Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

September
04
2007
Die Zerstörung von Sodom

Schwäbisch Gmünd (sv) – Für mich gehört Max Kaminski zu den besten Künstlern seiner Generation in der Bundesrepublik. – Was der langjährige Direktor des Kölner Museums Ludwig, Kunstkritiker und Publizist Karl Ruhrberg über Max Kaminski schrieb, können vom 7. September bis 25. November die Besucher der Ausstellung "Die Zerstörung von Sodom" in der Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd nachempfinden. Gezeigt werden 21 Arbeiten des Künstlers – überwiegend großformatig - , die alle in letzten fünf Jahren entstanden sind. Die Werkschau wird in Anwesenheit des Künstlers eröffnet am Freitag, 7. September, um 19 Uhr durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Zudem sprechen der Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Ostalb, Johannes Werner, und Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen von den Museen der Diözese Würzburg, der als langjähriger Kenner auf das Werk des Künstlers eingehen wird

Schwäbisch Gmünd (sv) - Für mich gehört Max Kaminski zu den besten Künstlern seiner Generation in der Bundesrepublik. - Was der langjährige Direktor des Kölner Museums Ludwig, Kunstkritiker und Publizist Karl Ruhrberg über Max Kaminski schrieb, können vom 7. September bis 25. November die Besucher der Ausstellung "Die Zerstörung von Sodom" in der Galerie im Prediger Schwäbisch Gmünd nachempfinden. Gezeigt werden 21 Arbeiten des Künstlers - überwiegend großformatig - , die alle in letzten fünf Jahren entstanden sind. Die Werkschau wird in Anwesenheit des Künstlers eröffnet am Freitag, 7. September, um 19 Uhr durch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse. Zudem sprechen der Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Ostalb, Johannes Werner, und Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen von den Museen der Diözese Würzburg, der als langjähriger Kenner auf das Werk des Künstlers eingehen wird. Expressive FormenspracheMax Kaminski gehört zu jenen Künstlern, die sich in Auseinandersetzung mit der informellen Malerei der fünfziger und sechziger Jahre wieder der Figuration zuwandten. Kennzeichnend für Max Kaminskis eindrucksvollen persönlichen Stil sind expressive Formen, starke Kontraste und ein kraftvoller Gebrauch der Farben. Das figürliche Motiv, oft aus fragmentarischen, bisweilen zersprengten Formen zusammengesetzt, ist dabei selten fassbar. Dadurch entstehen Bildwelten, die keine Hierarchie der Dinge und keine Trennung von Farbe und Raum kennen, in denen sich die Dinge leidenschaftlich miteinander verweben. Aus einem Gemenge von Körpern und Farben tauchen immer wieder fantastische Figuren auf, ein Universum an Zwischen-gebilden, etwa Mischwesen aus Hund und Stier, aber auch das Kreuz - jedoch sind dies nie Abbilder einer Wirklichkeit, wie wir sie als realistisch wahrnehmen. Gefühl für das, was man maltDie ausdrucksstarken Themen, Motive und Geschichten seiner Arbeiten lesen sich als Montagen aus Realität, Erinnerung und Fiktion und spiegeln die Persönlichkeit des Künstlers deutlich wider. Sie erzählen von einer Zerreißprobe, in deren Mittelpunkt der Mensch steht - hin und her gerissen zwischen der Natur seines Wesens und den Resten einer Welt, die weder einheitlich noch glatt ist. Tragik und Schicksal, Freiheit und Untergang, Traum und Tod bilden den Themenkreis seiner Arbeiten, davon ausgehend, dass keine Darstellung des Lebens überzeugend ist, wenn sie nicht auch den Tod mit einschließt. Immer wieder veranlassen literarische Vorlagen Kaminski zu bildnerischer Auseinandersetzung und lassen ein Alter Ego des Künstlers vermuten - ob nun in der Beschäftigung mit Alfred Jarrys surrealer Groteske "Ubu Roi" über die Entgrenzung des modernen Menschen oder mit Friedrich Hölderlins "Empedokles". Während jedoch Hölderlins Empedokles nach dem Urquell allen Lebens sucht, ist er für den Maler Kaminski eine vielschichtige Projektionsfigur, um eigene existentielle oder zeitgeschichtliche Erfahrungen darzustellen, ist der antike Held ihm Signal für die Irrwege der Geschichte, die Wahnsinn und Apokalypse auslösen. Wichtig ist Kaminski vor allem die Authentizität des Gemalten als Teil seines eigenen Lebens und Erlebens: "Man muss das Gefühl haben, was man da malt", ist seine Devise, die vor dem Hintergrund seiner Biografie nachvollziehbare verbindliche Richtschnur ist. Die Städte Sodom und Gomorra stehen so für ihn beispielhaft als eine Zerstörung apokalyptischen Ausmaßes, wie er sie selbst als Kind miterlebt hat.BiografieMax Kaminski wurde 1938 in Königsberg (Ostpreußen) geboren. Als Kind erlebt er nachhaltig die Kriegsjahre, mit der Evakuierung der Familie 1943 aus der Heimatstadt und 1945 die Flucht in die Nähe von Oldenburg. 1959 nimmt er das Kunststudium an der Hochschule der Künste in Berlin auf, das er für eine zweieinhalbjährige Reise durch Mittel- und Südamerika (1960-62) unterbricht. 1966/67 ist er Meisterschüler von Hann Trier. Stipendien, mehrere Kunstpreise und zahlreiche Einzel- und Gruppenaus-stellungen folgen, darunter 1977 die Teilnahme an der Documenta 6 in Kassel. Nach einer Gastprofessur an der Hochschule der Künste Berlin (1978) ist er von 1980 bis zur Emertierung 2003 Professor der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Heute lebt Max Kaminski in Augsburg und Marseille.
 
 

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