubetriebsamt, ob vielleicht das vermisste Tier als Verkehrsopfer gemeldet wurde.

Bescheinigungen:
Benötigen Sie zum Beispiel für Ihre Versicherung eine Bescheinigung, dass Ihre vermisste Sache beim Fundbüro nicht gemeldet oder abgegeben wurde, stellt Ihnen diese das Fundbüro gegen eine Gebühr von 5,- Euro aus.