Pressemeldungen der Stadt Schwäbisch Gmünd

August
20
2014
„Das Geheimnis der Keltenfürstin“ auf der Landesgartenschau in Gmünd

Sie ist eine der geheimnisvollsten, eindrucksvollsten und spannendsten Frauen im Südwesten und nun besucht sie auch die 25. Baden-Württembergische Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd: Die Keltenfürstin der Heuneburg ist zusammen mit ihren einzigartigen Grabbeigaben ab Sonntag, 24. August 2014, bei der Sonderausstellung "Das Geheimnis der Keltenfürstin" im Erdenreich der Gartenschau zu bewundern...

Schwäbisch Gmünd (sv/lgs). Die Ende 2010 im Kreis Sigmaringen freigelegte Grabkammer einer vor ca. 2600 Jahren bestatteten frühkeltischen Fürstin gehört zu den wichtigsten und spektakulärsten archäologischen Entdeckungen der letzten Jahrzehnte in Deutschland. Nun kann das „Geheimnis der Keltenfürstin“ auch von den Besucherinnen und Besuchern auf der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd erforscht werden.
Bei den Ausgrabungen, die unter Laborbedingungen und Einsatz modernster Methoden in Kooperation mit dem Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie Schwäbisch Gmünd durchgeführt werden, sind einmalige Beigaben zum Vorschein gekommen, darunter zahlreiche Schmuckstücke aus Gold. Die Gold-, aber auch die umfangreichen Bernsteinbeigaben des Grabes, zeichnen sich durch ihre außergewöhnlich hohe kunsthandwerkliche Qualität aus und lassen auf intensive Kontakte der frühkeltischen Elite zu den Etruskern Mittelitaliens schließen.
Ein absoluter Glücksfall für die Wissenschaftler des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart sind die erhaltenen Hölzer der Grabkammer, die es - bisher einmalig für die Keltenzeit - erlauben, das Todesjahr der Fürstin naturwissenschaftlich exakt auf 583 v. Chr. festzulegen. Nur wenige Monate oder Jahre später wurde im selben Grabhügel, unmittelbar neben der Kammer der Fürstin, ein kleines zwei- bis dreijähriges Mädchen ebenfalls mit kostbarem Goldschmuck beigesetzt. Die Forscher vermuten, dass es sich um die Tochter der Fürstin handelte. Rätsel gibt auch noch der Fund des Skeletts einer zweiten erwachsenen Frau auf, die gemeinsam mit der Fürstin im zentralen Holzkammergrab gefunden wurde.
Die Ausstellung führt den Besucher in die faszinierende Welt der frühen Kelten, deren Ursprünge auch in Baden-Württemberg liegen, und das Geheimnis um die Keltenfürstin und ihre Begleiterinnen ein. Ein zweiter Schwerpunkt der Ausstellung dreht sich - passend zur Gold- und Silberstadt Schwäbisch Gmünd - um das Thema Gold, Design, Goldschmiedekunst und ihre Bedeutung früher und heute.

Die Kelten und der Ipf

Von Donnerstag, 21. August, an stehen die Kelten auch im Mittelpunkt der Ausstellung „der Ipf - ein frühkeltischer Fürstensitz“ im zweiten Obergeschoss im Forum Gold und Silber auf der Landesgartenschau in Gmünd.
Vor rund 14 Millionen Jahren entstand das Nördlinger Ries durch einen Meteoriteneinschlag. Das 30 km große, flache Becken teilt die Schwäbische von der Fränkischen Alb. Am westlichen Riesrand erhebt sich der 668 Meter hohe Ipf. Der gesamte Berg ist geprägt durch Wall- und Grabensysteme, die bis in die späte Bronzezeit zurückreichen. In seiner Umgebung gibt es eine Vielzahl von Siedlungen, Gräberfeldern der Hallstattzeit sowie keltische Viereckschanzen. Für die eisenzeitliche Kulturlandschaft war der Ipf ein Verkehrsknotenpunkt von überregionaler Bedeutung im Fernhandelsnetz zwischen Donau, Main und Neckar.
Er wird auf Grund entsprechender Funde zu den keltischen Fürstensitzen gerechnet. Neben einer Imposanten befestigten Höhensiedlung und importierten Luxusgütern aus dem Mittelmeerraum wurden 2001 die Kreisgräben von zwei monumentalen Grabhügeln entdeckt. Der kleinere enthielt eine Brandbestattung und ist mittlerweile rekonstruiert.
Wanderer und Radfahrer können den Ipf und seine Umgebung auf einem ausgeschilderten archäologischen Rundweg erkunden. Ausgangspunkte sind das Museum im Seelhaus in Bopfingen und das Goldbergmuseum in Riesbürg-Goldburghausen. Interessante historische und archäologische Führungen, auch mit ausführlichen Informationen über die Kelten und über die Ergebnisse der Grabungen, werden von der Stadt Bopfingen angeboten.

Info
Die Ausstellung „das Geheimnis der Keltenfürstin“ wird am Sonntag, 24. August um 11:30 Uhr durch Staatssekretär Ingo Rust vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft im Beisein von Oberbürgermeister Richard Arnold und Regierungspräsident Johannes Schmalzl eröffnet. Der Präsident des Landesamts für Denkmalpflege Prof. Dr. Claus Wolf und Diplom-Restauratorin Nicole Ebinger-Rist werden in die Ausstellung einführen. Ab 13 Uhr ist die Schau für die Öffentlichkeit geöffnet; Führungen gibt es um 14.30 Uhr, um 16 Uhr und um 17.30 Uhr. Parallel dazu verwandelt die Keltengruppe „Carnyx“ das gesamte Gelände an der Ausstellung mit Vorführungen und vielen Informationen in ein keltisches Lager.
Die Ausstellung „der Ipf - ein frühkeltischer Fürstensitz“ ist von Donnerstag, 21. August, bis Montag, 8. September zu sehen.
Beide Ausstellungen sind bereits im Eintrittspreis der Gartenschau enthalten und zu den entsprechenden Öffnungszeiten der Schau zu sehen.

 
 

Mit einem Stern * gekennzeichnete Felder bitte unbedingt ausfüllen.


Datenschutz