Rundwanderweg am Limes In Schwäbisch Gmünd

Schwäbisch Gmünd, 2012

Das Remstal war rund hundert Jahre lang, von etwa 160 n. Chr. bis 260 n. Chr. die äußerste Grenzzone des Römischen Reiches. Das Gmünder Gebiet bewachten und kontrollierten über 1500 Soldaten, die in Kohorten formiert in Lorch, am Schirenhof und Böbingen sowie einigen kleineren Anlagen wie Freimühle, Kleindeinbach und Hintere Orthalde stationiert waren. Um die größeren Kastelle bildeten sich Lagerdörfer.
 
Auf den nördlichen Höhen des Remstales verlief der Limes - eine Kette von Turmposten in gegenseitiger Sichtweite. Am Westhang des Rotenbachtales an der Binnengrenze zwischen den beiden römischen Provinzen Obergermanien und Rätien ist ein bemerkenswerter Wechsel in der Konstruktion der Grenzanlage zu beobachten. Hier stießen die rätische Mauer sowie Wall und Palisade des obergermanischen Limes aufeinander. 
  
Auf einer vorspringenden Geländezunge im Norden befand sich das Kastell Schirenhof, in dem rund 600 Auxiliarsoldaten der ersten Flavischen Kohorte von Rätern stationiert waren. Das Kastellbad wurde vorzüglich restauriert und sichtbar gemacht. Auch das große Brandgräberfeld und das Lagerdorf wurden archäologisch eingehend untersucht.
 
Am westlichen Stadtrand von Schwäbisch Gmünd zu beiden Seiten des Rotenbachtales wurde die innerrömische Provinzgrenze von ungewöhnlich dicht platzierten Kastellanlagen gesichert.
 
Auf der rätischen Seite kontrollierte die Besatzung des Kastells Freimühle die Provinzgrenze. Es handelt sich um den westlichsten Truppenstandort der Provinz Rätien.
 
Gegenüber, am östlichen Abschluss des von der Provinzhauptstadt Mainz aus befehligten obergermanischen Limes, lag das Kleinkastell von Kleindeinbach - etwa 50 m hinter der Limespalisade.

Der neue archäologische Rundwanderweg soll diese einzigartige Grenzsituation erschließen. In etwa drei Stunden können die Denkmäler beim rätischen Kohortenkastell am Schirenhof mit Kastellbad, Friedhof und Lagerdorf und im Rotenbachtal erkundet werden.
 
Das Signet mit dem Römerhelm markiert die Strecke und bezeichnet auch den Verbindungsweg zwischen dem Schirenhof und dem Rotenbachtal. 
 
Vom Wanderparkplatz an der B 29, unmittelbar östlich der Abzweigung nach Kleindeinbach, führt der Wanderweg auf der Talsohle östlich des Rotenbachs zunächst zu den noch gut sichtbaren Anlagen an der Provinzgrenze. Dort trifft der Weg auf den vom Mittelrhein zur Donau verlaufenden "Deutschen Limeswanderweg".
 
Der obergermanisch-rätische Limes verläuft vom  Kastell Rheinbrohl bei Bad Hönningen am Rhein bis an die Donau bei Regensburg. Ihm folgen auf der gesamten Strecke die  Deutsche  Limesstraße, der Deutsche Limes-Radweg und der Limeswanderweg. Sie alle führen durch unser Gebiet und berühren teilweise auch den lokalen Rundwanderweg.