Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Februar
07
2008
Gmünder Museum blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

Die Wiedereröffnung (des ersten Teils) der neuen Dauerausstellung im 3. Obergeschoss des Predigers und die Sonderausstellung "Neue Malerei. Aus dem Museum Frieder Burda Baden-Baden“, mit der im 1. Obergeschoss neue Räume für Wechselausstellungen bezogen werden konnten – diese beiden Ereignisse konzentrierten im Wesentlichen die Museumsarbeit im abgelaufenen Jahr 2007. "

Die Wiedereröffnung (des ersten Teils) der neuen Dauerausstellung im 3. Obergeschoss des Predigers und die Sonderausstellung "Neue Malerei. Aus dem Museum Frieder Burda Baden-Baden", mit der im 1. Obergeschoss neue Räume für Wechselausstellungen bezogen werden konnten - diese beiden Ereignisse konzentrierten im Wesentlichen die Museumsarbeit im abgelaufenen Jahr 2007. Und sie markieren eine neuen Ära in der Gmünder Museumsgeschichte und zugleich eine Stärkung der Bedeutung Gmünds als Kunst- und Kulturstadt. Mit Blick auf die Besucherzahlen im Jahr 2007 lässt sich feststellen, dass das Museum im Prediger aus schwierigen Phasen, verursacht durch Um- und Ausbaumaßnahmen, gefestigt herausgegangen ist.

 Rückblick 2007 - die Besucherzahlen
 "Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen in eine Ausstellung gehen, sondern dass sie wieder gewitzter herauskommen", hat zwar Walter Benjamin einmal gefordert. Trotzdem belegt die Quantität der Besucher in den drei Gmünder Museumseinrichtungen, dass das Jahr 2007 auch vor diesem Hintergrund ein sehr gutes war. Die drei Einrichtungen (Museum und Galerie im Prediger und Silberwarenfabrik Ott-Pauser) besuchten im abgelaufenen Jahr 39.704 Menschen. Das bedeutet gegenüber dem Jahr 2005 (30.950), das wegen der Schließung des Museums 2006 zum Vergleich herangezogen wurde, ein Plus von 28,3 %.
 

In die neue Dauerausstellung kamen seit der Wiedereröffnung am 16. März 2007 8.537 Besucher; verglichen mit den 6.674 Besuchers des Jahres 2005 war dies eine Plus von 27,9 %.
Hinzu kommt im Bereich der Wechselausstellungen ein bisher in der Geschichte des Museums nie da gewesener Publikumserfolg, der mit der Sonderausstellung "Neue Malerei. Aus dem Museum Frieder Burda Baden-Baden" erzielt werden konnte. Dank der guten Zusammenarbeit mit diesem weltweit renommierten Museum war es möglich, in Schwäbisch Gmünd zum ersten Mal eine hochrangige Sammlung moderner Kunst vorzustellen. Diese Werkschau mit international so renommierten Künstlern der Gegenwart wie Georg Baselitz, Alex Katz, Malcolm Morley und Gerhard Richter hat vom 15. Juni bis 30. September rund 9.500 Besucher angesprochen. Zu dem Gelingen der Ausstellung beträchtlich beigetragen hat eine engagierte Ausstellungsvermittlung, die öffentliche und spezielle Führungen für Familien, Schulklassen, Freundeskreise, Berufsgruppen und Vereinen ebenso eingeschlossen hat wie Künstlergespräche und Malaktionen für Kinder.

Insgesamt gab es 2007 in allen drei Einrichtungen 304 Veranstaltungen (2005: 322, 2006: 144), was vor dem besonderen Hintergrund, dass die Dauerausstellung noch fast ein Viertel des Jahres geschlossen war und die Wechselausstellungsräume erst zur Jahresmitte bezogen wurden, hoch einzuschätzen ist.
Für die Ausstellungen in der Galerie im Prediger interessierten sich 14.928 Kunstfreunde; dies sind, im Vergleich zu 2006 (13.338), rd. 12% mehr. Dies ist ein beachtlicher Erfolg, zu dem entscheidend die Ausstellung "Schlüsselwerke/Sammlerstücke" beigetragen hat, die zum 70. Geburtstag von Walter Giers (10.5. bis 5.8.) gezeigt wurde und 6.253 Besucher begeisterte. Aber auch die Ausstellungen mit dem den Kinderfotografien von Achim Lippoth (16.2. bis 15.4.), die 2.225 Besucher fand, und die thematisch sehr anspruchsvolle Ausstellung "Die Zerstörung von Sodom" mit Max Kaminski, zu der 3.317 Besucher kamen, erreichten durch ihre Qualität einen überdurchschnittlichen Zuspruch. Das über die Jahre hindurch hohe Besucherniveau in der Galerie unterstreicht zudem die Bedeutung und unverwechselbare Position, die diese Einrichtung in der süddeutschen Galerienlandschaft heute bezieht.
Großer Beliebtheit erfreute sich wiederum die Silberwarenfabrik Ott-Pauser: mit 5.691 Besuchern konnte das schon sehr erfreuliche Ergebnis des Vorjahres (5.663) nochmals leicht um 0,5% verbessert werden. Als besonderer Anreiz, das Haus zu besuchen, gestalteten sich zunehmend die Sonderausstellungen. Hier hat 2007 die Ausstellung "Koch Kunst" (20.5 bis 19.8.) mit Arbeiten des Nürnberger Gestalters Berthold Hoffmann Akzente gesetzt und 2.852 Besucher angesprochen.

Kristallisationspunkte 2008
Ein attraktives, qualitätvolles und vielseitiges Ausstellungsprogramm und Vermittlungsangebot lassen das Museum, die Galerie und die Silberwarenfabrik Ott-Pauser auch im Jahr 2008 zu einem unverwechselbaren Erlebnisort für herausragende Kunst, Kunsthandwerk und Stadtgeschichte werden - für Einzelbesucher und Gruppen ebenso, wie für Schüler und Lehrer, Familien und Kinder.
Kristallisationspunkt werden sechs neue Sonderausstellungen sein, die teils in eigener Regie, teils in Kooperation mit Partner, präsentiert werden, davon zwei im Museum, vier in der Galerie und eine in der Silberwarenfabrik Ott-Pauser.
Ein weiterer Schwerpunkt stellt die Dauerausstellung im Museum mit ihrem reichen Bestand an Kunst- und Kulturgütern dar, die es durch eine lebendige Präsentation weiterzuentwickeln gilt, um "am Puls der Zeit" zu bleiben: Dazu gehört u.a., das größte mittelalterliche Gemälde der Museumssammlungen, die "Wahre Länge Christi", nach dem Ende der Sonderausstellung am 18. Mai stimmig in den Kontext der ständigen Schausammlungen einzubeziehen. Dazu gehört auch, die Römerabteilung um wichtige, neu aufgetretene Aspekte zu bereichern und noch attraktiver zu machen.

Ausstellungs-Highlight: "Giorgio Morandi und Alberto Giacometti. Stillleben, Landschaften, Menschen"
Wenn die Sonderausstellung "Das heilige Grab und die Wahre Länge Christi" endet (18. Mai), können sich die Kunstfreunde auf die große Sommerausstellung freuen, die 2008 zugleich das Highlight darstellt: Vom 20. Juni bis 8. September nimmt zum ersten Mal eine Ausstellung zweit weltberühmten Künstlerpersönlichkeiten in den Blick, die beide in der Kunst des 20. Jahrhunderts eine überragende, eigenständige und unverwechselbare Position einnehmen: Giorgio Morandi und Alberto Giacometti; unter dem Titel "Stillleben, Landschaften, Menschen" machen rund 70 Arbeiten gemeinsame künstlerische Ansätze im Werk dieser beiden Ausnahmekünstler anschaulich. Im Anschluss daran greift das Museum im Prediger das 140. Todesjahr des in den Vereinigten Staaten hoch geschätzten Gmünder Künstlers Emanuel Gottlieb Leutze auf: Vom 7. November bis 25. Januar ist in der Ausstellung "Aus der Sammlung. Die Düsseldorfer Malerschule" zum ersten Mal der über 50 Arbeiten umfassende Werkbestand zu sehen, den das Museum von den Malern aus dieser im 19. Jahrhundert weltberühmten Kunstakademie besitzt.

Mit Hanspeter Fitz, 1929 geboren, ab 1959 im Remstal wohnhaft und 1969 auf tragische Weise früh verstorben, ist vom 29. Februar bis 8. Juni das Werk eines Künstlers zu sehen, der in der kurzen Spanne seines Lebens einen singulären Beitrag zur Kunst seiner Zeit geschaffen hat. Rund 45 Skulpturen, Grafiken und Zeichnungen aus Privatbesitz und aus dem Besitz der Stiftung Museum Schloss Moyland erinnern an Fitz´ zu Unrecht vergessenes Werk. "Verwachsene Geschichten" heißt der durchaus wörtlich zu nehmende Titel einer Ausstellung, die vom 4. Juli bis 5. Oktober den in Israel geborenen und in Duisburg lebenden Künstler Gil Shachar (geb. 1965) vorstellt. Im Mittelpunkt stehen Shachars neueste Skulpturen sowie Wandobjekte - täuschend echte Abbilder der Wirklichkeit, die Shachar aus Wachs und Epoxydharz herstellt, und zu einem sinnlichen Spiel zwischen Schein und Realität herausfordern. Dass sich mit dem Namen Karl Dittert unauslöschlich die Geschichte des Designs nach 1945 verbindet, zeigt im Anschluss eine von der Hochschule für Gestaltung erarbeitete Ausstellung (17.10. bis 30.11.). An die lange Tradition Gmünds als Gold- und Silberstadt knüpft die Sonderausstellung an, die in der Silberwarenfabrik Ott-Pauser vom 1. Juni bis 21. September zu sehen ist und das 20-jährige Bestehen der Stiftung Gold- und Silberschmiedekunst feiert. Zu deren Jubiläum dokumentiert eine Werkschau, die alle aktiv tätigen Gold- und Silberschmiede einlädt, das aktuelle Schaffen des Gold- und Silberschmiedhand­werks in Schwäbisch Gmünd.

Informationen
Über alle Ausstellungen gibt das Museum im Prediger, Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd, Telefon 07171 603-4130 Auskunft. Informationen finden sich im Internet unter www.museum-galerie-fabrik.de. Auf Wunsch erhalten Interessierte das Jahresprogramm und regelmäßige Informationen zu den Ausstellungen auch zugeschickt. Anfragen unter: museum@schwaebisch-gmuend.de.
 
 
 

Mit einem Stern * gekennzeichnete Felder bitte unbedingt ausfüllen.


Datenschutz