Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Oktober
22
2015
Der „Gmünder Weg“ geht weiter

Die Stadtspitze stellte am Donnerstag, 22. Oktober, weitere Maßnahmen zur Aufnahme und Integration von Flüchtlingen vor. Der Haustyp „Gamundia“ ist eine davon...

Schwäbisch Gmünd (sv). „Die jetzige Flüchtlingsentwicklung war absehbar und ist nicht vom Himmel gefallen“, so Oberbürgermeister Richard Arnold. Deshalb hat die Stadt Schwäbisch Gmünd die Sommerpause genutzt, um den neuen „Gmünder Weg“ bei der Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern weiterzuentwickeln. „Und die Situation wird nicht besser werden“, so Richard Arnold.

„Deshalb ist nicht nur die Unterbringung, sondern die Aufnahme und Integration das Wichtigste“. Man dürfe den Blick auf den einzelnen Menschen und seine Fähigkeiten und Talente nicht vergessen. Das Stadtoberhaupt und die vielen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitstreiter in der Gmünder Flüchtlingspolitik setzen dabei vor allem auf Begegnung und Dezentralität: von Schulen, Kindergärten, über Deutschkurse, Ehrenamtsprojekte und Quartiersarbeit.

Alle Ortschaften und Stadtteile sind bei dieser Integration und vor allem bei der Wohnungssuche die Dreh- und Angelpunkte. „Das ist jetzt Chefsache von allen Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern“, so das Stadtoberhaupt.
Oberbürgermeister Richard Arnold wünscht sich dennoch mehr Einsatz von der Politik und spricht von einem Politikversagen auf landes-, bundes- und europäischer Ebene. „Wir brauchen jetzt flexible, schnelle und unbürokratische Lösungen“ fordert der Oberbürgermeister.

Auch der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse betonte, dass Gmünd zweigeteilt fahren müsse: Sowohl in der Integration als auch bei der Aufnahme der Flüchtlinge. Von 42 Gemeinden im Ostalbkreis seien bisher nur 26 bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. In Schwäbisch Gmünd sind bisher über 800 Flüchtlinge dezentral untergebracht. In den Jahren 2016 und 2017 könnten weitere 400 bis 500 dazu kommen. Hier sei dringend die Bereitschaft aller Kommunen gefordert, so der Erste Bürgermeister.

Baubürgermeister Julius Mihm setzt sich zum Ziel die dezentrale Strategie des „Gmünder Wegs“ in einem nachhaltigen städtebauförderlichen Projekt umsetzen. „Das was wir bauen und den Wert den wir damit schaffen, soll nachhaltig allen Menschen in Schwäbisch Gmünd zugute kommen.“ Aus diesem Grund möchte die Stadt keine Wohncontainer aufstellen, in denen Flüchtlinge untergebracht werden, sondern ein dauerhaftes Wohnungsangebot schaffen, in dem nicht nur Flüchtlinge leben, sich individuell entfalten und wohlfühlen können. „Individualisierung statt Normierung“ so das Ziel des Baubürgermeisters. CDU Stadtrat und VGW Aufsichtsratsmitglied Celestino Piazza stellte den Bautyp „Gamundia“ vor - eine multifunktionale, günstige und hochwertige Wohnform für Studenten, Familien, barrierefreies Wohnen für Senioren oder als Anschlussunterbringung für Flüchtlinge. Dies kann als Reihenhaus oder Doppelhaus nebeneinander, als mehrstöckiges Haus übereinander oder als Wohninsel mit Grünfläche gebaut werden. Als „Gmünder Serienfertigung“ sollen ansässige Bauunternehmen das Haustyp „Gamundia“ bauen. Der Mietpreis soll mit Nebenkosten unter 6 Euro pro Quadratmeter bleiben.

Im ersten Schritt ist nun die Koordination der privaten Wohnsangebote gefragt, in einem zweiten Schritt soll der Entwurf des Wohnungstyps „Gamundia“ im Verwaltungsausschuss, am Mittwoch, 11. November, diskutiert werden. Bereits mitten nächsten Jahres könnten die ersten „Gamundia Häuser“ fertiggestellt werden.

Als Gemeinschaftsaufgabe sieht Daniela Dinser, Leiterin der Stabstelle Flüchtlingshilfe, die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen. „Wir haben in der Stadt Strukturen geschaffen, sowohl intern als auch extern, um uns auf die zukünftige Situation vorzubereiten. Kommunikation ist der Schlüssel.“ so Daniela Dinser.
 
 

Mit einem Stern * gekennzeichnete Felder bitte unbedingt ausfüllen.


Datenschutz