Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Februar
10
2016
Jetzt ist das Gmünder Malerquartett vollständig

Der Maler des „Herrenberger Altars“, Jörg Ratgeb, komplettiert nach 125 Jahren dank des Engagements von Gerhard Walter Schwarz auch in Stuttgart die Gmünder Kunsthistorie...

Schwäbisch Gmünd (gs). Jörg Ratgeb wird nach 125 Jahren als Gmünder Künstler von der Staatsgalerie Stuttgart anerkannt und vervollständigt zusammen mit Hans Baldung Grien, Hermann Pleuer und Emanuel Leutze abschließend das Gmünder Malerquartett. Aus diesem Anlass besuchte Bürgermeister Julius Mihm, mit dem Vertreter des Gemeinderates, Professor Dr. Kurt Weigand und Gerhard Walter Schwarz am Montag, 3. Februar, die Staatsgalerie Stuttgart. Jörg Ratgeb wird nun auch von der Staatsgalerie in Stuttgart als aus „Schwäbisch Gmünd oder Stuttgart“ stammend anerkannt. Gerhard Walter Schwarz ist es nach dreieinhalb jährigem Schriftwechsel gelungen, Professorin Dr. Christiane Lange, die Leiterin der Staatsgalerie, von der Herkunft Ratsgebs zu überzeugen. Als historische Person des Bauernkrieges 1525 wurde er in Pforzheim 1526 zum Tode durch Vierteilung mit Pferden verurteilt, was ihn für lange Zeit als Hoch- und Landesverräter zur Persona non grata in Gmünd machte. Grundlage und Basis war für Gerhard Walter Schwarz zunächst eine Erstausgabe des DDR-Historikers Wilhelm Fraenger von 1974. Er hatte sich bis zu seinem Tode dreißig Jahre lang mit dem Werk Ratgebs befasst und war auch im Kontakt mit dem Stadtarchivar Albert Deibele. Dadurch angespornt versuchten verschiedene Gmünder Historiker, wie Studienprofessor Hans-Wolfgang Bächle, Professor Hermann Kissling und Dr. Klaus Herrmann das Mysterium „Ratgeb“ für Gmünd zu entdecken. Dr. A. Monzer verfasste einen Roman zum Leben Ratgebs und auch die „Gmünder Bühne“ hielt mit ihrem Schauspiel die Erinnerung an den Gmünder Kunstmaler wach. Die Staatsgalerie Stuttgart sah die Herkunft Ratgebs als „im Dunkeln“ liegend, dies veranlasste Gerhard Walter Schwarz ab März 2012 zu einem Schriftwechsel mit Dr. Elsbeth Wiemann, Oberkonservatorin für Altdeutsche und Niederländische Malerei, in welchen sich dann auch die damals neu eingesetzte Leiterin der Staatsgalerie Christiane Lange mit einbrachte. Gerhard Walter Schwarz sammelte akribisch alle Hinweise, sowohl von Kunsthistorikern als auch Historikern, die als Indizienbeweise für die Herkunft von Jörg Ratgeb dienten, zunächst vergeblich. Die Diskussionen um Ratgeb beschäftigten die Stadt und auch den Kreistag schon früher, als es darum ging dem damals neu erbauten Gymnasium im Schulzentrum Bettringen einen Namen zu geben, in Anlehnung an das Hans-Baldung-Gymnasium und das Parler-Gymnasium. Der plötzliche Tod von Oberbürgermeister Scheffold beendete dann die Suche zu dessen Gunsten. Ratgeb erhielt dafür den „Ratgeb-Saal“ im Congress-Centrum Stadtgarten, das jetzt auch passenderweise über einen Leutze-Saal verfügt. Schwäbisch Gmünd als Stadt der Kunst und Kultur hat Dank des Engagements von Gerhard Walter Schwarz jetzt jedenfalls den „Verlorenen Sohn“ Jörg Ratgeb wieder.

 
 

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