Schwäbisch Gmünd, 2016

Stefan Rohrer. Roller Coaster

8. Juli – 10. September 2017

Schwäbisch Gmünd, 2016

Stefan Rohrer, Roller Coaster, 2009, Motorräder; Stahl; Lack, 720 × 140 × 80 cm. Foto/Courtesy: Galerie Scheffel, Bad Homburg v. d. H.

Das Werk von Stefan Rohrer dreht sich um das wohl wichtigste Kulturgut des 20. Jahrhunderts, um einen modernen Mythos, ja gar einen Fetisch: das Auto. Alte Autokarosserien, Motorroller und Modellautos zerlegt er in ihre Einzelteile. Neu zusammengesetzt, schweißt, schraubt und schleift er daraus in Popfarben lackierte und auf Hochglanz polierte Skulpturen, die mit bekannten Formen beginnen und sich alsbald im Fantastischen verlieren. Mit größter handwerklicher Finesse streckt, dehnt, verjüngt und verformt er sein ungewöhnliches Material zu dynamischen Gebilden, die mal elegant geschwungen, mal in wilden Loopings in den Raum ausgreifen, gleichsam abheben und aus der Bahn geraten. Mit hintergründigem Humor visualisiert Stefan Rohrer in seinen Arbeiten automobile Geschwindigkeit. Er versteht seine Skulpturen als ins dreidimensionale übersetzte Comicstrips, die Spielraum für Geschichten bieten, die lustig und fröhlich sein, aber auch tragisch ausgehen können. Für den Künstler ist genau eine solche Dualität entscheidend: „Meine Arbeiten vereinen Bewegung und Erstarrung, Realität und Täuschung, Spiel und Ernst“, sagt er. In der Galerie im Prediger zeigt Stefan Rohrer ältere und neue, speziell auf den Ausstellungsraum abgestimmte Arbeiten.
Stefan Rohrer, 1968 in Göppingen geboren, lebt und arbeitet heute in Stuttgart. Nach einer Ausbildung zum Steinmetzmeister studierte er zunächst Bildhauerei an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle/Saale (1998-99), dann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Werner Pokorny und Micha Ullman (1990-2004) sowie bei Udo Koch (2004-2006). Zahlreiche Stipendien und Preise begleiten seine Vita, zuletzt 2015 ein Stipendium der ZF Kunststiftung, Friedrichshafen, und der Lothar-Fischer-Preis, den die Lothar & Christel Fischer Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stadt Neumarkt in zweijährigem Turnus verleiht.
Eröffnung: Freitag, 7. Juli 2017, um 19 Uhr

Bruno Feger. Augenblick, verweile doch

30. September – 26. November 2017

Schwäbisch Gmünd, 2017

Bruno Feger, Arbeiten im Atelier.

Monumentale Blumen, Blüten und Früchte aus Stahl und Kunstharz gehören seit gut 20 Jahren zu den unverwechselbaren Markenzeichen von Bruno Feger, geboren 1962. In wochenlanger Arbeit montiert und verschweißt der Künstler hunderte fast mosaikhaft kleine, rechteckig geteilte Stahlplättchen, die er zuvor aus einer industriell gefertigten Stahlplatte geschnitten hat, zu großformatigen, farbig gefassten Skulpturen: zu Hagebutten, Lilien und Kirschen, zu Gräsern und Tulpen. Die Formen der einzelnen Pflanzen erfasst Bruno Feger nicht im Detail, sondern im Gesamt. Er abstrahiert und reduziert sie auf Grundformen und -linien ihres Erscheinens in der Natur, lässt den jeweiligen Urtypus aber erkennen. Im natürlichen Zyklus des Blühens und Verwelkens hält er sie in der Üppigkeit ihres Wachstums fest: in sattem Grün die Gräser, in prall leuchtendem Rot die Hagebutten, Kirschen und Tulpen. Dabei setzt der Bildhauer nicht auf die körperliche Masse, sondern auf die Haut, die Oberfläche der Objekte, die trotzt ihrer monumentalen Größe leicht wirken. In ihrer ganz eigenen Formensprache visualisieren Bruno Fegers Pflanzen-Objekte Vitalität, Wachstum und Kraft. Die Ausstellung in der Galerie im Prediger gibt einen Einblick in Bruno Fegers Schaffen – von seinen frühen floralen Holzwerken bis zu neuen Stahlarbeiten.
Bruno Feger gehört zu den bemerkenswerten Bildhauern der Gegenwart. Geboren 1962 in Haslach im Schwarzwald, studierte er von 1982 bis 1987 Architektur an der Hochschule der Künste Berlin und kam dann zur Kunst. Zu seinen Auszeichnungen gehören der Kunstpreis der Stadt Hanau (1998) und der Preis der Stadt Mörfelden-Walldorf (2002). Seit 1989 sind seine Objekte in zahlreichen Ausstellungen zu sehen – vor allem im öffentlichen Raum, wo sie immer wieder große Aufmerksamkeit und Anerkennung finden. Daneben hat er zahlreiche Kunst-am-Bau-Aufträge verwirklicht. Bruno Feger lebt und arbeitet heute in der Nähe von Freiburg im Breisgau.
Eröffnung: Freitag, 29. September 2017, 19 Uhr

 

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