Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Oktober
17
2006
Kunsttherapie als ein Weg aus der Krise

Monika Obert von der Abteilung Psychosomatik im Ostalb-Klinikum gewährte im Kloster der Franziskanerinnen in Schwäbisch Gmünd Einblicke in die Kunsttherapie auf vielfältigen Ebenen. Die seit dem 21. September mit großer Resonanz im Kloster zu sehende Ausstellung "öffne die Augen" bot den passenden Rahmen für diesen Vortrag zu dem der Schwäbisch Gmünder Arbeitskreis gegen sexuelle Gewalt kam geschlossen gekommen war.

Wenn das Malen als Therapieform vorgeschlagen wird, gebe es irritierende und kränkende Momente für die Patientinnen und Patienten, berichtete Monika Obert. Der Gewinn durch die von den Patienten gemalten Bilder liege darin, dass die Bilder, die einzeln oder in der Gruppe entstehen können, eine Verbindung zwischen Verstand und Gefühl schaffen. Dabei gelte es, die Anforderungen der Patienten an sich selbst zu lockern und diese deutlich erfahren zu lassen, es gehe nicht darum, das perfekte Bild zu malen.Anhand der von der Vortragenden mitgebrachten Beispiele wurde deutlich, wie unterschiedlich Kunsttherapie funktionieren kann. Das entstandene Werk kann ein traumatisches Erlebnis auf die Symbolebene tragen oder auch eine gewünschte heile Welt ohne Schrecken darstellen. Alles ist möglich und trägt zum Heilungsprozess bei.Wichtig war es der Referentin, das Thema passend zur Ausstellung auszuweiten. Sexuelle Gewalt entsteht, weil sie im gesamtgesellschaftlichen Kontext verankert und auch in der Beziehungskultur häufig zu finden ist. Sexuelle Gewalt ist demzufolge auch in dem Film "Das Parfüm" auszumachen, in dem 25 Jungfrauen auf bestialische Weise ermordet werden. Eine Sensibilisierung für die Anzeichen sexueller Gewalt ist wichtig, damit sexuelle Gewalt skandalisiert werden kann. Auch hier gilt es, dem Ausstellungsmotto getreu, die "Augen zu öffnen".Wie Gewalterlebnisse in der Kindheit prägend für erwachsene Menschen sein können, zeigte ein Hörbeispiel mit Erinnerungen von Erich Fried, der in seiner Kindheit, Erlebnisse mit einem gewalttätigen Vater hatte. Ihm gelang es, mit Gedichten und Literatur, diese Erlebnisse zu verarbeiten, aber für viele Menschen ist der Weg über die Kunsttherapie der richtige.Der Zugang zur Kunsttherapie ist am leichtesten in einer stationären Einrichtung zu erreichen, denn ambulante Kunsttherapie wird von den Krankenkassen nicht bezahlt. Die Notwendigkeit und der Wunsch nach einem kunsttherapeutischen Angebot für Kinder und / oder Jugendliche kristallisierte sich in dem Gespräch heraus.Dieses Anliegen wird die Arbeitskreise gegen sexuelle Gewalt in Schwäbisch Gmünd und Aalen sicher noch weiter beschäftigen. Astrid Hark-Thomé, Leiterin der Kontaktstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen dankte zum Abschluss Monika Obert für ihren eindrücklichen Vortrag und die vielfältigen Impulse.Die Ausstellung ""Öffne die Augen" ist noch bis zum 19. Oktober im Kloster der Franziskanerinnen zu sehen.
 
 

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