Arbeiten

Interview mit Beschäftigten des Bereiches Arbeit und Integration der Stiftung Haus Lindehof:

Einblicke in den Arbeitsalltag von Menschen mit Behinderungen, die in der Stiftung Haus Lindenhof in den Vinzenz von Paul – Werkstätten Schwäbisch Gmünd und in der Christopherus Werkstatt Ellwangen beschäftigt sind.

Viel mehr als Kollegen

Schwäbisch Gmünd, 2012

Mein Name ist Dominik Matthes. Ich bin 22 Jahre alt und wohne in Bargau.
Nach meiner Schulzeit in der Klosterbergschule habe ich zuerst in der Werkstatt der Stiftung Haus Lindenhof gearbeitet und dann ein Praktikum im Stauferklinikum gemacht. Die Mitarbeiter des Berufsbildungsbereichs der Vinzenz von Paul Werkstätten haben mir das zugetraut und mich dabei unterstützt.

Seit Dezember 2011 hat mich das Transport- und Logistikzentrum der Service GmbH der Stauferklinik übernommen, und darauf bin ich richtig stolz.

Zu Beginn meines Praktikums hatte ich Ängste, dass ich gehänselt werde.

Weil ich mir vielleicht nicht alles gleich so gut merken kann oder die Wege nicht finden könnte. Ich war mir nicht sicher, ob ich in einem Betrieb mit lauter fremden Leuten und neuen Aufgaben arbeiten kann – das alles hat mir zuerst Angst gemacht. Inzwischen finde ich mich gut zu recht und das Arbeiten im Stauferklinikum klappt ganz gut. Meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt. Die Sicherheit und das Vertrauen gaben mir mein Chef Emil Pestel und mein Team. Sie nehmen mich wie ich bin. Das tut gut. Alle sind sehr nett zu mir und ich habe jemanden, den ich immer fragen kann.

Mein Leben hat sich ganz schön verändert. Ich arbeite jetzt in einem Team mit 17 Mitarbeitern im Schichtsystem. Besonders mein Kollege Hakan ist ein richtiger Kumpel geworden. Wir arbeiten zusammen und manchmal gehen wir auch zusammen aus.

Demnächst beginne ich mit meinem Führerschein. Beim Lernen für den Theorieteil möchten mich meine Kollegen in den Pausen abfragen. Sie sind für mich wie eine kleine Familie geworden.

Am Ende vom Monat geht das Team zusammen Bowlen und einmal im Jahr machen wir ein Grillfest, es ist schön dazuzugehören.

„Seine Höflichkeit und seine gute Laune stecken an!“ so Emil Pestel (Leiter vom Transport- und Logistikzentrum der Service GmbH). „Dominik hat am Zusammenhalt im Team einen wesentlichen Beitrag geleistet. Die Kollegen fühlen sich verantwortlich ihm gegenüber und das Miteinander wurde durch sein freundliches Wesen gestärkt,“ berichtet Herr Pestel.

Hakan Pehlivan beantwortet die Frage, ob es von seiner Seite Bedenken, bei der Einstellung von Domenik Matthes als Kollegen gab, so: „Ich hatte gar keine Befürchtungen. Ich habe ihm eher mehr zugetraut. Er soll zeigen, was er leisten kann. Seine Schwächen konnte er mit seiner positiven Einstellung ausgleichen.“

Barrieren sind verschwunden oder gar nicht erst entstanden.
An diesem Beispiel eines inklusiven Arbeitsplatzes ist deutlich zu erkennen, dass Menschen aufeinander zugehen sollten, aber dass auch die „Chemie“ stimmen muss.

Der Berufsbildungsbereich der Vinzenz von Paul Werkstätten der Stiftung Haus Lindenhof freut sich auf Unternehmen, die bereit sind Menschen mit Behinderung alternative Arbeitsmöglichkeiten zu bieten.
Kontaktadresse:

Stiftung Haus Lindenhof
Berufsbildungsbereich
Lindenhofstr. 153
73529 Schwäbisch Gmünd

Tel.: 07171 802345

Schwäbisch Gmünd, 2011

Malena Müller

Ich arbeite in der Cafeteria im Schubart Gymnasium in Aalen. Das Vesper und die Soßen für das Mittagessen zubereiten, gehört zu meinen Aufgaben. In den Schulpausen bin ich an der Kasse oder an der Essensausgabe. Am liebsten koche ich und probiere neue Rezepte aus.

Schwäbisch Gmünd, 2011

Matthias Weiss

Ich arbeite in einer großen Montagehalle, in der Werkzeug verpackt wird. Ein LKW holt morgens die Paletten ab. Ich helfe dabei, den LKW zu beladen. Ab und zu arbeite ich am Band und verpacke die Werkzeugkoffer. Am besten gefällt mir die Arbeit am Wareneingang.

Schwäbisch Gmünd, 2011

Erkan Gezen

Ich wiege, verpacke und kontrolliere Produkte für eine große Firma in Schwäbisch Gmünd. Mit meinen Kollegen komme ich gut aus und bin Vorsitzender im Werkstattrat. Ich fand es gut, dass der Betrieb, für den wir arbeiten, meine Arbeitsgruppe zur Weihnachtsfeier eingeladen hat.

Schwäbisch Gmünd, 2011

Anke Hieber

Ich packe Briefe ein für die Paket-  und Versandgruppe und bringe meinen Kollegen das Material. Ich habe Freundinnen in der Werkstatt und donnerstags gehe ich zum Tanzen, das ist eine gute Abwechslung.