Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Mai
03
2007
Die "Stufen in den Gmünder Himmel" tun sich auf

Schwäbisch Gmünd (sv) Auf stählernen Stufen werden künftig Besucher den schönsten romanischen Turm Süddeutschlands ersteigen können, den Turm der Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd. Aus rund 31 Meter Höhe eröffnet sich dort ein neuer Blick rundum auf die Stadt und ihre Umgebung, ins Remstal, auf die drei Kaiserberge. Oberbürgermeister Wolfgang Leidig konnte am Mittwoch in einem Pressegespräch dankbar berichten "In einer in unserer Stauferstadt bislang beispiellosen Gemeinschaftsaktion wurden in fünfeinhalb Jahren über 210.000 Euro Spen-den gesammelt. Damit konnten seit dem Sommer 2006 165 Stufen in den Turm eingebaut werden. Schwäbisch Gmünd hat so dank des Einsatzes so vieler Bürger und Freunde der Stadt einen neuen besonderen Anziehungspunkt."

Schwäbisch Gmünd (sv) Auf stählernen Stufen werden künftig Besucher den schönsten romanischen Turm Süddeutschlands ersteigen können, den Turm der Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd. Aus rund 31 Meter Höhe eröffnet sich dort ein neuer Blick rundum auf die Stadt und ihre Umgebung, ins Remstal, auf die drei Kaiserberge. Oberbürgermeister Wolfgang Leidig konnte am Mittwoch in einem Pressegespräch dankbar berichten "In einer in unserer Stauferstadt bislang beispiellosen Gemeinschaftsaktion wurden in fünfeinhalb Jahren über 210.000 Euro Spenden gesammelt. Damit konnten seit dem Sommer 2006 165 Stufen in den Turm eingebaut werden. Schwäbisch Gmünd hat so dank des Einsatzes so vieler Bürger und Freunde der Stadt einen neuen besonderen Anziehungspunkt."Ende Juli 2006 konnte mit den Bauarbeiten in dem insgesamt 43 Meter hohen Turm begonnen werden. Zunächst mussten aus den Betonzwischendecken Rundöffnun-gen herausgesägt werden (zuvor genügten für die steile Holztreppe schmale rechteckige Durchlässe) Dies erforderte deutlich mehr Zeit als zunächst erwartet. Dann wurde über dem Erdgeschoss mit der Sakristei gewissermaßen am Boden des ersten Turmgeschosses ein Stahlträger eingebaut werden. Er nimmt die Last der Spindel und der Treppen samt deren Nutzer auf und leitet diese auf die Außenmauern ab. Ende November konnte dann im Seitenturm, der künftig als Abgang dienen wird, die Treppenspindel eingesetzt und in den folgenden Tagen die ersten Stufen eingebaut werden. Anfang Dezember wurden dann die Spindelteile für den Hauptturm über die Turmstube eingebracht. Sie wurden dann Stück für Stück mit Flaschenzügen in den Turm abgeseilt und nach dem Verschweißen mit dem Träger oder den unteren Spindelteilen dann die Treppen eine nach der anderen über die Spindel eingefügt. In den letzten Wochen wurde dann die Zugangstreppe von der Kirche aus eingebaut und die Leitertreppe in die Turmstube. Insgesamt sind dies 165 Stufen: 17 Stufen der Zugangstreppe, 107 der Haupttreppe, 11 der Leitertreppe und 30 der Abgangstreppe. Der Spindeltreppendurchmesser beträgt 1,66 Meter. In der Turmstube wurde ein neuer Holzboden eingelegt. Mit Maler- und Elektroarbeiten wird nun in den letzten Tagen bis zur Eröffnung am Samstag für die Spenderinnen und Spender und für die Allgemeinheit am Sonntag ab 11.00 Uhr im Rahmen der Veranstaltung "Rems total" der Turm für die Allgemeinheit eröffnet. Mit Gesamtbaukosten von 225.000 Euro wurden die insgesamt 165 Stufen und die dazu erforderlichen Arbeiten getan. Durch Spenden aus der Bürgerschaft wie auch von auswärtigen Besuchern kamen rund 210.000 Euro zusammen. Den Restbetrag hat der Gemeinderat der Stadt aus Haushaltsmitteln zur Verfügung gestellt.Die Spendenaktion begann im Herbst 2001. Gespendet wurde auf Grund von Jugenderinnerungen an die Johanniskirche oder aus Verbundenheit mit dem Turm aufgrund der Altersgenossenfeste, denn aus dem Turm wird den Altersgenossen bei ihren Umzügen "der Alois" geblasen, für die Gmünder die so gut wie allen bekannte Stadthymne. Runde Geburtstage und andere Familienfeiern waren ebenfalls Anlässen für eine Stufenspende, als Geschenk an die Jubilare oder Geburtstagskinder wurde da oft gesammelt. Andere Gmünder wollten mit ihrer Spende einfach ihren Beitrag leisten, um einem typischen Gmünder Symbol eine neue, zusätzliche Rolle zu geben. Der Johannisturm hat sich vielen Generationen von Gmündern seit dem letzten Staufer Konradin ins Gedächtnis eingeprägt (Konradin war zur Feier des Weihnachtsfestes 1256 vor seinem Italienzug in Gmünd und hat da den 1250 gebauten Turm gesehen!).Der gute Ausblick auf die Stadt - er wurde bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts genutzt, um Wache zu halten über die Stadt und Brände frühzeitig zu melden. So war der Turm über lange Zeit bewohnt. Hinauf gelangt sind Bewohner und dann in den letzten Jahren die Turmbläser über sehr schmale, sehr steile Holztreppen, die sich am Glockenstuhl vorbei wanden, dessen Glocken schon lange in Kriegszeiten beschlagnahmt und eingeschmolzen wurden. In den 60er Jahren wurden zur Stabilisierung des Turmes mehrere Zwischenebenen aus Beton eingezogen, da der zweischalig gebaute Turm vor allem an der Außenhaut an Stabilität verloren hatte, vielleicht auch, weil der Johannisturm auch "der schiefe Turm von Gmünd" ist: er hängt aus der Senkrechten einen Meter nach Norden heraus.Die Neigung des Turmes nach Norden (um 93 cm) bei einer Innenneigung um rund 60 cm mussten wie die Betonscheiben zur Stabilisierung bei der Planung der neuen Treppe genau berücksichtigt werden. Das innere Rohr der Treppenspindel dient gleichzeitig als Steigleitung für den Feuerschutz (im Brandfall kann da ein Wasserschlauch der Feuerwehr angeschlossen und so sehr schnell ohne Schlauchwirrwarr Wasser bis zum Turmgewölbe gepumpt werden. Der Zugang zum Turm erfolgt nun über die Kirche. Der Abgang soll dann über eine weitere Spindeltreppe in einem schon bislang dazu genutzten Nebenturm geführt werden.Möglich wurde das Werk auch dank der Bereitschaft der Münster-Pfarrgemeinde, die neuen Stufen in den Johannisturm einbauen zu lassen und künftig den Zugang zu Kirche und Turm während vereinbarter Öffnungszeiten über die Stadtverwaltung durch den Fremdenverkehrsverein regeln zu lassen. "All dies ein Zeichen des guten Miteinanders in unserer Stadt" schloss Oberbürgermeister Wolfgang Leidig der sich bei allen Beteiligten, den Spendern und den die Aktion vielfältig unterstützenden Medien, der Kirchengemeinde und Pfarrer Kloker sowie den Mitarbeitern in der Stadtverwaltung herzlich dankte.
 
 

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