
Am Ende standing Ovations, am Anfang die höchste Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbandes, die ein Feuerwehrmann bekommen kann: Gmünds Stadtbrandmeister Manfred Haag erhielt am Donnerstagabend bei seinem Abschied das Feuerwehr-Ehrenzeichen der Sonderstufe. Und dazu unzählige gute Worte des Lobes, der Anerkennung und des Dankes.
Allein die große Zahl der Gäste, gut 200, begann OB Wolfgang Leidig, sei ein „Ausdruck der Wertschätzung“. Leidig dankte Haag für seinen „unermüdlichen Einsatz“ in 44 Jahren als Feuerwehrmann und 15 Jahren in besonderer Verantwortung als Stadtbrandmeister. „Unermesslich war die Last, die Sie getragen haben“, sagte Leidig, Bezug nehmend auf tausende Einsätze, oftmals auch lebensgefährliche. Haags 44-jähriges Eintreten für die Sicherheit der Bürger, sagte Landesbranddirektor Hermann Schröder, sei eine „Leistung, die nicht hoch genug gewürdigt“ werden könne. Dazu gehöre auch, die zwölf Abteilungen Gmünds zu einer Familie zusammen zu führen. Dabei sei Haags Wirken auch geprägt von sozialem Engagement, zum Beispiel für die „Küche der Barmherzigkeit“ in Armenien oder aber für Familien seiner Feuerwehrleute. Jährlich zwei- bis dreimal werde das Ehrenzeichen vergeben, das Haag erhalte, ausschließlich für „über das Normale hinausreichendes Engagement“.
Drei Punkte kennzeichnen Haags Wirken für den CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Scheffold: Feuerwehr als Beruf über diese vielen Jahre sei keine Selbstverständlichkeit, ihm sei es gelungen, eine echte Gemeinschaft zu bilden, und er habe eine bemerkenswerte Jugendarbeit geleistet, weil „die Gmünder Feuerwehr immer Nachwuchs hat“. „Stolz, dass Du diese Auszeichnung bekommst“, war Kreisbrandmeister Otto Feil, für den Haag ein „alter Hase“ war, bei dem er immer Rat holen konnte. Am längsten mit Haag gearbeitet hat der Ehrenpräsident des Landesfeuerwehrverbandes, Rolf Englerth, der gewohnt launig Abschiedsworte sprach: „Jetzt darfst Du auch mal über die Stränge schlagen und musst nicht immer folgen.“ Dazu riet er ihm: „Loslassen, loslassen, loslassen.“ Ihn zu verabschieden, fällt nicht leicht, sagte Gmünds Polizeichef Helmut Argauer Dank für eine „ungewöhnliche Lebensleistung“. Argauer sang seinen Abschied, stellvertretend für den von Haag mitinitiierten Blaulicht-Stammtisch mit DRK, THW und MHD, mit Liedern wie „Deine Heimat ist die Feuerwehr“. Dafür, dass Haag ein offenes Ohr für die Notfallseelsorge hatte und diese in zehn Jahren „unverzichtbar“ geworden ist, gaben die Pfarrer Michael Gseller und Michael Benner dem Stadtbrandmeister zum Abschied ein Ständchen und das Kompliment, „für Gmünd ein Segen“ gewesen zu sein. Weit gereist waren Haags Feuerwehrfreunde Eric Molnar und Anton Roth: Sie kamen aus Gmünds Partnerstadt Székesfehérvár, um an Haags Abschied teilzunehmen und ihm – mit einem ungarischen Feuerwehrhelm – für Hilfe, Freundschaft, Partnerschaft zu danken.
„Die Leistung dieser Feuerwehr ist nur durch überdurchschnittliche Motivation möglich“, machte Haags Nachfolger Bernd Straile, dass hier jemand über Jahre als Vorbild und mit viel Fingerspitzengefühl wirkte. Und er ergänzte: „Diese Feuerwehr trägt Deine Handschrift.“ Dass diese Feuerwehr auch eine weibliche Handschrift hat, belegte die Abteilung XIV der Feuerwehrfrauen. Sie schenkten Haag ein paar gute Tröpfchen und Gymnastiktipps für ruhigere Tage.
Manfred Haag schließlich nahm die Ehrung „voller Stolz und stellvertretend an“, denn „die Feuerwehr ist kein Einzelkämpferjob“. Er sei nun an seinem persönlichen Ziel angelangt, „in der Überzeugung, dass der Einsatz sich gelohnt hat“. Er dankte allen, die ihn in all den Jahren begleitet haben, insbesondere aber seiner Frau Ingrid und seinen Söhnen Alexander und Stefan als „tragende Säulen für die sicherlich nicht immer einfache Arbeit“.
Quelle: Gmünder Tagespost