Schwäbisch Gmünd, 2014

Die Dauerausstellung

mit den Highlights der Sammlung

Schwäbisch Gmünd, 2014
Schwäbisch Gmünd, 2014
Schwäbisch Gmünd, 2014
Schwäbisch Gmünd, 2014
Schwäbisch Gmünd, 2014
Schwäbisch Gmünd, 2014
Schwäbisch Gmünd, 2014
Schwäbisch Gmünd, 2014

Auf zwei Etagen führt ein großzügiger, chronologisch angelegter Rundgang durch alle Epochen der Stadtgeschichte Schwäbisch Gmünds und ermöglicht eine Zeitreise durch Kunst und Kultur: von einer Replik der Figur des "Löwenmenschen" und Funden der Römerzeit über eine staufische Madonna bis zu Grafik von Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien; von Elfenbeinarbeiten Johann Michael Mauchers und Porträts des spätbarocken Malers Johann Georg Strobel über den Kirchenschatz des Heilig-Kreuz-Münsters bis zur Malerei und Skulptur des 19. und 20. Jahrhunderts, unter der sich Werke so bedeutender Künstler wie Emanuel Leutze, Wilhelm Widemann, Hermann Pleuer, Jakob Wilhelm Fehrle, Reinhold Nägele und Erich Heckel finden.

Die Römerabteilung widmet sich umfassend den Themen Begräbnis- und Badekultur, dem Götterkult und dem Leben am Limes in Obergermanien in den ersten Jahrhunderten nach Christus. Ein lebendiges Bild davon vermitteln Funde vom Kastell und Bad am Schirenhof, vor allem aber ausgewählte Objekte aus den Gräbern des Brandgräberfriedhofs, dem bislang einzig vollständig ergrabenen in Baden-Württemberg.

Einen wichtigen Platz nimmt die Zeit der Staufer ein, darunter originale Architekturfragmente von der Johanniskirche.

Eine Reihe überregional bedeutender Werke beleuchten das späte Mittelalter: Das älteste Gmünder Tafelbild und dazuhin eines der frühesten datierten schwäbischen Tafelbilder überhaupt stellt das „Schweißtuch der Hl. Veronika“ dar, das die Jahreszahl 1419 aufweist. In den Bildfindungen der Kunst eine absolute Rarität ist das Tafelbild „Die Wahre Länge Christi“, das nicht weniger als den Anspruch erhebt, das Abbild und die Wahre Länge Christi darzustellen oder, wie es der Maler selbst auf der 1487 datierten Holztafel vermerkt hat: „ain gleichnus der person cristi / die leng vnd gros“. Das früheste Schnitzwerk der Spätgotik ist eine um 1330 in Lindenholz gefertigte sitzende Muttergottes. Unter den etwa 160 in ganz Mitteleuropa nur noch erhaltenen Palmeseln nimmt das Gmünder Exemplar nach Qualität, Erhaltungszustand und Geschichte eine ganz herausragende Stellung ein. Das um 1500 geschnitzte hölzerne Ensemble aus Tier, Reiter und Wagen, das Christus auf einem Esel reitend darstellt, wurde von einem unbekannten Bildhauer erschaffen. Vom Mittelalter bis zum Jahr 1801 stand die Figurengruppe im Mittelpunkt großer Prozessionen in Schwäbisch Gmünd, mit denen die Kirchengemeinde den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem und den gleichzeitigen Beginn der Passion öffentlich nachstellte.

Ein Glanzlicht spätgotischer Schnitzkunst offenbart sich in einer um 1520 entstandene Hl. Sippe, die dem bekannten Ulmer Bildschnitzer Daniel Mauch zugeschrieben wird,  

Eine eigene Abteilung zeigt die Nachbildungen der Reichskleinodien: Krone, Apfel, Mantel, Schwert und Handschuhe.

Zu den kulturgeschichtlich bemerkenswertesten Objekten zählt die Preistafel vom Gmünder Büchsenschießen des Jahres 1480. Auf der großen Tafel sind die Preise abgebildet samt den Münzwerten und kleinen Gmünder Standarten im traditionellen Weiß-Rot.

Das Richtschwert der Stadt Schwäbisch Gmünd, eine um 1600 entstandene Arbeit des Solinger Klingenschmieds Peter Munsten, symbolisiert auf eindrückliche Weise das Recht der Freien Reichsstadt Gmünd auf Ausübung der Gerichtsbarkeit.

Ein besonders eingerichtetes Grafik-Kabinett zeigt eine Auswahl des Sammlungsbestandes an Blättern von Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien.

Umfassend präsentiert sind das Gmünder Gold- und Silbergerät, die religiöse Kunst und das Kunsthandwerk der Renaissance und des Barock. Zum ersten Mal überhaupt zu sehen ist der Gesamtbestand an Minnekästchen: Diese Kästchen sind außen und häufig auch innen aufwendig mit Blüten- und Pflanzenmotiven bemalt und zeigen in vielen Fällen auf oder im Deckel ein sich die Hände reichendes Paar. Nach langer Absenz im Depot sind die Produkte der Büchsenschäfter- und Holzschnitzerfamilie Maucher wieder zu sehen. Weitere Schwerpunkte sind die Filigran- und Rosenkranzproduktion und der Schmuck, vor allem Gmünder Ringschmuck.

Den Abschluss des ersten Teils der Dauerausstellung bildet die Präsentation der kirchlichen Schätze aus dem Heilig-Kreuz-Münster, der Franziskuskirche und dem Heiliggeistspital. Der Kirchenschatz des Heilig-Kreuz-Münsters zählt mit seinen Objekten vom 14. bis ins frühe 20. Jahrhundert zu den bedeutendsten Baden-Württembergs und ermöglicht ein Schwelgen in Gold, Silber und edlen Steinen kostbarer Monstranzen, Kelche und Reliquiare. Die Kirchenschätze stehen im Dialog mit barocken Skulpturen und Gemälden aus Gmünder Kirchen und Kapellen stehen: Darunter findet sich ein „Heiliger Nikolaus“ von Johann Thaddäus Sauter aus dem Jahr 1734; das Bild war wohl das Altarblatt des Nikolaus-Altars der Spitalkapelle. Ferner eine „Kreuztragung“ des Barockmalers und Freskanten Johann Michael Franz (1715-1793); das Tafelbild aus dem Jahr 1792 kam vom Kapuzinerkloster (Abbruch 1810) auf den Salvator, später ins Spital und danach in den Sammlungsbestand des Gmünder Museums. Mit diesen Gemälden vereint sind Skulpturen, die den Weg vom Depot an die Öffentlichkeit gefunden haben und nun zum ersten Mal ausgestellt sind: zu diesen Kleinodien gehören ein „Heiliger Rochus“ aus Lindenholz aus der 1. Hälfte 18. Jahrhunderts, der in freigelegter Vergoldung neu erstrahlt und ein Gottvater (Gnadenstuhl), eine seltenes Werk aus der 1. Hälfte 18. Jahrhunderts. Einen ganz besonderen Platz hat auch ein „Heiliger Leopold“ gefunden: die Ende des 17. Jahrhunderts datierte Holzskulptur eines unbekannten Bildhauers, die den Heiligen in Rüstung mit Markgrafenhut und Hermelinzier zeigt, stand früher als vermeintlicher Heiliger Florian im Refektorium und weckt nach ihrer Restaurierung neue Aufmerksamkeit.

 

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