Schwaikheim liegt 18 Kilometer nordöstlich von Stuttgart im Zipfelbachtal und zählt 9.500 Einwohner. Umgeben von malerischen Streuobstwiesen, die sich mit weiten, fruchtbaren Feldern und kleinen Hügeln abwechseln, versprüht Schwaikheim seinen ganz eigenen Charme. Dank der günstigen Verkehrsanbindung an die vierspurige B 14 und dem S-Bahn-Anschluss ist Schwaikheim ein interessanter Gewerbestandort. Leistungsfähige Handels-, und Handwerksbetriebe sowie Industrieunternehmen mit Weltruf haben sich hier angesiedelt. Das garantiert einen vollwertigen Branchenmix und ermöglicht ein reiches Warenangebot.
Nicht nur aufgrund der Nähe zur Landeshauptstadt ist Schwaikheim für Menschen aller Altersgruppen ein guter Ort zum Leben und Arbeiten. Die ausgezeichnete Infrastruktur, schöne Wohnlagen und das rege Vereinsleben tragen ebenfalls zur Attraktivität der Gemeinde bei. Sportstätten, betreute Seniorenwohnanlagen sowie verschiedene Freizeit-, Bildungs- und soziale Einrichtungen sichern die hohe Lebensqualität vor Ort. Dass die Schwaikheimer feiern können, stellen sie gerne unter Beweis. Zahlreiche Vereinsfeste laden das ganze Jahr über Gäste aus Nah und Fern zum Mitfeiern ein. Das bekannteste und größte Fest Schwaikheims, das dreitägige Fleckenfest mit vielen Live-Acts, findet alle zwei Jahre im Juli statt. Über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist das Cafe Rommel. Hier wird seit mehr als fünfzig Jahren gepflegt getanzt. Mit der französischen Partnerstadt Gorron im Département Mayenne hält die Gemeinde internationale Kontakte im vereinten Europa.
Die Naturdenkmale und Hohlwege Schwaikheims faszinieren Naturliebhaber und Wanderfreunde gleichermaßen. Der Hohlweg vom Erbachhof zur Linde ist Teil der alten Römerstraße nach Affalterbach. Bei einem Spaziergang zur Erbachlinde hat man eine herrliche Sicht zum Lemberg und in die Täler von Rems und Neckar. Für Radfahrer mit etwas Kondition empfiehlt sich die landschaftlich reizvolle „Korber-Kopf-Route“, die durch Schwaikheim verläuft. Für die Einkehr warten hier ein schönes Viertele aus der Gegend oder Most von einem nahen Gütle zum Vesper in einer der urigen Besenwirtschaften.
Geschichte
Das Zipfelbachtal ist seit der Jungsteinzeit besiedelt, das belegen zahlreiche archäologische Funde. Auf Schwaikheimer Gemarkung und in unmittelbarer Nachbarschaft lebten nachweislich Kelten, Römer und später Franken und Alemannen. Im Jahr 853 n.Chr. wurde Sueinincheim zum ersten Mal im Urkundenbuch des Reichklosters Lorsch an der Bergstraße erwähnt. Ab 1813 gehörte Schwaikheim zum Oberamt Waiblingen, aus dem 1934 der Landkreis Waiblingen wurde, der dann 1973 im neuen Rems-Murr-Kreis aufging. Der Ortsneckname Schwaikheims ist „Schlappohra“ ausgehend von folgender Geschichte: Der Herzog von Württemberg bereiste einmal seine Städte und Ämter. Schwaikheim lag ihm zu abseits und so wurde eine Delegation der Schwaikheimer an die Hohreuschstraße beordert. Die Abordnung fand sich an der befohlenen Stelle ein und wartete dort. Da aber die herzoglichen Wagen sich verspäteten und es recht kalt wurde, klappten die Schwaikheimer die Klappen ihrer Dreispitze herunter, um die empfindlichen Ohren besser zu schützen. Als sie so warteten und sich die Füße vertraten, kamen die herzoglichen Wagen um die Ecke. Bevor die Schwaikheimer ihre heruntergeklappten Dreispitze, die wie Schlappohren aussahen, wieder in Ordnung bringen konnten, waren die Wagen schon heran und ein lautes Gelächter erscholl: "Schlappohra, Schlappohra!". Die Schwaikheimer behielten im Umland diesen Necknamen.
Sehenswürdigkeiten
Der Obstbaumlehrpfad im Dornhau
Der etwa 1,5 Kilometer lange Pfad erschließt dem Besucher den Lebensraum Streuobstwiese. Beim Spaziergang durch den Dornhau lässt sich immer wieder Neues entdecken. 14 Informationstafeln entlang des Lehrpfads erklären anschaulich die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Wer von auswärts kommt, fährt mit dem Auto ins Schwaikheimer Industriegebiet Süd. Parkplätze gibt’s entlang der Alfred-Schefenacker-Straße. Zu Fuß geht’s dann entlang der ersten Obstbaumstückle den Berg hoch bis zu den Spazierwegen. Ein Stück geradeaus in Richtung B14-Auffahrt und dort steht dann das erste Schild des Streuobstlehrpfades Dornhau.
Heimatmuseum
Untergebracht ist das Museum im ehemaligen Milchhäusle. Hier hat der Heimatverein auf zwei Stockwerken und mit viel Liebe zum Detail das Alltagsleben vergangener Epochen auferstehen lassen. Bei seiner Zeitreise durch die Vergangenheit entdeckt der Besucher auch viele Werkzeuge und Erzeugnisse, die mit alten beziehungsweise mittlerweile ausgestorbenen Handwerksberufen zu tun haben. So zum Beispiel mit dem Beruf des Wagners oder des Leinwebers. Das Heimatmuseum beherbergt auch ein umfangreiches Fotoarchiv mit alten Bildern und Postkarten aus Schwaikheim, das ebenfalls besichtigt werden kann.
Alte Schmiede
Die Schmiede wurde bis 1984 als Huf- und Wagenschmiede betrieben. Hier wurden 50 Jahre lang Pferde beschlagen, eiserne Wagenreifen auf Holzräder aufgezogen sowie sämtliche Eisenteile für die Fuhrwerke gefertigt. Auch Werkzeuge wie Feldhauen, Pickel, Spaten, Schaufeln und Sensen wurden in der Schmiede gerichtet und Nägel geschmiedet. 1988 kaufte die Gemeinde das Anwesen und überließ die Schmiede dem Heimatverein. Seither dient sie als Schmiede-Museum – eines der wenigen in Deutschland. Gezeigt werden nicht nur die Werkstatt und die alten Werkzeuge. Man kann auch bei der Arbeit an der Esse zuschauen, sich dieses uralte Handwerk fachkundig erklären lassen oder sich selbst am Schmieden des heißen Eisens versuchen.
Mehr Informationen unter www.schwaikheim.de