Interview mit Timo Bader

Interview mit Timo Bader

Beschreiben Sie sich selbst mit drei Worten.
Kreativ, originell, ideenreich.

In welchem Alter haben Sie begonnen zu schreiben?
Ich schreibe, seit ich das Schreiben gelernt habe, also seit meiner Grundschulzeit. Damals entstanden auch die ersten Romanfragmente, die zum Glück nie an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich habe schon immer viel gelesen und ich denke, das war es schließlich, was mich zum Schreiben gebracht hat. Ich hatte häufig andere Vorstellungen, wie Geschichten in Büchern verlaufen und insbesondere enden sollten. Also habe ich mich einfach hingesetzt und meine Version geschrieben. Darüber hinaus wurde das kreative Schreiben zu meiner Schulzeit durch meine Deutschlehrer sehr gefördert.

Lesen Sie selbst gerne und haben Sie ein Lieblingsbuch?
Ja, ich lese sehr gerne, habe aber leider nie genug Zeit dazu. Das eine Lieblingsbuch gibt es bei mir nicht, mir fallen aber spontan fünf Autoren ein, die erwähnenswert sind: Chuck Palahniuk, Charles Dickens, Umberto Eco, William Shakespeare und George R. R. Martin.

Was ist für Sie ein „gutes Buch“?
Ein „gutes Buch“ packt einen sofort, man kann es kaum beiseitelegen, ein „gutes Buch“ saugt einen auf und geht unter die Haut, sodass es einen noch lange nach der Lektüre beschäftigt.

Nutzen Sie die Stadtbibliothek als Leser?
Als Kind und Jugendlicher war ich regelmäßiger Besucher der Stadtbibliothek. Besonders die gut sortierte Comicabteilung hatte es mir damals angetan. Oft konnte ich es gar nicht abwarten, bis der neue Band von Jeff Smiths „Bone“-Reihe endlich in der Auslage stand. Inzwischen komme ich leider viel zu selten in die Stadtbibliothek. Aber für die Recherche an meinem neuen Roman habe ich dort einige Bücher über Lorch und das dortige Kloster entliehen.

Haben Sie neben dem Schreiben noch einen anderen Beruf?
Ich bin Deutsch- und Englischlehrer an einem Gymnasium in Schorndorf.

Warum schreiben Sie gerade historische Romane?
Begonnen habe ich in jungen Jahren mit Märchen und fantastischer Literatur. Dann kamen die Science-Fiction und später Krimis und Thriller hinzu. Als ich von Alexander Groll, dem Koordinator des Gmünder Stadtjubiläums, gefragt wurde, ob ich mir vorstellen könnte, einen historischen Roman über Gmünd und die Staufer zu schreiben, hat mich die Herausforderung gereizt.  Die Geschichte der Menschheit steckt voller spannender Geschichten, Liebe, Verrat, Hoffnung, Freundschaft und Konflikte. Und die hat es auch schon in meinen anderen Werken gegeben.

Hatten Sie schon einmal eine Schreibblockade? Wenn ja, was tun Sie   dagegen?
Nein, Schreibblockaden sind oft das Ergebnis von mangelhafter Planung. Bevor ich mit dem Schreiben anfange, setze ich mich sorgfältig mit der Geschichte und den Figuren auseinander. Das Schreiben selbst ist dann ein solides Handwerk.

Wie kommen Sie auf die Namen der Protagonisten?
Bei historischen Romanen kommen natürlich viele historische Persönlichkeiten vor. Da bleibt mir nicht viel Raum für Gestaltungsfreiheit. Das hat mir vor allem bei den zahlreichen „Heinrichs“, „Ottos“ und „Friedrichs“ Probleme bereitet. Die Namen der fiktiven Figuren sind teilweise sprechende Namen, manchmal gefällt mir auch nur der Klang, weil er zum Charakter der Personen passt.

Wann schreiben Sie? (Täglich? Zu welcher Uhrzeit?)
Jede Woche, samstagvormittags, nach dem Hundespaziergang bis zur Mittagszeit.

Wie vereinbaren Sie das Schreiben mit Familie und Beruf?
Familie und Beruf gehen ganz klar vor. Als Vater, Ehemann, Deutsch- und Englischlehrer habe ich da auch genug zu tun. Aber das Schreiben hat auch einen festen Platz in meinen Leben. Wichtig sind eine gute Organisation und viel Disziplin.

Was sagen Ihre Schüler zu Ihrem Autorendasein?
Die gehen damit ganz locker um, ab und zu darf ich mal ein Buch signieren, angeblich für die „Mama“, heißt es dann immer, aber manche lesen meine Bücher doch auch selber und das freut mich sehr.

Haben Sie auch schon einmal Leserkritik bekommen?
Ja, klar, es gibt Kritiken, über die man sich freut, weil man sieht, dass der Leser die Geschichte so verstanden hat, wie sie gemeint war. Es gibt aber auch Kritiken, die wirkliche Fehler aufzeigen. Kritik ist, wenn sie ehrlich ist, immer etwas Gutes. Jeder darf seine Meinung äußern. Ich ärgere mich nur darüber, wenn Kritiken nicht konstruktiv sind.

Wie viele Lesungen haben Sie im Jahr?
Das ist recht unterschiedlich, zwischen fünf und zehn.

Sind sie schon überregional bekannt?
Das kann ich leider schlecht bewerten.

Was gefällt Ihnen an Schwäbisch Gmünd besonders?
Die Stadt atmet Geschichte, nicht nur in ihren Denkmälern, Kirchen, sondern auch in ihrem Alltag. Sie flüstert einem Geschichten zu aus längst vergangenen Zeiten – man muss nur genau hinhören.

 

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