

Am 15.10.2010 findet in Schwäbisch Gmünd zum dritten Mal ein Fachtag zur Sprachförderung statt. In diesem Jahr steht die pädagogische Fachkraft als Sprachvermittler im Fokus der Fortbildungsveranstaltung. Sie ist Sprachvorbild für die Kinder, was einen reflektierten Umgang mit dem eigenen Sprachverhalten erfordert.
Nach einem zentralen Eröffnungsvortrag haben die Teilnehmer die Möglichkeit, zwei Workshops zu verschiedenen Themen zu besuchen, die von fachkundigen Referenten geleitet werden. Insgesamt stehen fünf verschiedene Workshops zum Kommunikations- und Sprechverhalten zur Auswahl.
Sprachförderung wird seit vielen Jahren in den verschiedenen Einrichtungen durchgeführt. Mit der Einschulungsuntersuchung für Kinder, die etwa 1 ½ Jahre vor dem Schuleintritt stehen, hat das Thema an Bedeutung zugenommen. Zum Abschluss des Tages findet deshalb ein Podiumsgespräch statt.
Mit dem Fachtag zur Sprachförderung bietet die Stadt Schwäbisch Gmünd mit ihren Kooperationspartnern allen Interessierten, seien es Betreuungskräfte in Kindertageseinrichtungen, Lehrer, oder pädagogische Fachkräfte, die in anderen Bereichen tätig sind, eine Möglichkeit sich in diesem Bereich weiterzubilden und sich mit anderen auszutauschen.
Kooperationspartner der Stadt bei der Fachtagung sind die Gmünder VHS, der Landesverband katholischer Kindertagesstätten, der evangelische Landesverband Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e. V., das Kolping-Bildungszentrum Schwäbisch Gmünd, das Institut für soziale Berufe und die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd.
Interessierte können sich bis zum 01.10.2010 für eine Teilnahme an der Veranstaltung anmelden.
Flyer

9:00 - 9:15 Uhr
Begrüßung Erster Bürgermeister Dr. Joachim Bläse
9:15 - 10:15 Uhr
Eröffnungsvortrag
„Mehr- und einsprachige Kinder im Dialog fördern: Reflexion des Spiel- und Kommunikationsverhaltens von Erwachsenen“
Referentin: Prof Dr. Iris Füssenich, Pädagogische Hochschule Ludwigsburg-Reutlingen
10:15 - 10:30 Uhr
Kaffeepause
10:30 – 12:00 Uhr
Workshop – Einheit 1
12:00 – 13:30 Uhr
Mittagspause
13:30 – 15:00 Uhr
Workshop – Einheit 2
15:00 – 15:15 Uhr
Pause
15:15 - 16:15 Uhr
Abschlussgespräch
16:15 Uhr
Ende des Fachtags
Referentin:
Prof Dr. Iris Füssenich
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg-Reutlingen
Die verpflichtende Sprachdiagnose und umfangreiche Förderprogramme legen den Blick auf das Kind und seine Sprache. Jedoch ist der Spracherwerb nicht die alleinige Leistung von Kindern, sondern ein dialogischer Prozess, an dem Kinder und Bezugspersonen gleichermaßen beteiligt sind.
Dabei passen Bezugspersonen ihr kommunikatives Handeln an die Fähigkeiten von Kindern an, was in zur Routine gewordenen Alltagssituationen oder Formaten möglich ist. Formate stellen eine Grundlage für Dialoge im Elementarbereich dar. Sie haben oft den Charakter von Spielen. Somit ist das gemeinsame Handeln zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen Ausgangspunkt für die Sprachförderung von mehr- und einsprachigen Kindern.
Dies erfordert von Erwachsenen einen bewussten und reflektierten Umgang mit dem eigenen Sprach- und Kommunikationsverhalten. Anhand von Beispielen wird sprach- und kommunikationsförderliches Verhalten aufgezeigt.
Füssenich, Iris (2010): Den Sprachstand testen – aber wie? Ein Leitfaden zur kindlichen Sprachaneignung. In: Deutsch differenziert, Heft 2, S. 15f, M1-M3b
Füssenich, Iris/ Geisel, Carolin (2008): Literacy im Kindergarten. Vom Sprechen zur Schrift. München/ Basel
Sprachförderung ist ein Thema, das in den letzten Jahren ständig an Bedeutung gewonnen hat. Ausreichende Sprachkenntnisse sind eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung von Bildungsprozessen.
Seit vielen Jahren wird in den Kindertageseinrichtungen Sprachförderung betrieben. Mit der Einschulungsuntersuchung nimmt sich das Land Baden-Württemberg verstärkt dieser Aufgabe an.
Um die Sprachförderung professionell und auf die jeweilige Einrichtung abgestimmt durchführen zu können, wurde gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und den Städten Aalen und Heidenheim ein Konzept zur Sprachförderung entwickelt.
Zu diesen aktuellen Entwicklungen findet zum Abschluss des Fachtags zur Sprachförderung ein Podiumsgespräch unter Beteiligung von Ministerialrätin Christa Engemann (Ministerium für Kultus, Jugend und Sport), Dr. Joachim Bläse (Erster Bürgermeister Stadt Schwäbisch Gmünd), Gertrud Kern (Regionalverbund Sprachförderung/Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd) und Vertretern aus der Praxis statt.