Schwäbisch Gmünd, 2015

Reinhold Nägele. Wanderer zwischen den Welten

22. Mai bis 4. Oktober 2015

Schwäbisch Gmünd, 2015

Reinhold Nägele, Selbstportrait, 1930, Tempera auf Karton, 59 x 39,5 cm, Sammlung/Foto: Städtische Kunstsammlungen Murrhardt. © VG Bild-Kunst, Bonn 2015.

Eine bestechende Phantasie, ein skurril-hintergründiger Humor und eine erzählerische Detailfreude zeichnen das Werk von Reinhold Nägele (Murrhardt 1884-1972 Stuttgart) aus. In kleinformatigen wie kleinteiligen Bildern entfaltet er realistische und surreal-poetische Reflektionen der Welt von allgemeiner Gültigkeit, die in der deutschen Kunst der Zeit einmalig sind. Über 70 ausgewählte Arbeiten aus öffentlichen und privaten Sammlungen zeigen das vielseitige, sechs Jahrzehnte umspannende Werk des Künstlers in seinem ganzen Spektrum.
Reinhold Nägele zählt zu den bekannten Vertretern der figurativen Malerei im 20. Jahrhundert. Als Mitglied der von ihm mitbegründeten Stuttgarter Sezession und eine ihrer Leitfiguren besaß er kunstpolitisch große Bedeutung. Im Frühwerk findet Reinhold Nägele seine Motive in seiner schwäbischen Heimat. 1939 sah sich der Künstler gezwungen, mit seiner jüdischen Frau, der Ärztin Alice Nördlinger, die seit 1933 nicht mehr praktizieren durfte, über Paris und London nach New York zu emigrieren. Erst 1963 sollte Reinhold Nägele wieder endgültig in die Heimat zurückkehren.
In seinen Gemälden und Aquarellen gelangt Reinhold Nägele zu einem delikat verfeinerten Kolorismus, der Pinselstrich ist ebenso sicher wie locker auf die Leinwand gebracht, die Bildauffassung bezaubert in ihrer bisweilen naiven Anmutung. Auch die Druckgrafiken, zu denen unter anderem Radierungen gehören, bestechen durch ihr überaus feines Linienbild. Landschafts-, Stadt- und Straßenansichten sowie Porträts und Selbstbildnisse zählten, auch im amerikanischen Exil, zu den bevorzugten Sujets von Reinhold Nägele, der mit Recht als Chronist seiner Zeit bezeichnet werden kann.

Erich Heckel. Orbis Pictus – Landschaftsaquarelle

6. November 2015 – 7. Februar 2016

Schwäbisch Gmünd, 2014

Erich Heckel, Am Untersee, 1948, Aquarell, 44 x 49,5 cm. © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen.

Erich Heckel (Döbeln 1883-1970 Radolfzell) gehört zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Expressionismus. Als Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Brücke“ war er Anfang des 20. Jahrhunderts wegweisend für die moderne Kunst. Ab 1921 bis an sein Lebensende unternahm er ausgedehnte Reisen durch weite Teile Europas. Überall hielt er zeichnend und malend seine Umgebung fest: überwiegend Berg-, Fluß- und Seelandschaften wie auch Stadt- und Hafenansichten. In ihnen spiegelt sich inneres Empfinden, das ein geheimnisvolles Sein hinter der äußeren Erscheinung erahnen lässt. Aus diesem veritablen „Orbis pictus“ des Künstlers zeigt die Ausstellung in Kooperation mit dem Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen, und der Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern, rund 50 Aquarelle.

Emanuel Gottlieb Leutze zum 200. Geburtstag

6. März – 5. Juni 2016

Schwäbisch Gmünd, 2015

Emanuel Gottlieb Leutze (1816-1868), Tizians Lagunenfahrt, 1857, Öl auf Leinwand, Sammlungen Museum im Prediger

Es ist das bekannteste Gemälde der USA, eine Ikone der Nation und hängt, gewaltige 3,78 mal 6,47 Meter groß, im Metropolitan Museum of Art in New York: Washington Crossing the Delaware, gemalt 1851 von Emanuel Gottlieb Leutze (1816-1868), dessen Nachruhm sich mit dem Bild unauslöschlich verbindet. Den 200. Geburtstag des großen Malers feiert seine Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd mit einer umfassenden Werkschau im Museum im Prediger.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Präsentation ist Teil der Trilogie „Gmünd goes America“. Die Reihe porträtiert über das Jahr 2016 hinweg drei Künstlerpersönlichkeiten, die alle ihre Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd verlassen haben, um sich in den USA zu verwirklichen, beginnend mit Emanuel Gottlieb Leutze (1816-1868) über Emil Holzhauer (1887-1986) bis zu Regina Baumhauer (geb. 1962).

Die Ausstellung wird gefördert durch den
Innovationsfonds Kunst Baden-Württemberg

 

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