Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Februar
13
2001
Frauenfrühstück in der Spitalmühle

Niveauvolles Angebot für Frauen

Schwäbisch Gmünd (sv) Es geht weder um Strickmuster noch um die neuesten Backrezepte oder aktuellen Tratsch, wenn sich Frauen freitags zum gemeinsamen Frühstück in der Galerie der Spitalmühle treffen.

Seit über einem Jahr besteht das attraktive Angebot für Frauen, bei einem Tee oder Kaffee über Kunst, Geschichte, Literatur oder theologischen Fragen ins Gespräch zu kommen. Unter Leitung einer fachkundigen Referentin, die in das jeweilige Thema einführt, entwickelt sich wie von selbst ein Austausch unter den Frauen. Sie berichten über Besuche von Ausstellungen, Lebenserfahrungen oder Erinnerungen an literarische Parallelen zu dem jeweiligen Thema.

Am vergangenen Freitag trafen sich 15 Frauen, um dem Mythos des Einhorns, dem Tier, das es nicht gibt, auf die Spur zu kommen.

Dr. Monika Boosen, vom Museum der Stadt, berichtete von zahlreichen Legenden und verwies auf künstlerische Darstellungen des Tieres mit den magischen Eigenschaften, dass sich der Mensch zu allen Zeiten zu Nutzen machen wollte. Doch um das ungezähmte wilde Tier zu fangen bedurften die Männer zumeist der Frauen: Da das Einhorn sich angezogen fühlt von der Gestalt und dem Duft der Frauen, konnten die Jäger es erst fangen, wenn es sich sanft in den Schoss einer Frau niedergelassen hatte. So findet man zahlreiche Bilder oder Teppiche, auf denen die Frau und das Einhorn in einem paradiesischen Garten oder einer Oase dargestellt werden.

Im Mittelalter schwor man auf die heilende Wirkung des gedrehten Einhorns. Es sollte verseuchtes Wasser reinigen und pulverisiert gegen Krankheiten helfen. Schließlich brachten die geschäftstüchtigen Wikinger das Einhorn - das nur der Zahn des Narwals war – auf den Markt der Wunderheilmittel. Seine Macht, Unheil abzuwehren, seine ungezähmte Stärke und Sensibilität ist der Grund dafür, dass es dem Löwen, Adler oder Greif gleich in der Wappensymbolik verwendet wurde.

Gemeinsam erinnerten sich die Frauen bei der Veranstaltung in der Spitalmühle an Märchen, in denen das Einhorn vorkommt, an die frühen plastischen Darstellungen des Tieres in der Augustinuskirche und an Ausstellungen zum Einhorn, bei dem auch ein weibliches Einhorn – allerdings ohne Horn – dargestellt wurde. Lebhaft diskutiert wurde der Umstand, das das Einhorn die Nähe junger Frauen sucht, und die Tatsache, dass junge Mädchen eine Vorliebe für Pferde haben, die zugleich wild und sensibel sind wie das Einhorn.

Auch das nächste Frauenfrühstück verspricht interessant zu werden. Am 18. Mai leitet Dr. Gabriele Holthuis das Gespräch zum Mythos der Frau in der Kunst.
 
 

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