Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Dezember
21
2005
Kapitelsbibliothek in der Obhut der Stadt

Schwäbisch Gmünd (sv) Dekan Hermann Friedl und Oberbürgermeister Wolfgang Leidig unterzeichneten am Dienstag den Verwahrvertrag zwischen dem Dekanat Schwäbisch Gmünd und der Stadt. Nach diesem Vertrag verwahrt die Stadt in ihrem Stadtarchiv die Buchbestände der Kapitelsbibliothek Schwäbisch Gmünd. Künftig kann der wertvolle Buchbestand mit insbesondere theologischen Werken von der Frühzeit des Buchdrucks bis ins 20. Jahrhundert im Stadtarchiv wissenschaftlich genutzt werden.

Schwäbisch Gmünd (sv) Dekan Hermann Friedl und Oberbürgermeister Wolfgang Leidig unterzeichneten am Dienstag den Verwahrvertrag zwischen dem Dekanat Schwäbisch Gmünd und der Stadt. Nach diesem Vertrag verwahrt die Stadt in ihrem Stadtarchiv die Buchbestände der Kapitelsbibliothek Schwäbisch Gmünd. Künftig kann der wertvolle Buchbestand mit insbesondere theologischen Werken von der Frühzeit des Buchdrucks bis ins 20. Jahrhundert im Stadtarchiv wissenschaftlich genutzt werden.
 
Der Übergabe der Kapitelsbibliothek in die Obhut des Stadtarchivs gingen Gespräche zwischen Dekan Friedl, dem Leiter der Diözesanbibliothek Georg Ott-Stelzner und Vertretern der Stadt voraus. Dabei ging es zum einen um die gesicherte Unterbringung der Buchbestände und zum andern um die Zugänglichkeit für Nutzer. Nach der grundsätzlichen Einigung wurden die Buchbestände schon vorab dem Stadtarchiv übergeben. Dieses hat insbesondere die Werke aus dem 15. bis zum 19. Jahrhundert - sie nehmen etwa 120 Regalmeter ein - im Archivgebäude in unmittelbarer Nachbarschaft zu den verbliebenen Teilen der Gmünder Ratsbibliothek aufgestellt.  
 
In sechs Jahrhunderten haben die Kleriker in Schwäbisch Gmünd gemeinsam die Bibliothek aufgebaut und genutzt, die seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als "Kapitelsbibliothek" bezeichnet wird. Damals trennte sich das Gmünder Stiftskapitel vom Landkapitel. Nach dem Aufgehen der Reichsstadt im württembergischen Staat wurde zwar das Stiftskapitel aufgelöst, die Bücher blieben aber beim bald neu geschaffenen Gmünder Dekanat. Das Beschaffen von theologischer Literatur wurde vom Dekanatskapitel weitergeführt. So wurden auch Bände aus den früheren Gmünder Klöstern käuflich erworben, die so in Schwäbisch Gmünd verblieben, während andere in große Bibliotheken des Landes gelangt sind.
 
In der Gmünder Kapitelsbibliothek kann auch ein stück die Theologiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts nachverfolgt werden. Das Dekanatskapitel hat unter anderem die Tübinger Theologische Quartalschrift gesammelt, in der bemerkenswerte Artikel Tübinger Theologen  veröffentlicht wurden, in den sechziger Jahren unter anderem von Theologen wie Leo Scheffzyck (dem vor kurzem verstorbenen Kardinal), Hans Küng, Walter Kasper (Kardinal und Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen) und Josef Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI. Ebenso sind etliche Jahrgänge der in der Folge des 2. Vatikanischen Konzils erschienen Zeitschrift "Concilium" gesammelt worden. Da die Geistlichen in und um Schwäbisch Gmünd mehr und mehr selbst beachtliche theologische Bibliotheken erwarben, wurde die Kapitelsbibliothek nicht mehr in gleichem Maße genutzt wie zuvor. Dazu war die Unterbringung in geeigneten Räumen und die Betreuung der Bücher nicht mehr im gewünschten Maße möglich. daher trat Dekan Hermann Friedl Ende des Jahres 2004 an die Stadt heran mit dem Vorschlag, diese Bibliothek der Stadt in Obhut zu geben. Dies ist nun Wirklichkeit geworden.  

 
 

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