Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Oktober
30
2015
Erinnerungszeichen an die Synagoge Schwäbisch Gmünd

Am Montag, 9. November, findet die feierliche Übergabe des Erinnerungszeichens an die ehemalige Synagoge in Schwäbisch Gmünd statt. Am Freitag, 30. Oktober fand das Pressegespräch mit den Verantwortlichen statt...

Schwäbisch Gmünd (sv). Sparkassendirektor Carl Trinkl begrüßte am Freitag, 30 Oktober, die Anwesenden des Pressegespräches und unterstrich die Bedeutung des Projektes für die Sparkasse, weil diese sich dem Thema und der Verantwortung stellt. Auch Oberbürgermeister Richard Arnold sieht eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte, um die Erinnerungskultur fortzuführen. „Das Miteinander ist das, was Kraft gibt. Deshalb liegt es nun an uns Bürgerinnen und Bürgern, wie wir damit umgehen, so das Stadtoberhaupt.

„Das Zeichen der Erinnerung“, ein Treppe am Bockstor/Ecke Robert-von-Ostertag-Straße ist ein Mahnmal an die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde von Schwäbisch Gmünd, die einst dort stand, wo sich nun das Hauptstellengebäude der Sparkasse befindet.

Im Jahr 2013 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, mit dem Ziel im öffentlichen Raum ein Zeichen der Erinnerung an die Synagoge und das ehemalige jüdische Leben in Schwäbisch Gmünd zu setzen. Neun Hochschulbeiträge wurden von der Hochschule für Gestaltung eingereicht. Der Vorschlag von Andrea Kastner, eine Treppenplastik, die die Treppe in der ehemaligen Synagoge darstellt, gewann. Über die Treppe sind die Menschen der Gemeinde damals zum Gottesdienst gegangen. Auf dem Zugangsweg zu dieser Treppe befinden sich die Namen der Mitglieder der ehemaligen jüdischen Gemeinde. Der Blick von der Treppe zeigt auf den ehemaligen Standort der Synagoge. „Viele Passanten, die die Treppe schon einmal gesichtet haben, reden von einer Treppe ins nichts, ich spreche von einer Treppe ins Alles, denn jeder kann auf vielfältige Art assoziieren, was es damit auf sich hatte und einen anderen Blickwinkel erhalten“, so der Baubürgermeister Julius Mihm. Die Treppe soll zum Denken anregen.

„Der 9. November ist zwar kein Tag zum Feiern, aber ein Tag des intensiven Gedenkens“ so der Kurator des Projektes Dr. Tobias Wall. Deshalb wurde der 77. Jahrestag der Reichspogromnacht für die Einweihung des Mahnmals gewählt. Ein außergewöhnliches Programm erwartet die Teilnehmer. So wird der Württembergische Landesrabbiner Netanel Wurmser das Erinnerungszeichen an die Öffentlichkeit übergeben, 25 jüdische Nachkommen der ehemaligen jüdischen Gemeinde werden aus der ganzen Welt nach Schwäbisch Gmünd reisen, um an den Feierlichkeiten teilnehmen. Darüber hinaus wird ein besonderes Filmdokument mit einem bewegenden Interview des letzten Kantors und Religionslehrer der jüdischen Gemeinde, Josef Wochenmarks, gezeigt. Der Sohn des Kantors, Arnold Marque, wird an der Feierstunde persönlich anwesend sein.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der Übergabe und dem damit einhergehenden gemeinsamen Erinnern teilzunehmen. Um eine Anmeldung bei der Kreissparkasse wird gebeten unter der Rufnummer: 07171/6080.
 
 

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