Schwäbisch Gmünd, 2012

Kunst aus einhundert Jahren 1909 – 2009. Highlights der Daimler Kunst Sammlung

15. Mai – 13. September 2009

Der Ausstellungssommer 2009 bringt eine der ältesten und bedeutendsten deutschen Unternehmenssammlungen von internationalem Renommee nach Schwäbisch Gmünd: die Daimler Kunst Sammlung. 1977 gegründet und durch kontinuierliches und konzentriertes Engagement aufgebaut, umfasst diese hochrangige Sammlung heute rund 1800 Arbeiten von mehr als 600 Künstlern. Die Highlights konzentriert vom 15. Mai bis 13. September das Museum im Prediger mit 100 Werken aus 100 Jahren. Die Werke, die teils erstmals zu sehen sind, erlauben einen einmaligen Überblick über bedeutende Entwicklungen und Stile der internationalen Kunst des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Wichtige künstlerische Richtungen und Gruppierungen sind mit repräsentativen und qualitativ hochwertigen Arbeiten ihrer Protagonisten vertreten. Versammelt sind Malerei, Skulptur, Fotografie und Videokunst – vom Bauhaus-Lehrer Josef Albers über die Pop-Art-Leitfigur Andy Warhol bis zur jungen amerikanischen Objektkünstlerin Andrea Zittel.

Eröffnung
Eröffnet wird die Werkschau am Freitag, 15. Mai, um 19 Uhr durch Oberbürgermeister Wolfgang Leidig. Für die Daimler AG spricht Jörg Howe, Leiter der Globalen Kommunikation des Unternehmens. Ausführungen zur Konzeption der Ausstellung geben Dr. Renate Wiehager, Leiterin der Daimler Kunst Sammlung, und Museumsleiterin Dr. Gabriele Holthuis.

Drei Ausstellungsorte
Für dieses umfassende Porträt der Daimler Kunst Sammlung stellt das Museum im Prediger erstmals drei Ausstellungsbereiche zur Verfügung: Während die Werkkomplexe der Klassischen Moderne und Nachkriegsavantgarde sowie Minimalismus-Positionen in den Wechselausstellungsräumen des Museums (1. Obergeschoss) zu sehen sind, präsentiert die Prediger-Galerie Pop Art, Readymade, internationale Gegenwartskunst sowie Auftragsarbeiten zum Thema Automobil; der Innenhof des Predigers ist zeitgenössischen Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen vorbehalten.

Kassische Moderne – von Josef Albers zur Nachkriegsavantgarde
Ausgangspunkt der Werkschau bildet Adolf Hölzel, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts richtungweisend an der Entfaltung abstrakter Tendenzen arbeitete. Hölzel, 1905 als Lehrer an die Stuttgarter Akademie berufen, zählte u.a. Willi Baumeister, Adolf Fleischmann, Camille Graeser, Oskar Schlemmer und Johannes Itten zu seinen später prominenten Schülern; von allen sind repräsentative Einzelwerke zu sehen. Zusammen mit wichtigen Arbeiten u.a. von Josef Albers, Jean Arp, Richard Paul Lohse und Georges Vantongerloo liefert der Werkkomplex der Klassischen Moderne ein hervorragendes Bild der Kunstentwicklung bis in die 1960er Jahre.

Europäisches Zero – Minimalismus in Europa und Amerika
ZERO als europäische Bewegung ist vor allem mit den Namen Heinz Mack, Herbert Oehm, Enrico Castellani und Dadamaino bedeutend vertreten. Die Verbindung einer europäischen strukturell-konstruktiven Malerei mit amerikanischen Tendenzen – Minimal Art, Farbfeldmalerei, Hard Edge und Op art – lässt sich beispielhaft an hochrangigen Arbeiten von Charlotte Posenenske, Franz Erhard Walther und Hanne Darboven ablesen. Als Referenzwerk reduktionistischer amerikanischer Malerei steht ein 1969 entstandenes Bild von Robert Ryman.

Internationale zeitgenössische Kunst
Aus gattungsübergreifenden Auffassungen speisen sich die Arbeiten so bedeutender Konzeptkünstler wie John M Armleder und Gerwald Rockenschaub. In Neo-Geo-Bildern, Objekten und Skulpturen, Poster- und Videoarbeiten lassen sie den Stilkanon der Moderne aus der Distanz der Pop- und Fluxus-Generation gleichsam Revue passieren, kritisch die Utopien der Moderne reflektierend. Internationale Minimalismus-Tendenzen werden weitergedacht unter anderem im Werk von Liam Gillick, Gail Hastings, Andrea Zittel, Mathieu Mercier. Substantielle Recherchen im Bereich neuer Bildmedien betreiben Jane Alexander, Are You Meaning Company, Sylvie Fleury, Philippe Parreno, Andrea Fraser, Kirsten Mosher, Guy Tillim, Vincent Szarek, Simone Westerwinter und Heimo Zobernig, die alle mit herausragenden Werken vertreten sind.

Car-related – Auftragswerke
Werke der Pop-Art-Leitfigur Andy Warhol aus seiner Serie „Cars“ und des New Yorker Künstlers Robert Longo aus der Reihe „Cars From Above“ stehen ganz im Zeichen des Themas Automobil. Beide Werkgruppen entstanden aus Auftragsvergaben der ehemaligen Daimler-Benz AG und bilden Glanzpunkte der Präsentation. Die Arbeiten von Warhol und Longo ergänzen Skulpturen und Bildobjekte, deren lackglänzende Oberflächen an Design und Ästhetik des Automobils anknüpfen sowie Videoarbeiten mit Referenzen an das Automobil.

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