Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Oktober
21
2015
1. Gmünder Krautfest zum Saisonabschluss des Gartenjahres

Am Sonntag, 25. Oktober, findet das erste Gmünder Krautfest im Landschaftspark Wetzgau statt...

Schwäbisch Gmünd (sv). Das erste Krautfest im Landschaftspark Wetzgau findet am Sonntag, 25. Oktober, um 11 Uhr mit einer offiziellen Begrüßung durch Oberbürgermeister Richard Arnold am Dieter-Paul-Pavillon (Forstpavillon) statt. Im Anschluss wird eine Baumpflanzaktion als Zeichen des Friedens und der Freundschaft durch die Mitglieder der Ahmadiyya Gemeinde durchgeführt. Es gibt Kohlgerichte in verschiedenen Variationen von den Landfrauen aus Großdeinbach sowie frischen Apfelsaft, sonstige Apfel-Leckereien und tolle Aktionen mit allen Betreibern des Landschaftsparkes. Am Suppenstern gibt es eine Bilderausstellung von Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse der Friedensschule. Spielgolf, Skypark, der Himmelsstürmer und die Murmelbahn sind geöffnet und die Kids können sich am Kinderspielplatz austoben. Alle Mitwirkende sind sich einig, dass das Fest ein riesen Erfolg wird und die Tradition zurück ins Ländle kehrt, so die Suppensternleiterin Margret Schnürle-Baier. Um 14.30 Uhr sowie um 16 Uhr findet eine Parkführung statt.

Die Gärten in denen Gemüse angebaut und zu einer gemeinsamen Mahlzeit verarbeitet wird, findet man in allen Kulturen und Bevölkerungsschichten. In den letzten Jahren fand allerdings ein Wandel statt. Übervolle Supermarktregale mit Obst und Gemüse, aber immer weniger Menschen, die sich aus frischen Produkten einfache Gerichte zubereiten beziehungsweise zubereiten können, dafür immer mehr Menschen, die sich frische Produkte nicht leisten oder leisten können. Da das Ernährungsverhalten maßgeblich in der Kindheit geprägt wird, ist es wichtig allen Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich mit all ihren Sinnen Wissen über Anbau, Pflege, Verarbeitung anzueignen sowie in den Genuss von gemeinsamen Mahlzeiten zu kommen. Ein prominentes Beispiel der neueren Zeit ist sicher Michelle Obama, die im Garten vom Weißen Haus ein Stück des Rasens umgraben ließ, um darauf mit sozial benachteiligten Kindern Gemüse anzubauen.

Der Suppenstern wurde als Beitrag zur Bildung für nachhaltige Ent-wicklung des Fachbereichs Biologie der Pädagogischen Hochschule (PH) Schwäbisch Gmünd für die Landesgartenschau 2014 (LGS) konzipiert und erfreute sich größter Beliebtheit. Nach Ende der Gartenschau erfolgte der geplante Rückzug der PH. Eine Überarbeitung des Konzepts, die Durchführung angemeldeter pädagogischer Angebote (interaktives Lernen zu den Themen Gärtnern, Kochen, gesunde Ernährung) sowie die Leitung des Suppensterns erfolgte im Jahr nach der LGS durch Margarete Schnürle-Baier, die bereits während der Gartenschau viele der Gruppen im Suppenstern betreut hatte. Einige Punkte des überarbeiteten Konzepts: Reduzierung der Anbaufläche: Im 1000qm großen Suppenstern wurden im Jahr 2015 verschiedene Beete mit insgesamt 410qm Fläche angebaut - Erweiterung der thematischen Gestaltung: Die fünf Strahlen des Suppensterns wurden thematisch bepflanzt. Neben bewährten Themen während der LGS wie Artenvielfalt, alte Sorten, mediterranes Gemüse, werden weitere Themen wie Mischkulturen sowie „neue Sorten durch neue BürgerInnen“ etabliert. Das pädagogische Angebot richtete sich neben Schulklassen, Kindergartengruppen, Behindertengruppen auch an Bewohner von Altersheimen. Es fand eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule Friedensschule im dafür ausgewiesenen Friedensschulbeet statt.

Die unterschiedlichen Funktionen des Suppensterns
- Der Schulgarten: Bei der Kooperation mit der in der Nähe gelegenen Friedensschule bot sich an, da die Friedensschule durch Umbaumaß-nahmen in diesem Sommer kein Schulbeet zur Verfügung hatte. ViertklässlerInnen, beziehungsweise nach den Sommerferien FünftklässlerInnen, bearbeiteten über einen längeren Zeitraum das Friedensschulbeet im Suppenstern. Über diesen Zeitraum erfuhren die SchülerInnen, wie viel Arbeit in Lebensmitteln steckt, damit sich aus einem Samenkorn, einem Setzling oder einer Saatkartoffel erntereifes Gemüse entwickelt – denn zusätzlich zu den Unterrichtsstunden musste zum Beispiel beim Gießen, Verantwortung in der Freizeit übernommen werden. Neben der Wertschätzung der Arbeit, der Erweiterung der Artenkenntnis wurden die Kinder mit alten Kulturtechniken zum Beispiel beim Umgang mit bisher für viele Kinder unbekannten Arbeitsgeräte wie Pflanzschnur, Grubber, Hacke, Grabgabel bekannt gemacht. Beim Herstellen von dekorativen Holzfiguren zur Bewachung des Friedensschulbeets kamen Säge, Hammer und Nagel sowie Pinsel und Farbe zum Einsatz. Am von den Kindern gewünschten Blumenbeet konnten nicht nur sie, sondern auch zahlreiche BesucherInnen, Insekten entdecken. Bei einer in der Klasse 4b durchgeführten Evaluation wünschten sich alle Kinder eine Fortführung des Projekts für zukünftige Klas-sen. Es erfüllte alle SchülerInnen mit Stolz mit ihrem Schulbeet nicht nur ein Stück des Suppensterns, sondern ein Stück des Himmelgartens gestaltet zu haben.

Der Nutzgarten: Die angemeldeten Gruppen konnten saisonales Gemüse ernten und es zu einer gemeinsamen Mahlzeit verarbeiten. Ein Teil des Gemüses schmückte den Erntedankaltar eines Kirche und wurde anschließend, wie alles andere Gemüse das während der Saison erntereif war, aber nicht zum Kochen für Gruppen benötigt wurde, dem Schwäbisch Gmünder Tafelladen zur Verfügung gestellt, da der Tafelladen ständig auf Spenden von frischem Obst und Gemüse angewiesen ist. Ein Beet (der Krautacker) wurde den Landfrauen zur Verfügung gestellt, die zum Saisonabschluss des Himmelgartens, dem Krautfest, leckere Kohlgerichte kochen werden.

Der Schaugarten: Der Suppenstern hat stets geöffnete Türen für alle Besucher, dabei werden bei vielen BesucherInnen die unterschiedlichsten Erinnerungen geweckt. Neben den Gedanken an geliebtes beziehungsweise verhasstes Gemüse aus Kindertagen werden bei vielen älteren BesucherInnen, aber auch bei BesucherInnen aus den „neuen“ Bundesländern oder fernen Ländern die Erinnerungen an Zeiten der Selbstversorgung und damit verbunden an längst nach mehr gekochte Gerichte und oft damit auch an die Menschen mit denen diese Gerichte in Zusammenhang gebracht werden, geweckt. Notwendig in der Funktion als Schaugarten ist, dass nicht alles abgeerntet werden darf, da sonst die Objekte zum Anschauen fehlen. Bewusst werden einige Pflanzen wie Radieschen, Blumenkohl, Brokkoli oder Fenchel bis zur Blüte stehen gelassen um auch diesen Verlauf aufzuzeigen.

Die Landfrauen – die guten Seelen des Suppensterns
Ein Team um die Vorsitzende Gabi Müller vom Landfrauenverein Großdeinbach war für die Pflege des Suppensterns zuständig. Neben Hacken und Unkraut jäten beinhaltete dieses Aufgabengebiet das Gießen. Unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit lassen den Stern auch nach diesem heißen Sommer leuchten und erfreuen somit die Besucher. Aktiv waren die Landfrauen auch bei einer Erntedanksuppe deren Erlös dem Projekt der „Eine Welt Gruppe“ der katholischen Kirchengemeinde Wetzgau-Rehnenhof zu Gute kam. Zum Saisonabschluss des Gartenjahres 2015 findet am Sonntag das Krautfest im Himmelsgarten statt. Zum Gelingen dieser Veranstaltung tragen alle im Himmelsgarten Tätigen bei, die Landfrauen verwöhnen die Besucher mit Variationen rund um den Herbstklassiker Kohl.

Bildunterschrift von links:
Siegfried Lautner (Freundeskreis Himmelsstürmer), Claus Kucher, Erwin Vogelmann, Johanna Valentien (Spielgolf-Betreiberin), Margret Schürle-Baier (Leiterin Suppenstern), Gabi Müller (Landfrauen Großdeinbach), Johannes Weiß (Ortsvorsteher Rehnenhof/Wetzgau), Angelika Buschle (Landrauen Großdeinbach), Hermann Gaugele (Integrationsbeauftragter), Carmen Bäuml (Koordinatorin Ehrenamt), Mohammad Idris Mahmood sowie Martin Mager und Dieter Schreg. (Streuobstzentrum).


Krautfest
 
 

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