Pressemeldungen

März 2017

Schwäbisch Gmünd (sv) – Erstmals erschließt eine Ausstellung einem außeramerikanischen Publikum das künstlerische Werk von Emil Holzhauer und stellt den in Europa bislang zu Unrecht wenig bekannten Künstler einer breiten Öffentlichkeit vor. Dazu zeigt das Museum im Prediger vom 5. März bis 11. Juni insgesamt 56 Arbeiten aus allen Schaffensphasen Emil Holzhauers. Ausgangspunkt bilden ein kleiner Werkbestand aus den Sammlungen des Museums und einige Leihgaben aus Privatbesitz. Das Gros der Werkschau stellen 50 Gemälde und Aquarelle aus dem Besitz des Northwest Florida State College in Niceville, Florida; als Schenkung des Künstlers besitzt das College über 400 Gemälde, Zeichnungen und historische Dokumente Emil Holzhauers und bewahrt dessen künstlerisches Erbe.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog (dt./engl., 96 Seiten, 20 Euro).

Eröffnung
Sonntag, 5. März, 11 Uhr.

Passion für künstlerische Expressionen
Emil Holzhauer wurde 1887 in Schwäbisch Gmünd geboren. Mit neunzehn ging er nach New York: ohne Geld und Englischkenntnisse, dafür ausgestattet mit einer Ausbildung zum Ziseleur und Graveur – und getragen von dem festen Ziel, Künstler zu werden. Anfangs arbeitete er als Zeichner und Graveur in Schmuckmanufakturen. Seine Kunststudien führte er neben dem Beruf weiter. Prägend für seinen künstlerischen Werdegang war von 1909 bis 1912 das Studium an der Kunstschule von Robert Henri (1865-1929), einem der einflussreichsten Kunstpädagogen in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 1915 bekam er seine erste eigene Ausstellung in New York. Die erste große Anerkennung bedeutete 1930 der Gewinn der internationalen Logan-Medaille für ein Aquarell. Die Auszeichnung öffnete ihm die Tür für größere Aufträge und wichtige Einzelausstellungen. Seit 1932 war er auch lehrend tätig, zuletzt von 1942 bis zur Emeritierung 1953 als Professor für Kunst am Wesleyan College in Macon (Georgia). Als Emil Holzhauer 1986 in Niceville (Florida) im Alter von fast einhundert Jahren starb, hatte sich sein Lebenstraum durch eine außergewöhnliche künstlerische Karriere erfüllt. „Holzhauers Courage und Entschlossenheit“, schreibt seine Biografien Audrey Edwards, „hat viele Menschen inspiriert, besonders seine Studenten. Seine Passion für künstlerische Expressionen und seine stets positive Gesinnung reflektieren in all seinen Schöpfungen.“

In seiner Malerei nimmt Emil Holzhauer noch die künstlerische Ästhetik des 19. Jahrhunderts mit auf, vor allem die von Cézannes und Van Gogh, deren Werke er 1913 auf der legendären „Armory Show“ in New York kennenlernte. Gleichzeitig steht er in der Tradition des sich formierenden Amerikanischen Realismus, dem ersten eigenen nationalen Kunststil der USA. Einer der Mentoren und Protagonisten dieser Richtung war sein Lehrer Robert Henri. Henri forderte seine Studenten zu einer realitätsbezogenen Malerei und der Auseinandersetzung mit der amerikanischen Lebenswirklichkeit auf. Holzhauer folgte dem Realismus Henris, wenngleich mit stilistischer Eigenständigkeit und eigener Ausdruckskraft.

Zu seinen bevorzugten Motiven gehören Porträts und Landschaften, vor allem aber Szenen des einfachen, alltäglichen Lebens: darunter Wohnviertel von Arbeitern und Schwarzen, Gassen und Hinterhöfe, sowie Menschen, die ihrer gewöhnlichen Beschäftigung nachgehen. Es sind Bilder, die weder idealisieren noch romantisieren, sondern einen diskreten, respektvollen Blick aufrichtiger Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Kräftige Linien und ausdrucksstarke Farben charakterisieren seine eindringliche Malerei in Aquarell, Öl und Kasein.

Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 14 -17 Uhr, Do 14 -19 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-17 Uhr, Oster- und Pfingstmontag wie feiertags. Montags geschlossen, ebenso Karfreitag.

Adresse und Informationen
Museum im Prediger, Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd, Telefon: 07171 603-4130, Internet: www.museum-galerie-fabrik.de

Emil Holzhauer Mildred Weiss, 1928, Öl auf Leinwand, 73,3 x 58 cm. © Estate Northwest Florida State Emil Holzhauer, New Yorker Brücken im Winter (New York Bridges in Winter), undatiert (1926-30?), Öl Emil Holzhauer, Der Bootsmacher (The Boatmaker), 1951, Kaseinfarben, 89,5 x 72,4 cm.  
Dezember 2016

Das Museum und die Galerie im Prediger sowie das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik stehen für anregende und bereichernde Begegnungen mit Kunst und Kunsthandwerk. Diesen Anspruch lösen im kommenden Ausstellungsjahr insgesamt neun Sonderausstellungen ein.

Museum im Prediger
Noch bis 5. Februar: Regina Baumhauer. Little Miss Liberty Crossing the Delaware
Über 70 Gemälde, Zeichnungen und bildhauerische Arbeiten von den späten 1980er Jahren bis heute geben einen umfassenden Überblick über das Werk der gebürtigen Schwäbisch Gmünderin und Wahl-New Yorkerin.

5. März bis 11. Juni: Emil Holzhauer (1887-1986). Amerika – der Traum vom Künstlerleben
Mit neunzehn, ohne Geld und Englischkenntnisse, verlässt Emil Holzhauer 1906 seine Heimat Schwäbisch Gmünd und geht nach New York, um sein Lebensglück in der Kunst zu suchen – und findet es: 1986, fast hundertjährig, stirbt er im amerikanischen Niceville in Florida als erfolgreicher, mehrfach geehrter Künstler und angesehener Kunstpädagoge. In der ersten Ausstellung außerhalb der Vereinigten Staaten ist Holzhauers Werk nun erstmalig und umfassend im Museum seiner Geburtsstadt zu erleben. Zu sehen sind rund 50 Arbeiten aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Die Werke stammen großenteils aus dem Northwest Florida State College in Niceville (Florida). Als Schenkung des Künstlers aus dem Jahr 1967 besitzt das College über 400 Gemälde, Zeichnungen und historische Dokumente Emil Holzhauers und bewahrt dessen künstlerisches Erbe. Der individuelle Stil Emil Holzhauers ist geprägt von der Kunst Cézannes und van Goghs und nimmt Einflüsse des Expressionismus, Fauvismus und sozialen Realismus auf. Zu seinen bevorzugten Motiven gehören Porträts und Landschaften, vor allem aber Szenen des einfachen, alltäglichen Lebens, darunter Wohnviertel von Arbeitern, Gassen und Hinterhöfe. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (deutsch/englisch).

23. Juli bis 24. September: Josef Eduard Wagenblast (1930-2005). Landschaften
Ein Sommertag am Bodensee: weit gleitet der Blick über die Halbinsel Höri, über ockerfarbene Äcker und lichtdurchflutete Uferzonen hinaus auf die sonnenglitzernde Wasserfläche und verliert sich im dunstigen Blau des leicht bewölkten Himmels. Immer wieder hat der Maler und Graphiker Josef Eduard Wagenblast solch stimmungsvolle Landschaftsmotive eingefangen. Ausgewählte Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken überblicken das facettenreiche Spektrum im Schaffen des Künstlers und Pädagogen, der 2005 im Alter von 75 Jahren in seiner Geburtsstadt Schwäbisch Gmünd starb.

29. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018: Friedrich Hechelmann. Geflügelte Wesen – Bronzen und Aquarelle
Durch seine teils mehrfach preisgekrönten Buchillustrationen wurde Friedrich Hechelmann international berühmt. Immer hat sich der 1949 in Isny geborene Künstler aber auch mit der Bildhauerei auseinandergesetzt, insbesondere mit der antiken Skulptur. Nach der Illustration von Shakespeares Märchenspiel „Ein Sommernachtstraum“ 2014 realisierte er einen langgehegten Wunsch: ein Jahr lang arbeitete er ausschließlich an der Entstehung von Bronzen. Entstanden sind 15 geheimnisvolle Wesen aus der Mythen- und Fabelwelt – filigrane Schönheiten aus anderen Sphären, entrückt von dieser Welt. Diese Figuren sind Ausgangspunkt der Ausstellung.

Galerie im Prediger
4. Februar bis 2. April: Yong Sa Sommer. Wandlungen

Yong Sa Sommer, geboren 1945 in Kwangju (Südkorea), beschreibt in ihrer Kunst Wandlungsprozesse. Seit 1975 ist Schwäbisch Gmünd, unterbrochen durch einen langjährigen Aufenthalt in Südfrankreich, die Wahlheimat der Künstlerin. Nach Anfängen mit Stickbildern entstand in konsequenter Entwicklung ein mehrschichtiges Werk, das heute neben der Kalligrafie, der Malerei und dem Relief auch Fotografien, Collagen und plastische Arbeiten umfasst. Die oft meditativen Arbeiten sind geprägt von der Auseinandersetzung mit der fernöstlichen Kulturtradition der koreanischen Heimat. Die Ausstellung würdigt Yong Sa Sommers nunmehr 40-jährige künstlerische Arbeit und umspannt wichtige Schaffensphasen mit ausgewählten Werken.

22. April bis 18. Juni: Stephan Hasslinger. Paisley
Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet der Freiburger Bildhauer Stephan Hasslinger (Jg. 1960) in Ton. Daraus baut er fast barock anmutende, anspielungsreiche und übermannsgroß aufragende Keramikskulpturen, die auf dem Feld der zeitgenössischen Bildhauerei längst einen eigenständigen, überzeugenden Platz einnehmen. Organoide, fließende Formen verbinden sich in den Arbeiten mit textilen Strukturen und ornamentalen Mustern, die der Welt der Mode und der tradierten Kultur entstammen – und die der Künstler auf surreale Weise lustvoll verfremdet. Zum Thema der Ausstellung in der Galerie im Prediger entsteht eigens eine neue Arbeit, die der Künstler mit einer Auswahl weiterer Boden- und Wandobjekte zu einem spannungsvollen Dialog komponiert.

8. Juli bis 10. September: Stefan Rohrer. Roller Coaster
Das Werk von Stefan Rohrer, geboren 1968 in Göppingen, dreht sich um das wohl wichtigste Kulturgut des 20. Jahrhunderts, um einen modernen Mythos, ja gar einen Fetisch: das Auto. Alte Autokarosserien, Motorroller und Modellautos zerlegt er in ihre Einzelteile. Neu zusammengesetzt, schweißt, schraubt und schleift er daraus in Popfarben lackierte und auf Hochglanz polierte Skulpturen, die mit bekannten Formen beginnen und sich alsbald im Fantastischen verlieren. Mit größter handwerklicher Finesse streckt, dehnt, verjüngt und verformt er sein ungewöhnliches Material zu dynamischen Gebilden, die mal elegant geschwungen, mal in wilden Loopings in den Raum ausgreifen, gleichsam abheben und aus der Bahn geraten. Mit hintergründigem Humor visualisiert Stefan Rohrer in seinen Arbeiten automobile Geschwindigkeit. In der Galerie im Prediger zeigt Stefan Rohrer ältere und neue, speziell auf den Ausstellungsraum abgestimmte Arbeiten.

30. September bis 26. November: Bruno Feger. Augenblick, verweile doch
Monumentale Blumen, Blüten und Früchte aus Stahl und Kunstharz gehören seit gut 20 Jahren zu den unverwechselbaren Markenzeichen von Bruno Feger. Geboren 1962 in Haslach im Schwarzwald, gehört er zu den bemerkenswerten Bildhauern der Gegenwart. In wochenlanger Arbeit montiert und verschweißt der Künstler hunderte fast mosaikhaft kleine, rechteckig geteilte Stahlplättchen, die er zuvor aus einer industriell gefertigten Stahlplatte geschnitten hat, zu großformatigen, farbig gefassten Skulpturen: zu Hagebutten, Lilien und Kirschen, zu Gräsern und Tulpen. Feger abstrahiert und reduziert sie auf Grundformen und -linien ihres Erscheinens in der Natur, lässt den jeweiligen Urtypus aber erkennen. Im natürlichen Zyklus des Blühens und Verwelkens hält er sie in der Üppigkeit ihres Wachstums fest: in sattem Grün die Gräser, in prall leuchtendem Rot die Hagebutten, Kirschen und Tulpen. Die Ausstellung in der Galerie im Prediger gibt einen Einblick in Bruno Fegers Schaffen – von seinen frühen floralen Holzwerken bis zu neuen Stahlarbeiten.

Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik
30. April bis 2. Juli: 18. Silbertriennale International

Die Silbertriennale ist einer der wichtigsten internationalen Wettbewerbe im Bereich des Silberschmiedens und der Metallgestaltung. Alle drei Jahre stellen sich namhafte Gestalter und junge Nachwuchskünstler aus der ganzen Welt dem von der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. und dem Deutschen Goldschmiedehaus Hanau veranstalteten internationalen Wettbewerb. Eine fachkundige Jury wählt die Besten der Besten aus, die dann in einer von Hanau ausgehenden Wanderausstellung präsentiert werden – und die macht vom 30. April bis 2. Juli 2017 im Silberwarenmuseum Ott-Pauser in Schwäbisch Gmünd Station. Am 18. Wettbewerb beteiligten sich 138 Künstlerinnen und Künstler aus 24 Ländern. Die Jury hat sieben Arbeiten prämiert und für die Ausstellung 77 Objekte von 65 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Ihr Ideenreichtum kommt in Materialien, Techniken, inhaltlichen Konzepten und experimentellen Kombinationen zum Ausdruck.

Informationen
Museum im Prediger, Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd. Telefon 07171 603-4130, www.museum-galerie-fabrik.de.
Auf Wunsch erhalten Interessierte das Jahresprogramm und regelmäßige Informationen zu den Ausstellungen zugeschickt.

Emil Holzhauer, Counting beads (Glasperlenzählerin), 1931, Öl auf Leinwand, 91,4 x 76,2 cm Stephan Hasslinger, Arbeiten im Atelier. Foto: Stephan Hasslinger.    
 

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