Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Januar
13
2016
Förderprogramm „Mittendrin“

Das Projekt „Teilhabe durch Ehrenamt“ erfolgt in Zusammenarbeit des Jobcenter Ostalbkreis mit der Stadtverwaltung. Inge Pfeifer von der Stadtverwaltung sowie Alexandra Melein vom Jobcenter sind die Ansprechpartnerinnen...

Schwäbisch Gmünd (sv). Am Mittwoch, 13. November, begrüßte der Geschäftsführer des Jobcenters Ostalbkreis, Thomas Koch und der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse alle Anwesenden zum Modellprojekt „Teilhabe durch Ehrenamt“ im Jobcenter. Wichtig ist es, dass alle Menschen wieder zu einer Beschäftigung zurück finden, so Thomas Koch, dafür steht das Jobcenter mit all seinen Möglichkeiten. Genau hinschauen, individuell auf Personen eingehen und nicht nur nach Vorgang einen Fall bearbeiten, dass ist das Geheimrezept für eine gelungenen, individuelle Rückführung auf den Arbeitsmarkt, so Bürgermeister Bläse. Ansprechpartner für das Modellprojekt „Teilhabe durch Ehrenamt“ sind Alexandra Melein vom Jobcenter und Inge Pfeifer von der Stadtverwaltung, Amt für Familie und Soziales.

Das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg unterstützt
Langzeitarbeitslose, die schwere oder nicht abbaubare Vermittlungshemmnisse haben oder auf dem ersten Arbeitsmarkt fast keine Chance haben, auf eine dauerhafte Beschäftigung. Seit Juli diesen Jahres wird in Schwäbisch Gmünd das Projekt „Teilhabe durch Ehrenamt“ im Rahmen des Förderprogramms „Mittendrin“ des Sozialministeriums durchgeführt. Die Stadtverwaltung konnte in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Ostalbkreis Langzeitarbeitslosen bei denen eine unmittelbare Integration in den Arbeitsmarkt aktuell nicht realisierbar ist, eine sinnvolle Beschäftigung in verschiedenen Bereichen vermitteln.

Aus der Freiwilligen-Survey 2012 geht hervor dass nur rund 20 Prozent aller ALG-2-Empfänger in Deutschland ein Ehrenamt ausüben. Der Freiwilligen-Survey sagt außerdem, dass die Zahl der Arbeitslosen, die sich freiwillig bürgerschaftlich engagieren generell klein und die der ALG II Empfänger sogar fast „verschwindend“ gering ist.
Diejenigen, die sich dennoch ehrenamtlich engagieren, erledigen ihre Tätigkeiten mit Freude. Sie erhalten dabei eine große Wertschätzung und diese ist auch ohne Entlohnung für sie sehr bedeutsam. Dieses Projekt soll eine Möglichkeit an der sozialen Teilhabe bieten. Der soziale Kontakt und die Möglichkeit der Mitgestaltung bieten ihnen einen Platz in der Gesellschaft und einen strukturierten Tagesablauf. Die Erweiterung der Kenntnisse und Kompetenzen, die das jeweilige Ehrenamt bietet, können zur persönlichen und positiven Weiterentwicklung von Langzeitarbeitslosen beitragen. Sie erhalten Zugang zu anderen Netzwerken und verschiedenen Personengruppen. Die Anerkennung für diese Menschen ist das Gefühl gleichberechtigte und selbstbestimmte Mitglieder der Gesellschaft zu sein. Um ehrenamtliche Tätigkeiten gezielter und gesteuerter als Ersatz oder Hinführung zu einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu nutzen, wurde ein „Modellprojekt Ehrenamt“ zusammen mit der Stadt Schwäbisch Gmünd initiiert. Neben den gesellschaftlichen Aspekten, wie dem Bedürfnis zur Mitgestaltung, sowie dem Wunsch nach sozialen Kontakten und Einbindung, ist die Erweiterung von Kenntnissen und Schlüsselkompetenzen eines der Hauptmotive ehrenamtlicher Tätigkeiten. Für Personen, bei denen eine unmittelbare Integration in den Arbeitsmarkt aktuell nicht realisierbar ist, kann das Ehrenamt eine Möglichkeit bieten, die zuvor beschriebenen Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln. Die berufliche Eingliederung des Arbeitslosen hat Vorrang vor der Ausübung einer ehrenamtlichen Betätigung. Deshalb erfolgen Angebote einer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Regel nur an Personen die arbeitsmarktfern sind, also in der Regel der Profillage D oder E angehören. Also Personen, die schwere Vermittlungshemmnisse haben. Bei ihnen steht die persönliche Stabilisierung im Vordergrund. Die Arbeitsmarktintegration wird erst mittel- bis langfristig angestrebt. Oder Personen, die nicht abbaubare Vermittlungshemmnisse, wie dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen und/oder Lernbehinderung, aber hohe Motivation haben. Das Jobcenter wählt die in Frage kommenden Personen über ihre Fallmanager/-innen aus. Die Fallmanagerin Alexandra Melein betreut schwerpunktmäßig das Projekt „Teilhabe durch Ehrenamt“. Bei ihr laufen im Jobcenter die Fäden zusammen. Die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd hat die Aufgabe für den Personenkreis geeignete ehrenamtliche Tätigkeitsfelder zu akquirieren. Dies erfolgt durch die Mitarbeiterin der städtischen Stabsstelle für Bürgerschaftliches Engagement Inge Pfeifer. Die Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement und die Fallmanagerin im Jobcenter sind die beiden Personen, die dieses Projekt schwerpunktmäßig durchführen Sie bilden die Brücke für die Langzeitarbeitslosen in eine ehrenamtliche Tätigkeit. Die Langzeitarbeitslosen werden weiterhin von ihrem Fallmanager betreut, auch in Sachen Ehrenamt, und helfen bei der Auswahl des passenden Platzes. Zudem gibt es eine Vermittlung der passenden Ehrenamtsstelle, durch die Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement und einen Ansprechpartner in der jeweiligen Ehrenamtsstelle. Es ist wichtig, die Arbeitslosen zu begleiten und ihnen auch im Ehrenamt einen Ansprechpartner zu zusichern. Bei ihrem Einstieg in die Tätigkeit dürfen sie sich nicht alleingelassen und überfordert fühlen. Die Ehrenamtsstelle sollte lediglich dafür sorgen, dass den Ehrenamtlichen nicht zusätzlich Kosten entstehen. Deshalb sollten zum Beispiel die Fahrtkosten durch die Institution oder durch das Jobcenter übernommen werden. Begonnen wurde dieses Projekt mit acht Kunden und sechs Institutionen. Die Rückmeldungen der Kunden und der Institutionen sind durchgängig positiv. Aus diesen ehrenamtlichen Tätigkeiten gingen schon Arbeitsverträge hervor. Es gibt bereits andere Städte, die diese Idee übernommen haben. Bei der heutigen Veranstaltung soll es einen Erfahrungsaustausch der Langzeitarbeitslosen im Ehrenamt und der Institutionen geben. Neue Ehrenamtliche sollen vermittelt werden. Die Veranstaltung soll auch genutzt werden, um Dank zu sagen. Der Erste Bürgermeister Dr. Joachim Bläse sowie der Geschäftsführer des Job Centers Thomas Koch begrüßten die Organisationen und Gäste und für die musikalische Umrahmung stimmte der Chor Tiramisu der Klosterbergschule zur Veranstaltung ein. Weitere Informationen geben Inge Pfeifer, Rufnummer: 07171/603-5020, E-Mail: ingeborg.pfeifer@schwaebisch-gmuend.de oder Alexandra Melein, Rufnummer: 07171/1048-4488, E-Mail: alexandra.melein@ostalbkreis.de.
 
 

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