
Christine Eberhardt war 1989 Absolventin der Fachschule für Schmuck&Gerät in Schwäbisch Gmünd. Ihre Werkstatt betreibt sie im ehemaligen Stiftsgut St. Katharina, dessen Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht. Während ihres Starts in der eigenen Werkstatt wurde der Künstlerin ein ganz besonderer Auftrag zuteil. Sie fertigte für Professor Schlevogt eine Sammlung von 38 Rosenkränzen, die in ihrer modernen, unterschiedlichen Gestaltung eine sehr interessante Bereicherung für ein der religiösen Tradition verbundenes Thema darstellen. Der Sammlung wurden eigene Ausstellungen im Städtischen Museum Schwäbisch Gmünd und im Paramentenhaus „Wefers" in Köln gewidmet. Zu besonderen Ereignissen, wie z.B. zum 25-jährigen Berufsjubiläum im Jahre 2003, lädt die Künstlerin Interessierte zu Ausstellungen mit Konzert in ihr Atelier ein. Christine Eberhardt widmet sich als Goldschmiedemeisterin gerne der individuellen Schmuckgestaltung - und doch gehört ihre besondere Liebe dem Gefäß.
„Das Thema meiner Arbeit im weitesten Sinne ist das Gefäß - im Besonderen das Metallgefäß. In meinem Schaffen finden sich sowohl feine, edle, beständige, durch Material und handwerklich exakte Arbeit wertvolle Silbergefäße, wie auch große, grobe, dickwandige, schwere, rostige, vergängliche Eisengefäße". Die Gold- und Silberschmiedin bewegt sich zwischen diesen sehr gegensätzlichen Polen , die sich gegenseitig beeinflussen.
In den Entstehungsprozessen liegt viel Meditatives, das ihr immer wieder Ruhe und Gelassenheit gibt, sich dieser Aufgabe mit ganzer Konzentration zu widmen.
In erster Linie verwendet Christine Eberhardt Silber: sie schätzt die mattierte, gebürstete oder weiß gesiedete Oberfläche dieses feinen Metalls sehr. Bei ihren vielseitig verwendbaren, oft doppelwandigen Trinkbechern, werden Innen und Außen manchmal bewusst abgesetzt. Eine kleine Serie von Bechern zeigt das kostbare Silber im Inneren verborgen, das Äußere ist aus Zinn direkt darumgearbeitet . „Bei der Silberschmiedearbeit fasziniert mich immer wieder aufs Neue der Verwandlungsprozess der Silberscheibe von der Zwei- in die Dreidimensionalität, ins Volumen, ins Körperliche, in das Zusammenspiel von Außen und Innen". An der Drückbank entstehen Weinbecher aus Silber oder Aluminium, die durch Eloxieren in zartgrünen Pastelltönen einen ganz eigenen Charakter bekommen und dem klassischen, seit Jahrhunderten bekannten Typus des Bechers, eine besondere Note verleihen.
Seit 1999 beschäftigt sich Christine Eberhardt mit dem Thema Eisengefäße: Für diese zwischen 30 und 60 cm hohen Gefäßobjekte baut sie zunächst die Modelle. Die Originale werden dann in der Eisengießerei im Sandgussverfahren gefertigt. Die Oberfläche der unregelmäßig, teilweise stufig abgesetzten Gefäße erinnert an Basalt, erst bei näherer Betrachtung erkennt man das grobe, rostige Eisen.

Wenn sich die Goldschmiedin der Gestaltung von Anhängern für lange Ketten widmet, dann kommt sie oft auf kleine Gefäße zurück, die mit Perlen oder Farbsteinen kombiniert, Raum einnehmen. Immer wieder haben diese Objekte auch Amulettcharakter, es lassen sich ganz persönliche Schätze in ihnen verbergen. Steine, die ein besonderes Eigenleben ausstrahlen, wie Naturbernstein, Kieselstein oder ungeschliffener Marmor werden von der Künstlerin verarbeitet. Das reiche Farbenspiel von Perlen nutzt sie für ihren Halsschmuck, der durch geschickte Materialkombinationen die Aura der Perlen noch steigert. Darüber hinaus kommen Türkis, Turmalin oder Peridot in Kombination mit Silber und/oder Gold zur Anwendung. Beim Ansteckschmuck spielt die räumliche Entwicklung des Schmuckstücks keine unwesentliche Rolle: so manche Brosche ist durch ihre Vielschichtigkeit wie eine kleine Theaterbühne aufgebaut, die das Bild einer mehrteiligen Geschichte wiedergibt.
Ein jedes Schmuckstück und Gefäß ist in einer eigenen Behausung im Atelier inszeniert und ermöglicht dem Betrachter eine sehr persönliche Zwiesprache