Unternehmen fürs Ehrenamt

In den vergangenen sechs Monaten haben 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von verschiedenen Unternehmen in und um Schwäbisch Gmünd ehrenamtliche Arbeit geleistet. Begonnen hat alles am 05. Dezember 2007, dem Tag des Ehrenamtes. An diesem Tag fand die große Auftaktveranstaltung mit Vertretern des Landkreises, der Stadt sowie der Caritas und der Stiftung Haus Lindenhof statt.

Im Vorfeld schon waren Henriett Stegink, Bürgermentorin in Schwäbisch Gmünd, und Steffen Müller, Diplom Sozialpädagoge bei der Stiftung Haus Lindenhof, aktiv, um Unternehmen zu finden, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei unterstützen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Bereits Anfang November hatten sich die Unternehmen Umicore Galvanotechnik, Volksbank Schwäbisch Gmünd, voestalpine Polynorm Grau, Landratsamt Ostalbkreis, SteginkSeminare und Röttele Männermoden GmbH bereiterklärt, an dem Projekt teilzunehmen. In einem nächsten Schritt wurde zusammen mit den neuen Ehrenamtlichen überlegt, welche ehrenamtliche Tätigkeit für die Einzelnen in Frage kommt. Es wurde dabei großen Wert darauf gelegt, für jeden der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das passende Ehrenamt zu finden. Zusätzlich wurden die Ehrenamtlichen während der Projektzeit begleitet.

In der Behindertensportgruppe des Ambulant Betreuten Wohnens und im Kindergarten Villa Kunterbunt in Leinzell haben die beiden Azubis von der Volksbank Schwäbisch Gmünd, Dietmar Fütterer und Eric Wolf, in sechs Monaten jeweils etwa 40 Stunden mit angepackt.

Neben dem „Strahlen und dem Eifer der Kinder“, das Wolf beeindruckte, hat Fütterer eines gelernt:“ Geduld haben, egal ob man es mit Behinderten oder mit Bankkunden zu tun hat.“ Die beim Landratsamt arbeitende Renate Preußler hat zum Beispiel während Spaziergängen und anderen Aktivitäten mit alten Menschen in mehreren Wohnheimen „Streicheleinheiten, Gesten und Augenstrahlen“ bekommen“. Und daraus gelernt,  „wie notwendig Beschäftigung, Zuwendung und Aufmerksamkeit sind.“

„Wir haben unser Ziel erreicht“, sagte Bürgermentorin Henriett Stegink, „500 Stunden waren geplant, 621 sind es geworden“. Markus Mengemann, Fachbereichsleiter der Caritas Ost-Württemberg, hat ausgerechnet, dass die ehrenamtlichen Stunden der 14 Teilnehmer in einer Autowerkstatt etwa 30.000 Euro gekostet hätten. Wo bleibt denn da der Nutzen für die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auf eigene Kosten in die Soziale Einrichtung schicken? Ludwig Schöndienst, Personalleiter der Volksbank Schwäbisch Gmünd: „Über die sonstigen Aktivitäten der Imagepflege wie Spenden und Sponsoring hinaus, hatten wir bei dieser Aktion zusätzlich die Möglichkeit, unsere eigene Personalentwicklung zu optimieren.“ Die soziale Kompetenz der Mitarbeiter werde gefördert und auch die Lerneffekte während der monatlichen Gruppenarbreiten trügen hierzu bei. Ziel des Projektes war auch, sowohl bei Unternehmen als auch bei den sozialen Organisationen das Bewusstsein für eine über den Projektrahmen hinausgehende Zusammenarbeit zu schärfen.

Nicht zu vergessen diejenigen, die die Hilfe der Ehrenamtlichen brauchen. Stefanie Götte vom Altenheim St. Ludwig: „Es ist wichtig, dass die Wertschätzung nicht nur vom Heim kommt, sondern auch von außen.“ Dies sei de facto eine Würdigung der alten Menschen. Zudem wären viele der Aktionen ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht machbar gewesen. Wozu Jürgen Kunze, Direktor der Stiftung Haus Lindenhof, sagte: „Wir haben von der Aktion profitiert.“ Auch wenn schon viel darüber gesprochen worden sei, dürfe man heutzutage keine Gelegenheit auslassen, das Ehrenamt zu loben. „Wir werden in Zukunft keine ausschließlich professionellen sozialen Dienstleistungen anbieten können“, sagte Kunze. Dem gegenüber machten alle Beteiligten gestern klar, diese Art der Kooperation gerne fortführen zu wollen, bevor Markus Mengemann philosophisch schloss: „Zeit ist nicht Geld, sondern ein kostbares Gut, mit dem wir anderen eine riesige Freude bereiten können.“ (Dieser Bericht entstand in Zusammenarbeit mit der Gmünder Tagespost)

 

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