Bildung und Integration

Bildung und Integration sind eng miteinander verbunden. Bildung ist ein Grundstein für einen gelingenden Integrationsprozess. Dies ist auch ein zentrales Ergebnis der Sinus-Milieu-Studie zu Migrantemilieus. Gute Sprachkenntnisse und der davon abhängige Erfolg im Bildungssystem haben eine Schlüsselfunktion für einen gelingenden Integrationsprozess.

In Schwäbisch Gmünd hatten im Jahr 2009 51,3% der Kinder unter 3 Jahren einen Migrationshintergrund, im Kindergartenalter von 3 bis unter 6 Jahren 52,8%. Die meisten dieser Kinder haben die deutsche Staatsangehörigkeit. In den meisten Familien, deren Kinder im Kindergartenalten sind, wird zu Hause Deutsch gesprochen.

Ein Migrationshintergrund deutet somit nicht zwangsläufig auf einen Mangel an Deutschkenntnissen hin. Dennoch wird in mehr als einem Viertel der Familien nicht Deutsch als Familiensprache gesprochen. Vor diesem Hintergrund ist Sprachförderung, vor allem im frühkindlichen Bereich, von besonderer Bedeutung.

Bildung wirkt jedoch weit über den frühkindlichen, vorschulischen und schulischen Bereich hinaus. Eine gute Bildung und ein guter Schulabschluss sind wesentliche Kriterien, um einen Arbeitsplatz zu finden. Einen Arbeitsplatz zu haben, heißt unter anderem, sein Leben selbst zu gestalten und finanziell unabhängig zu sein. Das gibt Selbstvertrauen. Zudem knüpft man durch Arbeitskollegen Kontakte zu Einwohnern anderer Herkunft.

Bildung und wirtschaftlicher Erfolg tragen auch dazu bei, an Kultur-, Freizeit- und Sportaktivitäten teilnehmen zu können und sich in das Zusammenleben einzubringen. Damit wird die soziale Integration vorangebracht, interethnische Kontakte und Freundschaften können entstehen, Vorurteile abgebaut und die Akzeptanz und die gegenseitige Offenheit gefördert werden.

Um den Integrationsprozess in Schwäbisch Gmünd voranzubringen wurde in den Jahren 2008 und 2009 in etwa eineinhalb Jahren ein Integrationskonzept entwickelt. Darin sind die Themen Bildung und Wirtschaft als wichtige Handlungsfelder aufgenommen.

Seit der Verabschiedung des Integrationskonzepts wurde in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und den Städten Aalen und Heidenheim ein Sprachförderkonzept entwickelt, um die Sprachförderung in den Kindertageseinrichtungen voranzubringen. Aktuell werden zehn Erzieherinnen aus Schwäbisch Gmünd geschult. in den kommenden zwei Kindergartenjahren werden wieder jeweils zehn Erzieherinnen im Bereich Sprachförderung fortgebildet.

Ein weiteres großes Thema ist die Elternarbeit. Eine Umfrage aus dem Projekt LISA (Lokale Initiativen zur Integration jungen Spätaussiedler in Ausbildung und Beruf, gefördert von der Robert Bosch Stiftung) hat ergeben, dass die Eltern eine sehr große Rolle bei der Berufswahl ihrer Kinder spielen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Eltern von Beginn an in den Bildungsweg ihrer Kinder einzubinden, damit diese selbst ihre Kinder ein bestmöglich unterstützen können.

 

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