Schwäbisch Gmünd, 2016

Hermann Pleuer. Ein schwäbischer Impressionist

11. März – 10. Juni 2018

Schwäbisch Gmünd, 2017

Hermann Pleuer, Bahnhofshalle im Alten Stuttgarter Bahnhof, 1907, Öl auf Karton, 38,5 x 48,5 cm, Sammlungen Museum im Prediger

Hermann Pleuer, der 1863 in Schwäbisch Gmünd geboren wurde und 1911 mit noch nicht 49 Jahren starb, zählt zu den wichtigsten Vertretern des Impressionismus in Süddeutschland. Weithin berühmt wurde er durch seine Eisenbahnbilder, die für den Kunsthistoriker Otto Baum „hinter Monets Bildern des Gare Saint-Lazare nicht zurückstehen“. Doch Hermann Pleuers Bahnhofsbilder sind mehr als bloße Impressionen. Sie sind Sinnbilder eines Erlebnisses. An diesem Motiv interessierte ihn weniger der farbige Schein der Dinge als ihr Wesen, das sich dahinter verbirgt. Nur mittelbar aus dem Gegenstand gewonnen, leben Pleuers Bilder fahrender Züge, Bahnhöfe, Eisenbahnwerkstätten und Lokschuppen aus dem elementaren Gegeneinanderströmen von schweren opaken Farbmassen und transparenten farbigen Tönen, aus der Spannung von statischen und dynamischen Momenten und nicht zuletzt aus dem großzügig in Szene gesetzten Spiel von mit breitem Pinsel gesetzten Rhythmen, welche die Fläche in Atem halten. Hermann Pleuer war jedoch nicht nur der „Maler der Eisenbahn“, wie er oft verkürzt dargestellt wird. Darüber hinaus hat er im Figurenbild mit Badenden im Mondschein und im Landschaftsbild mit Motiven vornehmlich seiner Heimat hervorragende Werke geschaffen.
Ausgangspunkt der Ausstellung zum 155. Geburtstag des Künstlers ist der Bestand an 32 Gemälden Pleuers in den Sammlungen des Gmünder Museums. Ergänzt um bedeutende Leihgaben von Museen und Privatsammlungen ermöglichen über 50 Gemälde aus allen Schaffensperioden einen umfassenden Einblick in das facettenreiche Werk des Künstlers.
Eröffnung: Sonntag, 11. März 2018, 11 Uhr

Eugen Netzel. Goldschmied – Maler – Bildhauer

22. Juli – 30. September 2018

Schwäbisch Gmünd, 2017

Eugen Netzel, Stillleben mit Kanne und Becher, 1931, Tempera auf Papier, 50 x 35 cm.

„Was von seinem Schaffen geblieben ist, steht vor uns als eine erloschene Verheißung, die das Größere noch hätte erwarten lassen“, schrieb der Chronist Emil Gemeinder über den Gmünder Goldschmied, Maler und Bildhauer Eugen Netzel. Das war 1970 in Erinnerung an den 1944 in russischer Kriegsgefangenschaft mit nur 41 Jahren Verstorbenen. Durch den frühen Tod blieb aber nicht nur das Werk Eugen Netzels unvollendet. Auch das, was er in dem Jahrzehnt bis zum Zweiten Weltkrieg geschaffen hat, ist in seinem Umfang bis heute noch weitgehend unbekannt. Mit der Ausstellung vom 22. Juli bis 30. September 2018 gibt das Museum im Prediger nun einen umfassenden Überblick das vergessene Werk des Künstlers. Die Arbeiten stammen aus dem Nachlass, der dank einer umfangreichen Schenkung seit 2017 im Gmünder Museums verwahrt wird.
Eugen Netzel wurde am 28. September 1903 in Schwäbisch Gmünd geboren. Nach einer absolvierten Lehre im Edelmetallgewerbe studierte er von 1927 bis 1928 am Bauhaus in Dessau. Dort lernte er Wassily Kandinsky, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer und Paul Klee kennen, deren Anregungen er in sehr eigenständiger Weise in seiner Kunst verarbeitete. Dem streng sachlichen Studium der Natur maß Netzel hohe Bedeutung zu. Ein vornehmlicher Zug seines Werks ist die Schau des Wesentlichen. Die Breite seiner Motivwelt ist groß und umfasst das Stillleben ebenso wie die Landschaft und das Bildnis.
Eröffnung: Sonntag, 22. Juli 2018, 11 Uhr

 

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