Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Januar
29
2008
Preis der Europäischen Kirchenmusik 2008 an Helmuth Rilling

Schwäbisch Gmünd (sv) – Mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd ausgezeichnet wird in diesem Jahr Helmuth Rilling, Dirigent und Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt KMD Prof. D. Dr. h.c. mult. Helmuth Rilling für sein Engagement um die Interpretation, Vermittlung und Förderung geistlicher Musik. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird während des 20. Festivals Europäische Kirchenmusik (11. Juli bis 3. August) am 19. Juli im Heilig-Kreuz-Münster von Oberbürgermeister Wolfgang Leidig überreicht. Die Laudatio hält Prof. Dr. Martin Petzoldt, Leipzig. Vor der Preisverleihung dirigiert Helmuth Rilling Bachs h-moll-Messe mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart.

Schwäbisch Gmünd (sv) - Mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd ausgezeichnet wird in diesem Jahr Helmuth Rilling, Dirigent und Leiter der Internationalen Bachakademie Stuttgart. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrt KMD Prof. D. Dr. h.c. mult. Helmuth Rilling für sein Engagement um die Interpretation, Vermittlung und Förderung geistlicher Musik. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wird während des 20. Festivals Europäische Kirchenmusik (11. Juli bis 3. August) am 19. Juli im Heilig-Kreuz-Münster von Oberbürgermeister Wolfgang Leidig überreicht. Die Laudatio hält Prof. Dr. Martin Petzoldt, Leipzig. Vor der Preisverleihung dirigiert Helmuth Rilling Bachs h-moll-Messe mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd verleiht den Preis der Europäischen Kirchenmusik seit 1999 zum zehnten Mal. Geehrt werden mit dem Preis hochrangige Interpreten und Komponisten für wegweisende Leistungen im Bereich der geistlichen Musik. Preisträger waren bisher die Komponisten Dieter Schnebel, Petr Eben, Krzysztof Penderecki, Arvo Pärt und Klaus Huber, der Kammersänger Peter Schreier, der Stockholmer Chordirigent Eric Ericson, der Stuttgarter Dirigent Frieder Bernius und der französische Organist Daniel Roth.

Helmuth Rilling ist dem Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd seit Anbeginn verbunden. Er gastiert beim Festival mit der Gächinger Kantorei und dem Bach-Collegium Stuttgart in diesem Jahr zum sechsten Mal und ist zudem seit 1989 Mitglied des Festival-Kuratoriums.

"Musik darf nie bequem sein, nicht museal, nicht beschwichtigend. Sie muss aufrütteln, die Menschen persönlich erreichen, sie zum Nachdenken bringen." Diese Worte beschreiben das Leitbild, das Helmuth Rilling in seinem musikalischen Wirken stets im Blick hatte und hat. Mit höchster Kompetenz und mit Charisma, mit ausgeprägter Überzeugungskraft und Begeisterung macht Rilling geistliche Musik neu erlebbar, insbesondere und vorbildlich in seinen viel gerühmten Gesprächskonzerten.

Mit dem Namen Helmuth Rilling verbindet sich die Gründung und künstlerische Leitung der Bachakademie Stuttgart und ihrer Ensembles Gächinger Kantorei Stuttgart, Bach-Collegium Stuttgart, Festival Chor und Orchester des Europäischen Musikfestes Stuttgart sowie die Pflege und beeindruckende Interpretation der Musik Johann Sebastian Bachs in der ganzen Welt. Darüber hinaus trug Rilling auch entscheidend zur Wiederentdeckung der romantischen Chormusik bei. Durch regelmäßige Kompositionsaufträge fördert er zudem die zeitgenössische Musik.

Helmuth Rilling wurde 1933 in Stuttgart geboren. Er studierte von 1952 bis 1955 an der Musikhochschule Stuttgart. Nach Studien in Italien folgte eine umfangreiche Lehrtätigkeit in Berlin (1963-1966) und Frankfurt (1969-1985). Bereits 1954 gründete Helmuth Rilling die Gächinger Kantorei, 1965 kam das Bach-Collegium Stuttgart als instrumentaler Partner dazu. In dieser Zeit begann seine intensive Beschäftigung mit dem Werk Johann Sebastian Bachs, mit dem der Name Helmuth Rilling wie der keines anderen Interpreten weltweit verbunden ist.

Das Engagement für Völkerverständigung, das buchstäblich grenzüberschreitend war, kennzeichnete von Beginn an die Arbeit von Helmuth Rilling. So ging die erste Konzertreise der Gächinger Kantorei Ende der 50er Jahre in die DDR. 1976 reiste der Chor nach Israel: Erstmals dirigierte ein deutscher Dirigent ein israelisches Ensemble, als mit dem Israel Philharmonic Orchestra zusammen "Ein Deutsches Requiem" von Johannes Brahms aufgeführt wurde.
Mit seinen Ensembles gibt Rilling weltweit Konzerte und ist ein international gefragter Gastdirigent. Seit 1970 ist er in den USA künstlerischer Leiter des von ihm mitbegründeten Oregon Bach Festival.
Ein besonderer Bestandteil der Tätigkeit von Helmuth Rilling ist seit Anbeginn die internationale Arbeit mit jungen Menschen.

1981 gründete Helmuth Rilling die Internationale Bachakademie Stuttgart. Sie veranstaltet Konzerte, Meisterkurse, Symposien, das Europäische Musikfest Stuttgart, die Stuttgarter Bachwochen und eine Konzertreihe mit oratorischen Werken vom 17. bis 21. Jahrhundert. 2001 wurden von Helmuth Rilling "Festival Chor und Orchester Stuttgart" ins Leben gerufen, zu dem junge Talente aus mehr als 20 Nationen zusammenkommen. Außerdem leitet er regelmäßig Workshops für junge Musikerinnen und Musiker in aller Welt - die Bachakademien.
Zahlreiche Schallplatten-, Hörfunk- und Fernsehproduktionen dokumentieren das weitgefächerte Schaffen Helmuth Rillings. Als erster Dirigent spielte er sämtliche Kantaten Bachs ein (1970-1984). Zum Bach-Jahr 2000 erschien unter Rillings künstlerischer Gesamtleitung mit der "Edition Bachakademie" die Gesamtaufnahme der Werke dieses Komponisten auf 172 CDs.

Für sein fruchtbares Engagement wurde Helmuth Rilling vielfach geehrt und ausgezeichnet, untern anderem mit der Ehrendoktorwürde der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen (1985), dem Internationalen UNESCO-Musikpreis (1994), dem Theodor-Heuss-Preis "Taten der Versöhnung" (1995) und dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2003). 2003 wählte ihn die American Academy of Arts and Sciences zum Ehrenmitglied. Mit der Einspielung von Krzysztof Pendereckis "Credo" gewann er den Grammy Award 2000 für die beste Chor-Darbietung und wurde 2001 erneut nominiert für die Einspielung von "Deus Passus" von Wolfgang Rihm.

 
 

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