Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

April
25
2007
In Gmünd Teil der Römerstraße durchs Remstal aufgedeckt

Schwäbisch Gmünd (sv) Bei den Arbeiten in der Baugrube der Zufahrt zum künfti-gen B 29 Tunnel – rund 1,8 Meter unter dem früheren Niveau der Bundesstraße – wurde im westlichen Bereich ein beachtliches Stück (rund 50 Meter) der einstigen Römerstraße durch...

Schwäbisch Gmünd (sv) Bei den Arbeiten in der Baugrube der Zufahrt zum künftigen B 29 Tunnel - rund 1,8 Meter unter dem früheren Niveau der Bundesstraße - wurde im westlichen Bereich ein beachtliches Stück )rund 50 Meter) der einstigen Römerstraße durch das Remstal aufgedeckt. Das erkennbar mit technisch hohem Standard gebaute Straßenstück hat eine Breite von vier Metern. Darauf konnten - so erläuterten am Dienstag bei einem Pressetermin Mitglieder des Arbeitskreises Archäologie Schwäbisch Gmünd - Warentransporte wie Reisewagen zur Personenbeförderung gut und zügig fahren. Das nun aufgedeckte Straßenstück wird genau vermessen und fotografisch aufgenommen. Schwäbisch Gmünds Oberbürgermeister Wolfgang Leidig sprach zudem noch am Fundort mit der Bauleitung des Tunnelbauprojektes und den Mitgliedern des Arbeitskreises ab, dass so viel Material der römischen Straße gesichert wird, dass eine Teilrekonstruktion im Museum der Stadt ebenso möglich wird wie an der Provinzgrenze zwischen Rätien und Obergermanien, die am Zugang zum Rotenbachtal erlebbar gemacht werden soll.Die Forscher der römischen Provinzialgeschichte - unter ihnen der aus Schwäbisch Gmünd stammende Professor Dr. Ulrich Nuber (Freiburg) hatten nach früheren Funden im westlichen Bereich der Stadt Reste der Römerstraße bei entsprechenden Grabungen erwartet. Dennoch waren die Mitglieder des ehrenamtlich für die Denkmalpflege tätigen Arbeitskreises Archäologie Schwäbisch Gmünd (eines Teils der Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte des Landes) sehr erfreut, als ihnen die Bauleitung des Gmünder B 29 Tunnelprojektes die Mitteilung machte, dass bei Probebohrungen Anzeichen bemerkt worden sind, die auf die einstige Römerstraße hindeuteten. Die genauere Untersuchung des Bereichs ergab, dass dort ein sehr gut erhaltenes Straßenstück mit der in Rätien üblichen Breite von vier Metern von Nordwest nach Südost durch die ganze Breite der Baugrube verfolgt werden kann. Günther Herb, Mitglied des Arbeitskreises und selbst bis vor wenigen Jahren als Straßenbauingenieur für des RP Stuttgart tätig, zeigte beim Pressegespräch am Dienstag, dass die Römer hier eine sehr gute, dauerhafte Straße gebaut haben mit schräg gelagerten Sandsteinen als Tragschicht und einer darauf liegenden flachen Fahrbahn, die offensichtlich auch stetig gepflegt wurde und so ein komfortables Reisen oder entsprechende Warentransporte möglich machte. Wie von dem Sprecher des Arbeitskreises und ehrenamtlichen Denkmalpfleger für den Gmünder Raum, Hasso Kaiser, mitgeteilt wurde, wird der Präsident des Landesdenkmalamtes, Professor Dr. Dieter Planck, am Donnerstag die Fundstelle besichtigen. Oberbürgermeister Wolfgang Leidig dankte der Bauleitung des Tunnelprojektes für deren Aufmerksamkeit und die Unterstützung der Ehrenamtlichen. Den Mitgliedern des Arbeitskreises galt sein besonderer Dank für deren stete Aufmerksamkeit auf entsprechende Funde wie den großen zeitlichen Einsatz bei deren Aufnahme. Er sprach sich an Ort und Stelle mit der Bauleitung und den Arbeitskreismitgliedern ab, dass nach der Vermessung des so gefundenen Straßenstücks so viel von dem Straßenmaterial geborgen wird, dass eine Rekonstruktion im Museum der Stadt im Prediger ebenso möglich wird wie an der Provinzgrenze zwischen Rätien und Obergermanien am Zugang zum Rotenbachtal. Dazu wird die Stadt ihrerseits Mitarbeiter einsetzen. Der Fund fand ein sehr großes Echo bei den Medien: die beiden Gmünder Zeitun-gen kamen ebenso zum Pressegespräch wie Radioberichterstatter von SWR und Radio 7 und ein Kamerateam des SWR, das in den Landesnachrichten berichten wird.
 
 

Mit einem Stern * gekennzeichnete Felder bitte unbedingt ausfüllen.


Datenschutz