Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Oktober
05
2006
Trauma – Schutz und Überlebensstrategie

Schwäbisch Gmünd (sv) Im Begleitprogramm zur Ausstel-lung "öffne die Augen", die noch bis zum 19. Oktober 2006 im Kloster der Franziskanerinnen zu sehen ist, sprach Helga Röger-Schnell von Frauen helfen Frauen e.V. zur Trauma-therapie. Erfreulich viele Menschen waren interessiert und es wurde eng und dicht in der großen Runde aus Fachleu-ten, Laien und Betroffenen.

Schwäbisch Gmünd (sv) Im Begleitprogramm zur Ausstel-lung „öffne die Augen“, die noch bis zum 19. Oktober 2006 im Kloster der Franziskanerinnen zu sehen ist, sprach Helga Röger-Schnell von Frauen helfen Frauen e.V. zur Trauma-therapie. Erfreulich viele Menschen waren interessiert und es wurde eng und dicht in der großen Runde aus Fachleu-ten, Laien und Betroffenen. Schwester M. Benedicta ging in ihrer Begrüßung über die Notwendigkeit der Ausstellung und der Traumatherapie ein, da 10 Millionen Kinder weltweit jährlich traumatisiert werden.Ein Trauma, so erfuhren die Anwesenden von Helga Röger-Schnell, kann aus einem existenziell bedrohlichen Erlebnis entstehen, aus dem es keine Fluchtmöglichkeit gibt, keine Kampfmöglichkeit und die vorherrschenden Gefühle Angst, Verzweiflung und Schmerz sind. In dieser ohnmächtigen Situation entwickelt das menschliche Gehirn einen Schutz-mechanismus, d. h. die Eindrücke werden fragmentiert in Bilder, Gefühle, Körperempfindungen und Denken gespei-chert.Ein traumatisches Erlebnis kann unter optimalen Bedingun-gen ohne Hilfe gut verdaut werden, wenn dies nicht gelingt, sprechen Fachleute von der postraumatischen Belastungs-störung. Das Posttrauma zeigt sich mit gravierenden Sym-ptomen wie Flashbacks, Alpträumen, Panikattacken oder Alkohol-, Medikamenten- und Drogenmissbrauch. Das trau-matische Erlebnis wird über Erinnerungssplitter, die so ge-nannten Ereignis-Trigger wieder heraufbeschworen. In sol-chen posttraumatischen Stress-Situationen raten Fachleute therapeutische Hilfe an, die überwiegend in einer Stabilisie-rung der Persönlichkeit besteht. Mit Hilfe eines „inneren si-cheren Orts“ lernen die Betroffenen sich zu festigen und ihre Kraftquellen zu finden und zu nutzen.Einig waren sich die Anwesenden, dass das Wissen über Trauma und Traumatherpie in vielen Berufsfeldern nützlich und unabdingbar ist. So wurde aus dem Altenpflegebereich deutlich, dass bei alten und pflegebedürftigen Menschen durch den intensiven Kontakt bei der Pflege alte traumati-sche Erlebnisse wieder in das Gedächtnis geholt werden. Kriegserlebnisse oder Vergewaltigung können die traumati-schen Erlebnisse der Generation sein, die die Altenpflegkräf-te in den nächsten Jahren pflegen werden. Aber auch in der Erzieherinnen-Ausbildung kann das Wissen über Trauma wichtig sein, wenn es um sexuellen Missbrauch in der Kind-heit geht. Damit schloss sich der Kreis mit der Forderung, das Tabu über das Thema zu brechen um den überleben-den von traumatischen Erlebnissen, die bestmöglichen Hilfe-stellungen zukommen zu lassen.Die nächste Veranstaltung im Begleitprogramm zur Ausstel-lung ist am Mittwoch, 11. Oktober 2006 um 9.00 Uhr in der Ausstellung im Kloster der Franziskanerinnen. Frau Monika Obert, Kunsttherapeutin von der Psychosomatik im Ostalb-klinikum wird über ihren Fachbereich „Kunsttherapie“ spre-chen. Gäste sind herzlich willkommen.
 
 

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