Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Februar
09
2001
Rathaus nach knapp hundert Jahren wieder Baustelle

Der Rathausumbau ist in vollem Gange

Schwäbisch Gmünd (sv) Wie ein Ausrufezeichen steht er neben dem barocken Rathaus - der stählerne Baukran. Und auf drei Seiten ist die städtische Verwaltungszentrale von Bauzäunen umgeben, der Umbau hat in dieser Woche begonnen. Bis im Juli 2002 werden nun nicht nur der Oberbürgermeister und seine Mitarbeiter die kommunale Verwaltung noch bürgernäher umbauen, sondern Handwerker bei Gesamtkosten von 4, 219 Millionen Mark mit Bürgerbüro im EG und einem Zugang schaffen, der das Gebäude der Bürgerschaft ohne Schwellen und Stufen zu Gemeinderat, Verwaltungsspitze und weiteren Ämtern erschließt.
Den Bürgern beim Besuch im Rathaus (auch wegen der vielen Dienstgebäude) Wege und damit Zeit durch ein Bürgerbüro im Rathaus-Erdgeschoss zu ersparen, war ein Ziel, das Oberbürgermeister Dr. Gerhard Rembold seit 1994 verfolgt. Im Grundsatz hat der Gemeinderat dies dann im September 1999 beschlossen. Eingehendere Untersuchungen durch das in der Renovierung und Modernisierung historischer Bauten erfahrenen Architektenbüro Meister+Wittich+Partner aus Stuttgart ergeben, dass das Gebäude nicht nur einer zurückhaltenden Modernisierung, sondern auch einer weitergehenden Sanierung bedarf - wobei der nördliche Teil direkt zum Marktplatz hin von Johann Michael Keller in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und der südlichere Teil vor nicht ganz hundert Jahren durch Johann Herkommer in barocken Formen erweitert und mit dem Lichthof charakteristisch geprägt wurde.
Renovierung und Umbau haben das Ziel, Räume für ein leicht zugängliches Bürgerbüro im Erdgeschoss zu schaffen. Dies hat Veränderungen vom Keller bis unter das Dach zur Folge: Die bislang im südlichsten Teil des Erdgeschosses untergebrachte Registratur des Bauordnungsamtes, deren Bestände häufig genutzt werden, soll eine Ebene tiefer in dem dafür herzurichtenden Keller Raum finden. Dazu muss auch die bisherige Heizanlage und vor allem der bislang genutzte Kamin aufgegeben und anderer Stelle im Keller eine neue, Energie sparendere Heizung ersetzt werden. Zudem wird in dem Keller der Unterbau des Aufzugs untergebracht, mit dem dann auch Gehbehinderte später in das erste, zweite und dritte Obergeschoss und somit zu Sitzungen des Gemeinderates wie zu Besprechungen oder zum Oberbürgermeister, zum Erstem Bürgermeister und den in Rathaus und Haus Rettenmaier auf diesen Ebenen zu findenden Ämtern gelangen können.
Der Zugang zum Rathaus für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer erfolgt nach dem Umbau vom Milchgässle aus. Dort wird unter der Brücke vom Rathaus zum Haus Rettenmaier (wie mitunter schon zur Zeit Johann Michael Kellers) ein Fenster in eine Tür verändert. Der Übergang selbst benötigt eine neue Metallverglasung, Dachdeckung und - angepasst an die Ausstiegsmöglichkeiten aus dem Aufzug - neue Fußbodenebenen.
Das Glasdach über dem Lichthof entspricht heutigen Anforderungen an den Wärmeschutz in keiner Weise und hat zudem in den fast einhundert Jahren ersichtlich gelitten. Es wird daher durch ein neues Metall-Glas-Oberlicht ersetzt, mit dem auch die heutigen Forderungen des Brandschutzes erfüllt werden.
Nach den vorbereitenden Arbeiten an Kanal- und Kabelanschlüssen im Milchgässle in den letzten Januartagen sind in dieser Woche eine zeitweilige Abschließung eines Teils des Erdgeschosses vom Lichthof sowie erste Wandausbrüche vorgenommen worden. Der Bauzeitenplan des die Arbeiten vor Ort begleitenden Gmünder Architekturbüros Schöne, Seeberger, Müller sieht vor, dass die Roh- und Stahlbauarbeiten und der Aufzugeinbau bis im Juli 2001 im wesentlichen erledigt werden. Zahlreiche Ausbaugewerke (so Sanitär, Heizung, Lüftung, Schlosser) werden dann bis Oktober durchgeführt werden (wobei auch der beiden Dienstgebäuden zugeordnete Sanitärtrakt im Haus Rettenmaier umgestaltet wird). Gipser und Trockenausbauer haben hauptsächlich von Oktober bis Anfang Januar 2002 zu tun. Wenn dann die Estriche im Erdgeschoss eingebracht sind, können die weiteren Ausbaugewerke vom Februar nächsten Jahres bis zum Juli das Rathaus für die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte herrichten (immerhin liegt die letzte Renovierung des Rathauses mehr als 25 Jahre zurück).
Neben den Mitarbeitern im Rathaus, die manchem Staub und Lärm durch den Umbau ausgesetzt sind, werden die Bürger es während der Umbauzeit zunächst etwas schwerer haben, sich im Rathaus zu orientieren, zumal der Hausdienst nicht mehr im Eingangsbereich zu finden sein wird. Er ist für die Bauzeit im früheren Laden der Firma Riether untergebracht. Dort kann - wie bisher - erfragt werden, wo welche Dienststelle der Stadtverwaltung zu finden ist. Wichtig für die in diesem Jahr stattfindenden Wahlen ist der Umzug des Wahlamtes in das Kornhaus. Mit Abschluss der Bauarbeiten entfallen solche Probleme, denn dann werden sehr viele Dienste der Stadt direkt im Bürgerbüro angeboten.
 
 

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