AllStyle Summerfestival 2013

10. AllStyle SummerFestival 2013 am Freitag, 5. Juli

Schwäbisch Gmünd, 2013

10. AllStyle SummerFestival 2013 am Freitag, 5. Juli um 18.00 Uhr im Zelt beim Haus Lindenhof. Mit dabei:
Mellow Mark, Black Points (Rockband von blinden und sehbehinderten Menschen), Beach Bums, Skampida (Kolumbien), Life n Nature, The Sixteens (blinder Geiger)

  • Welche Idee steckt hinter den zehn AllStyle SummerFestivals ??
    AllStyle bedeutet im engeren Sinne unterschiedliche Musikstile miteinander spielen. Übertragen auf das Festival bedeutet AllStyle ein miteinander unterschiedlichster Menschen von jung bis alt, mit oder ohne Behinderung, Musiker oder Zuschauer, Frau oder Mann, eine bunte Mischung unserer Welt. Eine Begegnung mit Respekt. Und deshalb will das Festivalkomitee auch immer eine anspruchsvolle und stimmige Musikmischung präsentieren.        
  • Die Festivals werden von der Jugendkulturinitiative e.V. Schwäbisch Gmünd getragen. Gemeinsam planen JKI und Esperanza Mitglieder und behinderte Interessierte vom Lindenhof das Festival. Die Vorbereitungen und die Durchführung  des Festivals werden gemeinsam von JKI und Lindenhofler gestemmt. So treten Künstler mit und ohne Behinderung beim AllStyle Festival vor ihrem Publikum ob jung oder alt, mit oder ohne Behinderung auf. Gemeinsam wird ein anspruchvolles Line up geplant, organisiert, eine Fülle an musikalischen Besonderheiten bestehend aus Reggae, Hip Hop, Rock-Pop, Punk und Ska geboten. Die Stimmung ist immer ausgelassen fröhlich, jedes Festival war ein gelungener Abend für alle Besucher. Denn, wenn Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Musik machen, feiern, tanzen und Spaß haben, werden Vorurteile abgebaut und Barrieren eingerissen. „Jeder Mensch ist wie er ist“ singt die Band Staubstumm, wobei die Botschaft für jeden klar und verständlich rüber kommt. Jeder zollt der Leistung des anderen Respekt.
  • Zum 10-Jährigen gibt es wieder besondere Schmankeln auf die Ohren. Bunt gemischt haben die Veranstalter ein anspruchsvolles Programm aufgestellt.
  • So dürfen wir wieder Mellow Mark Solo nur mit seiner Gitarre, einem Minidrumset, einer Loopstation und mit einem Sack voller Songs und Geschichten bewaffnet, begrüßen. Schon 2008 stand er auf der Bühne des AllStyles. Mellow Mark verbindet wie kein Zweiter in Deutschland, die musikalischen Elemente des Roots-Reggae mit Songwriting und dem Flow des Hip-Hop.
  • Unterstütz wird er von seinen Freunden den Beach Bums, die alt und jung verbinden und von sich sagen: „Jugendlicher Leichtsinn trifft auf Altersstarrsinn: Was dabei herauskommt, Stampfender Extrempolka, blubbernder Dub, groovender Rebel Reggae, scheppernder Rumpelska - Ungehörtes, Unerhörtes und Unverschämtes.“
  • Die Black Points möchten alle Zuschauer zum "Abrocken" einladen und präsentieren stolz ihr neues Programm.
  • Life n Nature aus Aalen spielen ihre Lieder knackig, frisch und Vollgas auf die 12 Rock’n’Roll. Ihre neue CD Narrow.Pressure.Me rockt, wie immer. Life n Nature sagen von sich: “ Rock’n’Roll is what we need…”
  • The Sixteens überraschen uns mit ihrem Geiger und wir sind gespannt wie ein Bogen, was auf uns zukommt.

AllStyle Summerfestival / Presseberichte der letzten Jahre

Pressebericht 2012 der Rems-Zeitung Gmünd

Schwäbisch Gmünd, 2012
Schwäbisch Gmünd, 2012
Schwäbisch Gmünd, 2012
Schwäbisch Gmünd, 2012
Schwäbisch Gmünd, 2012

Lokalnachrichten

» Kultur | Montag, 02. Juli 2012

All Style Festival: Jeder so wie er ist
Am Freitagabend kamen sowohl Menschen mit Behinderung, als auch Menschen ohne Behinderung zusammen um gemeinsam das neunte All Style Festival zu feiern.

ROCK (ia). Dieses All Style Festival gibt es schon seit zehn Jahren, auch dieses Jahr wurde den Besuchern eine Fülle an musikalischen Besonderheiten, bestehend aus Hip Hop, Punk und Ska, geboten. Anwesend waren die Bands Mc Cerian aus Waiblingen, Connection of Mceez aus Schwäbisch Gmünd und die Beach Bums, ebenfalls aus Gmünd. Zudem trat die Band „Staubstumm“ des Haus Lindenhofs auf. Diese Band besteht aus Musikern mit Behinderung und ohne, die unter der Leitung von Benni Hittinger gemeinsam mit sichtlich großer Freude musizieren. Am Freitag spielte Staubstumm nicht nur gecoverte, weltberühmte Klassiker von den Rolling Stones oder The Animals´ „House of the Rising Sun“, sondern auch selbst komponierte Lieder wie „Jeder Mensch ist wie er ist“, wobei vor allem von diesem Lied die Botschaft für jeden klar und verständlich rüber kam.
Ebenfalls ein „Ohrenschmaus“ an diesem Abend war die kolumbianische Band Dr. Krapula, die in Südamerika eine äußerst bekannte Gruppe ist. Die Band ist auf Deutschland Tournee und hatte sich über die Einladung zum All Style Festival sehr gefreut. Für sie sei es eine Herzensangelegenheit Menschen mit Behinderung und ohne mit Musik zusammen zuführen und zum gemeinsamen Tanzen und Feiern zu animieren. Ihre Musik bezeichnen die Bandmitglieder als „Un mestizo“ – eine Mischung aus Punk, Reggae und Ska. Ein weiteres kleines Highlight des Abends gab es gleich zu Beginn als Bewohner der verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung ihre selbst gemachten Texte vor versammelten Publikum rappten.
Fritz Lemke, der Organisator des Festivals, betonte, dass die Idee dieses Festes die Integration von Menschen mit Behinderung sei; dass alle gemeinsam feiern und Spaß haben. Ins Leben gerufen wurde das All Style Festival vor zehn Jahren von Adriane Planetorz und Thomas Ilg aus einem Schulprojekt heraus. Es hatte zunächst Platz im Speisesaal des Lindenhofs. Darauf folgte die bis heute bestehende Kooperation mit der Gmünder Jugendkulturinitiative „Esperanza“. Als es die ersten Bandausschreibungen gab, war der Andrang überraschenderweise groß. Alles in allem lässt sich wohl mit Recht sagen, dass es ein gelungener, fröhlicher Abend für alle Besucher des All Style Festivals war.

Schwäbisch Gmünd, 2012
Schwäbisch Gmünd, 2012
Schwäbisch Gmünd, 2012

Beim Tanzen Vorurteile abbauen

Super Stimmung beim „Allstyle Festival“ in Bettringen

Schon zum neunten Mal gab’s das „Allstyle Festival“ beim Haus Lindenhof in Bettringen. In Zusammenarbeit mit dem Esperanza ermöglicht die Veranstaltung Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Musik zu machen, zu feiern, zu tanzen und Spaß zu haben. Etwa 400 Besucher kamen und genossen die die gemeinsame Zeit.

Charlotte Gollnick

Schwäbisch Gmünd. Los ging es um 18.30 Uhr. Nach und nach strömten immer mehr Menschen in das große Festzelt, das zumindest ein wenig Schatten bieten konnte, da selbst noch am Abend die hohen Temperaturen für Schweißausbrüche sorgten.
Den musikalischen Teil eröffnete McFerian mit verschiedenen eigenen Rapsongs. Er begeisterte das Publikum mit ehrlichen Texten und viel Freude am Performen. Weiter ging es mit der Band Staubstumm, die 2008 als ein Projekt des Hauses Lindenhofs gegründet wurde und Menschen mit und ohne Behinderung die Gelegenheit bietet, zusammen Musik zu machen und die Bühne so richtig zu rocken. Sie spielten eine Mischung aus bekannten Coversongs, etwa „Paint it Black“ von den Rolling Stones, und eigene Kompositionen, deren Texte eingängig waren, damit auch wirklich jeder lautstark mitsingen konnte.
Für alle, die sich beim Tanzen verausgabt hatten, gab es kühle Getränke und zur Stärkung selbstgemachte Pizza. Die Gmünder Band Connection of MceeZ brachte noch eine andere Musikrichtung in das Festival mit ein: Den Hip-Hop. Ihre Songs drehten sich vor allem um die Heimatstadt Schwäbisch Gmünd und fanden bei den Hip-Hop-Fans im Publikum großen Anklang.
Etwas schneller und verrückter wurde es mit den zwei letzten Bands, die Beach Bums aus Schwäbisch Gmünd und Doctor Krápula aus Kolumbien. Beide Bands heizten dem Publikum mit Reggae- und Ska-Musik so richtig ein. Für Doctor Krápula, die in Südamerika sehr bekannt sind und bereits vier Alben veröffentlicht haben, war der Abend ein besonderer Auftritt.
„Es liegt uns sehr am Herzen für diese besonderen Menschen zu spielen“, so Frontmann Mario Muñoz. Man könne viel von ihnen lernen. Die spanischsprachigen Songs, die sich sowohl mit ernsteren Themen, als auch mit der typischen südamerikanischen Lebensfreude beschäftigen, waren nochmal die perfekte Tanzmusik für das Publikum und keiner konnte sich das Mitwippen im Takt verkneifen.
Wie jedes Jahr war beim „Allstyle Festival“ für jeden Geschmack etwas dabei und den Gästen wurde die Möglichkeit geboten, zusammen mit Menschen mit und ohne Behinderung zu feiern und mögliche Hemmungen zu verlieren.

© Gmünder Tagespost 02.07.2012

Pressebericht 2011 Gmünder Tagespost

Schwäbisch Gmünd, 2012

„AllStyle könnte jeden Tag sein“

Die fünf Bands auf der Festival-Bühne am „Haus Lindenhof“ in Bettringen sorgen für ausgelassene Party-Laune „Das Allstyle ist voll geil, das könnte jeden Tag sein“, meint Sängerin Silke Ritt (24) nach ihrem Auftritt am Freitagabend. Dass ihre Band Staubstumm zur Eröffnung des „Allstyle SummerFestivals“ nur wenige Zuhörer hat, stört Silke nicht. „Hauptsache, wir sind bunt gemischt“, sagt sie und erklärt damit auch, was die Gmünder Jugendkulturinitiative (JKI) zusammen mit dem „Haus Lindenhof“ zum achten Mal auf die Beine stellen wollte: ein Festival für junge Leute mit und ohne Behinderung.
Cordula Weinke

"Wir sind wieder da“ singt Silke Ritt – und alle anderen Bandmitglieder von Staubstumm lassen dazu ihre Instrumente im Punk-Rock-Stil erklingen. The Renates „Vokalistresse Sarah NF Renate“ mit dem kessen roten Hütchen und viel Elan holt das Publikum direkt vor die Bühne.  Zu The Renates „Lied zum Knutschen“ leuchten im Publikum einige Feuerzeuge auf.
„AllStyle könnte jeden Tag sein“
Die fünf Bands auf der Festival-Bühne am „Haus Lindenhof“ in Bettringen sorgen für ausgelassene Party-Laune „Das Allstyle ist voll geil, das könnte jeden Tag sein“, meint Sängerin Silke Ritt (24) nach ihrem Auftritt am Freitagabend. Dass ihre Band Staubstumm zur Eröffnung des „Allstyle
SummerFestivals“ nur wenige Zuhörer hat, stört Silke nicht. „Hauptsache, wir sind bunt gemischt“, sagt sie und erklärt damit auch, was die Gmünder Jugendkulturinitiative (JKI) zusammen mit dem „Haus Lindenhof“ zum achten Mal auf die Beine stellen wollte: ein Festival für junge Leute mit und ohne Behinderung.

Auf der Bühne rufen Silke und Sonja trotzdem zur Party auf, mit Begleitung ihrer Staubstumm-Crew singen sie ihre Lieder, etwa über das brennende Herz oder die eigene Welt. „Mich zu akzeptieren, das wünsche ich mir so sehr“, lautet eine Textsequenz in ihrem Song „Gleichheit“. Ob auf den Beinen oder im Rollstuhl: Das Publikum vor der Bühne geht begeistert
mit. Die sechs Jungs von Skaddicted aus Alfdorf und Unterkirneck brauchen anschließend nicht lange, um an diese gute Stimmung anzuknüpfen. Auf Deutsch und Englisch besingt Aaron das bessere Leben, die Freiheit und „das gute alte Bier“. Zwei Bässe, zwei Bläser und der Keyboarder servieren eine Mischung aus Ska- und Festzelt-Klängen zum Höhepunkt des Auftritts mit dem Blödel-Titel „John Porno, buon giorno“. Auf der Bühne springen, lachen, tanzen und dazu „nette Musik für lustige Leute“ singen: Das haben The Renates aus Aalen bestens drauf. Ihre „Vokalistresse Sarah NF Renate“ mit einem kessen roten Hütchen auf dem Kopf holt zu „Coldgirl“ und „Teenage Queen“ das Publikum direkt vor die Bühne, fordert zum Knutschen auf und erfindet zum „Lied vom Förster“ sogar spontan eine  Publikumsaktion. Schade nur, dass sich an diesem Abend so wenige Besucher auf dem Lindenhof-Areal den Pop-Rock mit Ska-Einflüssen gönnen – oder Renates fetzige Neufassung des France-Gall-Songs „Der Computer Nr. 3“. Auf die gute-Laune-Musik folgen wesentlich härtere Klänge: Die Rote Kapelle mit ihren Bandmitgliedern aus Augsburg, Aschaffenburg, Köln und Schwäbisch Gmünd tritt an, um speziell für dieses „AllStyle SummerFestival“ noch einmal ihre „melancholischen Lieder, eingebettet in heißen Hardrock“ zu präsentieren. Richtig gut tanzbar wird ihr Song „Viva la libertà“ durch zwei Gastmusiker, die Bläser Jonathan und Moritz. Die Aufforderung „es lebe die Freiheit“ nehmen die Rollstuhlfahrer im Publikum wörtlich und wirbeln mit ihren fahrbaren Untersätzen nur so auf der Tanzfläche herum. Da The Last Minute aus Budapest in letzter Minute abgesagt haben, bleiben Pipes and Pints aus Prag die einzigen ausländischen Gäste an diesem Abend. Als ihr Frontmann Vojta Kalina mit seinem Dudelsack zum Pogo-Tanzen animiert, ist Staubstumm-Sängerin Silke im Getümmel mittendrin. Ihr Kommentar: „Mit solcher Musik kannst du alles runterarbeiten, eben einfach Party feiern.“
© Gmünder Tagespost 04.07.2011

AllStyle Summerfestival

Pressebericht 2006 Gmünder Tagespost

Schwäbisch Gmünd, 2012
Schwäbisch Gmünd, 2012

Spontan zwei Headliner gefeiert

Hunderte beim sechsten Allstyle-Summerfestival am „Haus Lindenhof“ – Spicys geben Delegators den Vortritt

Für Erkan ist „die fetzige Musik“ am wichtigsten, Max freut sich vor allem über „die tolle Stimmung“, Melli und Patrick haben das „AllStyle einfach liebgewonnen“: Am Freitag zählten sie zu den jungen Leuten mit oder ohne Behinderung, die im Festzelt am Haus Lindenhof im Gmünder Stadtteil Bettringen sechs Stunden lang Punk, Rock, Ska und Reggae genossen, tanzten oder einfach zusammen feierten. Manuel, Frontmann der Spicy Roots, die eigentlich Headliner des Abends werden sollten, bescheinigte dem Festival: „Das hat sich ganz schön gemacht.“

Cordula Weinke

Die Beach Bums Kevin, Josch und Chris (von rechts) brachten die Menge im Festzelt am „Haus Lindenhof“ zum Tanzen. (alle Fotos: Walter Laible)

Beachbums-Keyborder Dirk (vorne) nahm auch kein Blatt vor den Mund.

Die Bewohner des „Haus Lindenhof“ und anderer Einrichtungen für Behinderte waren ganz vorne auf der Tanzfläche.

Schwäbisch Gmünd-Bettringen. Die Spicy Roots können das beurteilen, denn die Ska-Band aus Schwieberdingen war auch schon 2003 dabei, als die Gmünder Jugendkulturinitiative (JKI) und das Haus Lindenhof ihr erstes gemeinsames Allstyle-Summerfestival auf die Beine stellten. „Schwäbisch Gmünd ist unsere zweite Heimat“, betonte Manuel bei der sechsten Auflage am Freitag.
Die acht Spicy-Jungs demonstrierten nicht nur ihre „große Spielfreude“ mit Liedern aus ihren CDs „One more“ oder „Always together“. Sondern sie zeigten auch, dass sie trotz großer Erfolge „auf dem Boden“ blieben. „Keine Frage“ war es für Manuel, dass The Delegators, die nach viel Stress verspätet am Lindenhof ankamen, im Line-Up nach ihnen spielen durften. „Die Delegators sind so stark, die hätten sowieso Headliner werden müssen“, meinte er.
Mit „Thank you giving us so much love“, bedankte sich die Delegators-Frontfrau Janet Kumah für diesen Empfang. Dass sie elf Stunden Autofahrt mit vielen Staus hinter sich hatten, war der sechsköpfigen Reggae-Band aus London nicht anzumerken. Mit viel Power präsentierte sie Songs ihrer neuen Scheibe „Rocksteady from the Soul“ und ältere Stücke. JKI-Mitglieder, die für das Programm des „Allstyle“ verantwortlich zeichnen, erzählten am Rande des Festivals: „The Delegators sind für nur zwei Auftritte nach Deutschland gekommen, heute bei uns, morgen in Mainz.“
Etwas Besonderes war der Delegators-Auftritt aber auch aus einem anderen Blickwinkel: Janet Kumah war am Freitagabend die einzige Frau auf der Bühne. Und während die Sängerin mit ihrer starken Soul-Stimme vor allem „I need love“ forderte, hatten alle vorherigen Bands Songs über die Freiheit mitgebracht.

Kritische Texte zu fetzigen Klängen

Schon lange bevor die Rote Kapelle aus Schwäbisch Gmünd mit ihrem neuesten Song gegen 20 Uhr das Festival eröffnete, saßen viele Bewohner des Lindenhof und anderer Einrichtungen für Behinderte in den Startlöchern, um einen Abend lang abzutanzen – ob zu Fuß, mit dem Gehwagen oder im Rollstuhl. Spätestens, als die Punk-Rocker mit ihren „Aushilfsbläsern“ Moritz, Gunar und Sinikar das hymnische „Viva – la libertad“ anstimmten, war die Tanzfläche dicht bevölkert. Das blieb auch so bei den Rote-Kapelle-Liedern über den größten Mann oder über den „grauen Rest“, der sich Freiheit wünscht.
Noch voller wurde die Tanzfläche beim Auftritt der Beach Bums. „Habt Ihr Lust auf ein bisschen Ska?“ fragte Frontmann Kevin ins Zelt. Die Menge reagierte gleich begeistert, hob die Hände, sprang zur Seite oder tanzte Formationen auf Kevins Aufforderung. Wenn die Beachbums politischer wurden, übernahm Kevins Papa Dirk, der Keyboarder, die Ansagen. „Wir rebellieren für die Freiheit“, erklärte er. „Am Samstag spielen wir in Oberkochen mit Jahcoustix gegen Rechts“. Logisch, dass darauf „Far away“ folgte, eben der Song, den die Beach Bums mit Jahcoustix aufnahmen. Großen Applaus bekamen die sechs Jungs aus Gmünd mit ihrem Rumpelska- und Rebel-Reggae auch für ihren Song „Lampedusa“. Dirk erklärte: „Wir wenden uns gegen Berlusconi, der auf der italienischen Insel vor Afrika Flüchtlinge gefangen hält, während er sich mit Minderjährigen verlustiert.“
Als gegen 22 Uhr Dario, „das Urgestein der JKI“, als einer von drei Tony Montanas die Bühne betrat, waren nur noch wenige junge Leute mit Behinderung im Festzelt zu sehen. „Schade eigentlich“, meinte Wolfgang, einer der Besucher. Denn was die Montanas in ihrem Ganoven-Styling mit Kontrabass, Schlagzeug und Gitarre den Besuchern auf die Ohren und Augen gab, sei „extraklasse“.
Als „Mafiabilly“ bezeichnen die Jungs aus dem Schwabenland selber ihren Musikstil, der irgendwo zwischen Punk und Rocksteady angesiedelt ist. Besonders eindrucksvoll war ihr Zusammenspiel an diesem Abend, denn ihr zweiter Drummer, der von The Higgins kommt, hatte nur einmal vorher mit Dario geprobt.

AllStyle Summerfestival

Pressebericht 2004

Ausgelassene Stimmung beim Allstyle-Festival auf dem Gelände der Stiftung Haus Lindenhof.
FESTIVAL / Rund acht Stunden lang Rock, Rap, Reggae und vieles mehr im Festzelt beim "Haus Lindenhof" "We don't need no more trouble"

Langsam aber sicher wird das Allstyle Summer Festival zur Institution: Newcomerbands und Neuentdeckungen aber auch Gruppen, die schon ganz oben angekommen sind, geben sich das Mikro in die Hand. Im Festzelt beim "Haus Lindenhof" gab es rund acht Stunden eine ausgefeilte Mischung an gutem alten Reggae, HipHop bis hin zu Rock'n Roll.

VON BIRGIT MARKERT

Eine positive Überraschung war gleich die erste, noch sehr junge Band: "Stramp Elliot" aus
Aalen mit ihrer ganz eigenen Version von Rock. Vor allem die getragene Frauenstimme
begeisterte das gleich um 18.30 Uhr schon recht zahlreiche Publikum. "Ein nächster Auftritt im
Esperanza folgt bestimmt", ist sich Pasquale Caiafa, der Vorsitzende der Gmünder
Jugendkulturinitiative, sicher.
Allstyle Summer Festival - die Zusammenstellung der Bands folgte diesem Versprechen von
Anfang an: Weiter ging es mit Rock'n'Roll der 50er und 60er Jahre. Die Stuttgarter Band
"Triple Espresso" wartete mit waschechtem Rockabilly und Swing auf. Mit ihren melodiösen
Interpretationen lud ihre Musik regelrecht zum Tanzen ein - einer Einladung, der glatt einige
Paartänzer folgten. Wieder ein gekonnter Stilwechsel und die 6-köpfige Berliner Band "Rolando
Random & The Young Soul Rebels" erscheint auf der Bühne mit ihren Rockin Ska Grooves.
Wäre das Wort in der Szene nicht zu vorbelastet, könnte man auf die Idee kommen, es sei
Tanzmusik, was die Vollblutmusiker da streckenweise hinlegen. Anleihen an den Punk der
frühen 80er, souliger Reggae - wenn sich etwas den ganzen Abend durchzog, dann nicht nur der Stilmix von einer Band zur anderen, sondern auch der Stilmix innerhalb der Sets.
Ein echter Hingucker dann "The Aggrolites" aus Los Angeles und San Francisco, erstmals auf
Europa-Tournee. So was hat die Szene vermutlich bislang weder gesehen noch gehört - eine
absolute eigene Show, die die fünf Musiker, allen voran Sänger Roger abzog. "Dirty Reggae", der
Name ihrer neusten CD ist Programm: "What are you doing?" Unisono die Antwort: "Dirty
Reggae". Geschickt spielten sie mit dem Image der bad boys: Herausgestreckte Zunge und
Primatenstellung waren das Kennzeichen, um knallharte Kritik an Bush und Konsorten zu
üben, von der sie sich regelrecht angewidert zeigten. "Don't Bush" oder "F... Bush", so ihr Motto.
Von "Heubacker good beer" zeigten sie sich schon mehr angetan. Fast in Trance versetzten sie
das Publikum mit ihrem Song "Pop the Trunk", zwei Zuhörer kamen auf die Bühne, um mit
mitzusingen.
Gegen Mitternacht war die Bühne frei für Mellow Mark, den absoluten Höhepunkt des Abends.
Die Stimmung war mehr als zwei Stunden phantastisch. Gitarre, Rap und Gesang, dazwischen
Jongliereinlagen - sein Herkommen von der Straßenmusik bleibt sein Aushängeschild. Die
Verbindung von Bühne und Publikum könnte nicht perfekter sein. Mellow Mark knüpft
zunächst mit sehr viel softerem Reggae an die Vorgängerband an, um dann bei einem bunten
Crossover mit Salsa, Reggae und HipHop zu landen, am Schluss gefolgt von Ska. Nicht zu
vergessen: die vielen südamerikanischen Anklänge - am morgen kam der Spitzenmusiker aus
Kuba zurück. Doch seine Musik, für die er den Newcomer Echo gewonnen hat, ist nur das eine.
Für die Fans ist seine Message mindestens ebenso wichtig: "We don't need no more trouble...,
what we need is love." Zum Aufstand ruft der Protestliedermacher nicht auf, jeder soll doch bei
sich anfangen, die Welt zu verändern. Doch wenn es um soziale Ungerechtigkeit, Globalisierung
und blinden Materialismus geht, meldet sich der Musiker mit den langen Rastalocken zu Wort.
Bei der Zugabe, seinem Hit "Soul Revolution", sang das ganze Zelt mit. Um 2.30 Uhr war
Schluss. Die gute Stimmung und das schöne Miteinander der Gäste von außen und der
behinderten Bewohner sowie der Mitarbeiter vom "Haus Lindenhof" und der Esperanza Crew
ließen das Festival auch im zweiten Jahr zu einem vollen Erfolg werden.
© Gmünder Tagespost 06.07.2004
Array
"We don't need no more trouble" - Gmünder Tagespost