Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

Mai
08
2006
„Wohnen im Obstgarten“

Schwäbisch Gmünd (sv) Die Stadt Schwäbisch Gmünd strebt neben der Entwicklung der Innen- und Kernstadt das Schaffen von ausreichenden Wohnbaumöglichkeiten in den Ortsteilen an. Dabei soll vor allem die ja ausreichend vorhandene Infrastruktur (Kindergarten, Schule, Lebensmittelnahversorgung). in den Stadtteilen genutzt werden. Der Ortsteil Wetzgau/Rehnenhof mit derzeit 3.930 Einwohnern verfügt über all diese Einrichtungen. Darüber hinaus ist er gut an das öffentliche Straßennetz und den öPNV angebunden. Da im bestehenden Ortsgebiet von Wetzgau keine Wohnbaulandreserven mehr verfügbar sind, sollen durch Ausweisung eines neuen Baugebietes wieder Möglichkeiten für Wohnungsbau geschaffen werden.

Schwäbisch Gmünd (sv)  Die Stadt Schwäbisch Gmünd strebt neben der Entwicklung der Innen- und Kernstadt das Schaffen von ausreichenden Wohnbaumöglichkeiten in den Ortsteilen an. Dabei soll vor allem die ja ausreichend vorhandene Infrastruktur (Kindergarten, Schule, Lebensmittelnahversorgung). in den Stadtteilen genutzt werden. Der Ortsteil Wetzgau/Rehnenhof mit derzeit 3.930 Einwohnern verfügt über all diese Einrichtungen. Darüber hinaus ist er gut an das öffentliche Straßennetz und den ÖPNV angebunden. Da im bestehenden Ortsgebiet von Wetzgau keine Wohnbaulandreserven mehr verfügbar sind, sollen durch Ausweisung eines neuen Baugebietes wieder Möglichkeiten für Wohnungsbau geschaffen werden.
 
Im Jahr 2004 ließ die Stadt Schwäbisch Gmünd über ein Gutachterverfahren Vorschläge zu einer Bebauungsplanung für ein insgesamt 7,9 ha großes Gebiet im Westen von Wetzgau erarbeiten. Dieses Gebiet schließt direkt an die Anfang der 60er Jahre entstandene Siedlung Wetzgau Nordwest an. Fünf Büros wurden mit der Ausarbeitung einer Konzeption für ein Wohngebiet beauftragt. Folgende Kriterien sollten erfüllt werden:
 
-     Anbindung des Wohngebiets an den bestehenden Ortskern unter Berücksichtigung der vorhandenen Siedlungsstruktur.
 
-     Einbindung des Wohngebiets in die vorhandene Landschaft unter Berücksichtigung der topo-        graphischen und naturräumlichen Gegebenheiten sowie des Vegetationsbestandes.
 
-     Entwicklung eines ‚robusten Strukturkonzeptes’, das über einen längeren Zeitraum stufenwei-       se, in jedem Falle aber Bauabschnittsweise, umsetzbar ist.
-     Entwicklung der Siedlung ausschließlich mit Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern. Für Ge-       schosswohnungsbau besteht im Ortsteil Wetzgau kein Bedarf.
-     Für das gesamte Wohngebiet sind ca. 100-120 Wohneinheiten vorzusehen, davon 65 % Ein-        zelhäuser, 25 % Doppelhäuser und 10 % Reihenhäuser
 
 
 
-     der Anteil öffentlicher Flächen soll keinesfalls 30 % überschreiten, sondern möglichst deutlich        darunter liegen.
 
-     Anbindung des künftigen Baugebiets über einen neu zu bauenden Kreisverkehr.
-     Innere Erschließung möglichst sparsam und weitgehend verkehrsberuhigt; Vermeidung von        Durchgangsverkehr.
 
-     Familienfreundliches Bauen
 
Die Entscheidung fiel zu Gunsten der Konzeption des Architekturbüros Bernhard Landbrecht aus. Sie schlägt vor:
 
a) Städtebau
Die Anbindung des neuen Wohngebiets an die bestehende Bebauung wird durch die Entwicklung einer Haustypologie mit abgestuft verdichteten Wohnformen erreicht (Einzelhäuser in Südausrichtung - verdichtete Einzelhäuser - Doppelhäuser - Kettenhofhäuser als südlicher Abschluss). Die robuste städtebauliche Struktur ermöglicht eine stufenweise Realisierung, insbesondere in klar definierten Teilquartieren, die jeweils auch über einen längeren Zeitraum Ortsrandfunktion übernehmen können. Die Konzeption des Wohngebietes schafft mit überwiegend süd- bzw. südwestorientierten kompakten Gebäuden optimale Rahmenbedingungen für energiesparendes Bauen. Für das besondere Quartier in den Obstwiesen wird bewusst eine maßvoll verdichtete Kettenhofbebauung vorgeschlagen, die mit Hausbreiten von 9 m sowohl im Freiraum, als auch im Gebäude über einen hohen individuellen Wohnwert verfügt. In Verbindung mit den bestehenden bzw. ergänzten Obstbaumreihen entstehen Spiel- und Aufenthaltsflächen mit überdurchschnittlicher Wohnumfeldqualität "Wohnen im Obstgarten".
 
b) Familienfreundliches Bauen
       Familienfreundliches Bauen heißt vor allem Städtebau und Grundrisse sind so angelegt, dass       innerhalb eines Gebäudes möglich ist:
-     Wohnen und Arbeiten
-     Flexible Grundrisse für lebenslanges Wohnen (im Alter eine kleinere Wohnung)
-     Generationenwohnungen für die Nutzung als Mehrgenerationenhaus, in denen in abgeschlos-        senen Wohneinheiten Eltern mit Kindern und Großeltern leben können.
 
c) Erschließung
Übergeordnet ist das Quartier über einen kleinen Kreisverkehr an die bestehende Kreisstraße K 3268 und an die Kolomanstraße angebunden. Die äußerst sparsame innere Erschließung geht von einem Netz verkehrsberuhigter Wohnstraßen und Wohnwege aus, das die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum betont.
Die minimierten Zufahrten zu den privaten Stellplätzen / Garagen ermöglichen einen geringen Versiegelungsgrad, hohe Wirtschaftlichkeit und geschützte private Freibereiche.
Zusätzliche Rad- und Fußwege schaffen Querverbindungen auch innerhalb der Teilquartiere.
 
d) Landschaft - Grün - Ökologie - Energie
Durch die kräftig ausgeformten ökologischen Trittsteine wird die Grünstruktur des neuen Baugebietes mit den angrenzenden Landschaftsbereichen vernetzt. Besonderes Augenmerk wird auf die Ausformung und Stärkung eines attraktiven Wohnumfeldes in Verbindung mit den Obstwiesen im östlichen Teilquartier gelegt.
Der natürlichen topografischen Situation folgend, wird Oberflächenwasser - beginnend in der Raumfolge des Akazienhains - landschaftlich gestalteten Retentionsmulden und nur soweit erforderlich dem Deinbachgraben zugeführt.
 
Aufgrund der Ausrichtung der Anordnung und Struktur der Häuser sind alle Voraussetzungen gegeben für Niedrigenergie- bis Nullenergiehäuser möglich.
 
e) Lärmschutz
Die südlich des Quartiers verlaufende Kreisstraße K 3268 mit hoher Verkehrsbelastung erfordert eine wirksame Abschirmung, insbesondere für die Freibereiche im unmittelbaren Umfeld der Wohnhäuser. Durch eine leichte Modellierung des natürlichen Südhangs zu einer "Lärmschutzkante" - etwa 2,5 m über Straßenniveau - werden die dahinter liegenden Freiräume und Gebäude ausreichend gegen Verkehrslärm geschützt.
 
Die Ausbildung eines gefassten Siedlungsrandes mit Kettenhofhäusern (Gartenhöfe, Wintergärten, Orientierung notwendiger Fenster auf die schallabgewandte Seite etc.) ergänzen diese Grundabschirmung zu einer optimierten Wohnqualität - in Korrelation mit der stufenweisen Entwicklung - auch für die dahinter liegende Bebauung.
 
Die Bebauung soll abschnittsweise verwirklicht werden. Der zur Beratung stehende 1. Abschnitt umfasst ca. 5,1 ha und bietet Raum für 55 Wohneinheiten.
 
Am Montag, 08.05.06 wurde der Bezirksbeirat Rehnenhof/Wetzgau über die Planung unterrichtet. Es soll nun in Kürze der Aufstellungsbeschluss im Gemeinderat gefasst und das Planverfahren so vorangetrieben werden, dass bis Ende 2006 der Bebauungsplan als Satzung beschlossen werden kann. Mit den Erschließungsarbeiten wird für Frühjahr 2007 gerechnet. So könnten erste Bauarbeiten an Wohnhäusern im Herbst 2007 beginnen, war vom Baudezernat der Stadt zu erfahren.

 
 

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