Schwäbisch Gmünd, 2016

Krippen von Anna Fehrle

27. November 2016 – 8. Januar 2017

Schwäbisch Gmünd, 2016

Krippe von Anna Fehrle: Heilige Drei Könige

Schwäbisch Gmünd, 2016

Krippe von Anna Fehrle: Heilige Familie

„Zur Krippe her kommet“ – diese Strophe des berühmten Weihnachtsliedes gilt in den nächsten Wochen in ganz besonderer Weise im Gmünder Museum. Bis Sonntag, 8. Januar, sind zwei Krippen von Anna Fehrle (1882-1981) ausgestellt. Beide fertigte die berühmte Krippenfigurenschnitzerin in den 1960er Jahren, gelangten als private Schenkungen in den Besitz des Gmünder Museums und sind nun erstmals öffentlich zu sehen.

Anna Fehrle gilt als Erneuerin der Krippenkunst in Deutschland. Inspiriert von barocken Krippen und beeinflusst durch ihren Bruder, den Bildhauer Jakob Wilhelm Fehrle, begann sie 1920 mit dem Schnitzen von Puppen und Figuren. Mit einem sicheren plastischen Empfinden für Formen, Farben und Proportionen entwickelte sie schnell einen eigenen Figurenstil. Den kennzeichnen ausdrucksstarke, lebendig wirkende Figuren mit holzgeschnitzten Köpfen, Händen und Füßen sowie Körpern aus stoffumwickeltem Draht. In der Formgebung legte sie großen Wert auf die Auswahl, Zusammenstellung, Farbgebung und Drapierung der verwendeten Stoffe. Kostbare und seltene Textilien, etwa alte Brokatstoffe und Spitzen, sowie schmückende Details verliehen den Figuren ihr charakteristisches, einzigartiges Aussehen. Diese Art der Fertigung macht Anna Fehrles Krippenfiguren bis heute zu kunsthandwerklichen Meisterwerken.

Anna Fehrle wurde am 19. Juni 1892 in Schwäbisch Gmünd geboren, wo sie am 26. März 1981 im Alter von 88 Jahren auch starb. Jahrelang fertigte die gelernte Blumenbindemeisterin ihre Krippenfiguren, Leuchterengel und unterschiedlichen Puppen in den späten Nachtstunden; tagsüber arbeitete sie in der Staudengärtnerei ihres Vaters. Aus dem Nebenher des Anfangs wuchs eine bedeutende, international angesehene Werkstatt. Fehrle-Krippen waren bald in ganz Europa gefragt und gelangten schließlich über den internationalen Kunsthandel auch nach Amerika und Afrika. Die Firma Rosenthal ließ Fehrles musizierende Engel für festliche Tischdekorationen in Porzellan übertragen und beschickte damit weltweit ihre Filialen. Die größte von Anna Fehrle geschaffene Krippe ist die zwischen 1934 und 1960 im Auftrag des Pfarrers und Kunstsammlers Fritz Langbein geschaffene „Musberger Krippe“. Darin fügen sich 153 Figuren in 16 Szenen zu einem großen Zyklus aus dem Leben Jesu – von der Verkündigung der Geburt bis zur Hochzeit von Kanaan.

Öffnungszeiten
Di, Mi, Fr 14 bis 17 Uhr, Do 14 bis 19 Uhr, Sa, So und an den Feiertagen 11 bis 17 Uhr. Montags sowie an Heiligabend, Silvester und Neujahr ist geschlossen.

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