Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

März
04
2016
Erich Heckel-Schau endet mit Führung

Am Sonntag, 6. März, endet die Werkschau mit 60 Landschaftsaquarelle, Zeichnungen und Grafiken des großen Expressionisten...

Schwäbisch Gmünd (sv). „Heckels Auge verhilft auch unserem zu neuer Erkenntnis vom Wesen der Dinge.“ – Wie treffend diese Einschätzung des Kunsthistorikers Paul Ortwin Rave die Landschaften Erich Heckels charakterisiert, lässt sich aktuell in der Ausstellung „Orbis Pictus“ ablesen, die im Museum im Prediger an die 60 Landschaftsaquarelle, Zeichnungen und Grafiken des großen Expressionisten zeigt. Am Sonntag, 6. März, allerdings endet die Werkschau. Zum Abschluss gibt es um 15 Uhr noch einmal eine Führung mit Museumsleiterin Dr. Monika Boosen. Erich Heckel (1883-1970), Mitglied der Künstlergruppe „Brücke“ und Hauptvertreter des Expressionismus in Deutschland, gehört zu den wichtigsten Landschaftsmalern in der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Ab 1921 bis an sein Lebensende unternahm er ausgedehnte Reisen durch ganz Europa. Auf seinen Reisen sammelte er den Stoff für seine Kunst. Überall hielt er zeichnend seine Umgebung fest: Berg-, Fluss- und Seelandschaften wie auch Stadt- und Hafenansichten. Nach den Skizzen fertigte er im Atelier zahlreiche, sorgfältig ausgeführte Aquarelle, im Weiteren auch Gemälde. Hierdurch entstand in seiner Malerei eine fast flächendeckende Darstellung der Landschaften und Städte der durchreisten Gegenden.

Mit repräsentativen Arbeiten vergegenwärtigt die Ausstellung im Museum im Prediger nahezu das gesamte Schaffen des Künstlers: vom Ausklang des expressionistischen Frühwerkes über die individuelle Stilausprägung des reifen Malers in den 1920er und 30er Jahren bis hin zum Neuanfang nach 1945 und dem Spätwerk der 1950er und 60er Jahre. Einen Schwerpunkt der Gmünder Schau bilden die späten Berglandschaften, in denen Heckel die Schweizer Alpen erkundete und dabei häufig im Oberengadin unterwegs war. Die Faszination für die wuchtige Monumentalität der Berge und die karge Hochgebirgslandschaft aus Fels, Schnee, Eis, Wasser und wenig grünem Moos mündete in eine Fülle von Aquarellen und Zeichnungen. In diesen Bildern verstärkte sich Heckels Interesse an Strukturen und Muster, die er in der Natur entdeckte. Sichtbar wird dies in einer reduzierten, grafischen Behandlung des Motivs und einer Konzentration auf die formale Wirkung, welche die Farbe in den Hintergrund treten lässt. Die Ausstellung verdankt sich großzügiger Leihgaben aus dem Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen und der Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern.

Bildbeilage
Erich Heckel, Gletscher und Felsen (Engadin), 1958, Aquarell, schwarze Kreide, 48,5 x 63 cm. © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen.

 
 

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