Mentorenprojekte 2012

  Rems-Zeitung - 24.04.2012  (PDF-Datei, 0,30MB)
  Rems-Zeitung - 17.01.2012  (PDF-Datei, 0,41MB)
Dezember 2012

Die Zeit zum Innehalten
 
Eine Atempause in der Vorweihnachtszeit will auch in diesem Jahr der „Lebendige Adventkalender“ in der Weststadt bieten. An fast jedem Tag finden dort an verschiedenen Orten besinnliche Veranstaltungen vielerlei Art statt, zu denen alle Bewohner der Weststadt eingeladen sind.
 
Schwäbisch Gmünd. Die Auftaktveranstaltung des sechsten „Lebendigen Adventskalenders“ in der Weststadt war am Samstagnachmittag im Paul-Gerhardt-Haus mit einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Die Bürgermentorin Veronika Protzer hatte die Moderation übernommen. Das Flötenorchester Großdeinbach bot die musikalische Umrahmung unter Leitung von Rosi Schmid und machte mit einem Instrumentalstück den Auftakt, dem das gemeinsam gesungene Lied „Es kommt ein Schiff geladen“ folgte.
Danach sprach Münsterpfarrer Robert Kloker ein Grußwort mit einem Text von Margot Käßmann, in dem unter dem Thema „Eine offene Tür“ an den ersten Adventkalender erinnert wurde, hinter dem sich allerlei Leckereien verbargen, und auf den christliche Motive aufgedruckt waren. „Jeder Tag ein Tag der Vorbereitung und des Wartens. Jeder Tag eine Tür, die sich öffnet hin zum großen Fest der Geburt des Gotteskindes.“ Heute würde man fragen, wo man denn noch offene Türen und noch weiter geöffnete Herzen finden würde. Viel zu viele wären fest verschlossen und verriegelt. Der evangelische Dekan Immanuel J.A. Nau erzählte in seinem Grußwort, wie bei ihm daheim Advent gefeiert wird.
Dieses Jahr wird der „Lebendige Adventkalender“ die drei Klassen der Martinusschule des Hauses Lindenhof in der Stauferschule bei dem Projekt „Vogelnestschaukel“ unterstützen, für das man bei den kommenden Veranstaltungen auf Spenden hofft. Die Initiative zum Lebendigen Adventskalender geht von engagierten Weststadtbewohnerinnen aus. Die Veranstaltungen beziehen viele Institutionen vor Ort mit ein – wie zum Beispiel die Stauferschule, St. Anna, das Johannes-Brenz-Haus, das Paul-Gerhardt-Haus, die Kirchen und die Kindergärten oder das Bischof-Ketteler-Haus. Der Lebendige Adventskalender ist inzwischen ein fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Zeit in der Weststadt.

Informationen zum Lebendigen Adventskalender gibt es per E-Mail an weststadt-adventskalender@web.de
 
Bericht: Dietrich Kossien -Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 01.12.2012

Bild: Das Flötenorchester Großdeinbach machte bei der Auftaktveranstaltung des "Lebendigen Adventskalenders" unter Leitung von Rosi Schmid Musik. (Foto: Laible)

     
Oktober 2012

Das Telefon steht nicht mehr still

Ehrenamtlicher Fahrdienst des Seniorennetzwerks Gmünd stark gefragt – Fahrer gesucht

„Tut, tut, tut, tut, tut“ – schon wieder besetzt! An manchen Vormittagen brauchen die Senioren eine Engelsgeduld, wenn sie zwischen 9 und 11 Uhr Claudia Stegmaier-Bareiß erreichen wollen. Trotzdem schimpft niemand, alle wählen geduldig. Wieder und wieder. Denn dieser Run aufs Telefon der „Zentrale“ ist Teil einer kreisweit bislang beispiellosen Erfolgsgeschichte, wie sie der ehrenamtliche Fahrdienst im Seniorennetzwerk Gmünd seit seiner Gründung schreibt.

Schwäbisch Gmünd. „Mobil sein. Das ist unbedingt notwendig, wenn man am gesellschaftlichen Leben teilhaben will“, weiß Gustav Zemek – nicht erst, seit sich der Ruheständler zum Bürgermentor ausbilden ließ. Also hat er sich als Projekt die „Gründung eines Seniorenfahrdienstes“ vorgenommen, hat die Ärmel hochgekrempelt und zusammen mit Monica Lindenberg-Kaiser, der damaligen Vorsitzenden des Kreisseniorenrates, so lange gepuzzelt, bis ein stadttaugliches Modell aus der Taufe gehoben werden konnte.
„Von dem Thema reden viele. Die wenigsten kriegen es hin. Denn die Stadt hat andere Probleme als kleinere Gemeinden“, weiß der Gmünder Sozialamtsleiter Dieter Lehmann und kann „die Leistung der beiden Gründer deshalb gar nicht hoch genug schätzen“.
Was sind die Stolpersteine, die so viele Kreative scheitern lassen? Dieter Lehmann nennt die große Stadtfläche, mit vielen Teilorten. Dafür sei ein Bussle – wie man es etwa aus Böbingen kennt (siehe Kasten) – ungeeignet. Denn das müsste ein Ehrenamtlicher aus Straßdorf ja zunächst aus der Garage im Zentrum abholen, von dort womöglich eine Seniorin aus Lindach in die Stadt zum Arzt fahren – und schließlich wieder alles zurück. Da bliebe zu viel Zeit auf der Straße, würden zu viele Kilometer nutzlos gefahren. Stolpersteine seien auch die Versicherung und die Finanzierung.
Ein Jahr haben die Gmünder um Gustav Zemek gebraucht. Dann stand folgendes Konzept: Ehrenamtliche, aus möglichst jedem Gmünder Stadtteil, fahren mit ihren Privatautos die Seniorinnen und Senioren in die Stadt, die auf diese Unterstützung angewiesen sind – zum Arzt, zum Therapeuten, zum Friedhof, zum Einkaufen. „Das ist nicht nur Fahrdienst, sondern auch Begleitung“, beschreibt Dieter Lehmann einen wesentlichen Unterschied zum Taxiverkehr. Nicht geleistet werden Krankenfahrten; Fahrten, die ein spezielles Fahrzeug erfordern; Fahrten, die weiter sind als 15 Kilometer; oder Fahrten vor 8 und nach 18 Uhr.
Auch ein Unterschied zum Taxi: Die Fahrt muss etwa drei Tage vorher angemeldet werden – bei Claudia Stegmaier-Bareiß. Sie managt die Seniorenfahrdienstzentrale, das Herzstück des Konzepts. Anfangs ein eher ruhiger Job. Inzwischen steht morgens zwischen 9 und 11 Uhr, wenn sie Kundenwünsche entgegen nimmt, das Telefon nicht still. Abends teilt sie die Fahrerinnen und Fahrer ein – wobei sie zurzeit auf die Dienste von 17 Ehrenamtlichen zurückgreifen kann. Weitere Fahrer sind sehr willkommen. Besonders aus Hussenhofen oder Herlikofen wäre Verstärkung erwünscht. „Jeder bestimmt selbst wie viel er macht. Einige fahren nur an einem Tag in der Woche. Andere nur vormittags“, erklärt Stegmaier-Bareiß.
Außerdem soll der Anfahrtsweg der Ehrenamtlichen kurz gehalten werden. Lindacher also möglichst nur Lindacher fahren, Bettringer nur Bettringer. Denn die Fahrgäste bezahlen eine Kilometergebühr von 12 Cent ab Zustieg und eine Ehrenamtspauschale, die sich nach der Entfernung (Hin- und Rückweg) richtet – gestaffelt von 3 Euro (bis 4,9 Kilometer) bis 9 Euro (26 bis 30 Kilometer). Versichert sind die Fahrer durch eine Zusatzversicherung, die die Stadt ausgehandelt hat und bezahlt. Die Versicherung springe ein, wenn die Fahrerhaftpflicht nicht greift.

Andere Beispiele im Kreis
In einigen Gemeinden bieten Ehrenamtliche organisierte Fahrdienste an. Dafür steht in der Regel ein Bussle zur Verfügung. Pionier und Vorbild für dieses Modell dürfte der Organisierte Fahrdienst (OFD) des Elisabethenvereins in Böbingen sein, der 2011 sogar für den Deutschen Engagementpreis nominiert wurde. Der OFD startete im Juni1998. Bis 2011 hatte das „Bussle“ über 120 000 Kilometer zurückgelegt und dabei über 13 000 Personen befördert. Schon zweimal musste der Elisabethenverein ein neues Bussle anschaffen. Inzwischen haben Nachbargemeinden dieses Projekt übernommen.

Ortsmobil nennt sich das Modell in Hüttlingen. Dort fährt werktags zwischen 8.45 und 11.42 Uhr ein Kleinbus der Firma Lang jeweils dreimal drei unterschiedliche Routen, so dass Menschen ohne Auto problemlos in die Ortsmitte und wieder zurück kommen. Die Gemeinde subventioniert die Fahrten, die Busnutzer bezahlen 70 Cent für ein Ticket. Das Modell werde gut angenommen, erklärt Franz Vaas, der in der Gemeindeverwaltung zuständig ist. Etwa 20 Personen seien täglich mit dem Bussle auf Tour. aks

Bericht: Anke Schwörer-Haag, mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 25.10.2012

Bild: Albert Krieg holt eine Kundin ab, um sie auf den Friedhof und zum Einkaufen zu fahren. (Foto: Tom)

   
September 2012

Bücher mit anderen teilen

Öffentlicher und kostenloser Bücherschrank seit Donnerstag im Spitalinnenhof

Die Erstbefüllung hat die Gmünder Stadtbibliothek übernommen und auch Bürgermeister Dr. Joachim Bläse spendete bei der Enthüllung des ersten Gmünder Bücherschranks einige dicke Schmöker. Sinn und Zweck des Bücherschranks: „Bücher, für die man sich viele Leser wünscht, mit anderen zu teilen“, sagt Ideengeberin Ulrike Beck.

Im Gmünder Spitalinnenhof gibt es seit Donnerstag einen öffentlichen und kostenlosen Bücherschrank in Form eines Buches. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Kreissparkassenchef Carl Trinkl und Landrat Klaus Pavel bestücken diesen mit Lesestoff.

Schwäbisch Gmünd. In einer deutschen Großstadt habe Initiatorin und Bürgermentorin Ulrike Beck zum ersten Mal einen Bücherschrank gesehen und war sofort begeistert von der Idee, Bücher zu tauschen und kostenlos zur Verfügung zu stellen, um sie so mit anderen Lesebegeisterten zu teilen. „Das wollte ich auch für meine Stadt“, sagte sie bei der Enthüllung des Gmünder Bücherschrankes im Spitalinnenhof und strahlt – ihr Wunsch ist mit Hilfe vieler helfender Hände in Erfüllung gegangen. Denn allein hätte Beck dieses Ziel wohl nicht erreicht. Der Gmünder Bücherschrank entstand als jes-Projekt, bei dem sich Jugendliche für neue Ideen stark machen.
Mit im Boot waren Schüler der Gewerblichen Schule Schwäbisch Gmünd. „Gemeinsam mit ihnen haben wir ein Konzept für unsere Stadt ausgearbeitet“, so Beck. Und nach der Theorie kam die Praxis, in Person mehrerer Auszubildenden der ZF-Lenksysteme, die vom Modell bis zur Fertigstellung des Bücherschrankes dabei waren. Gemeinsam haben sie es geschafft, ein „ganz besonderes Projekt umzusetzen“, sagte Ulrike Beck, die sich für den neuen Bücherschrank tolle Bücher wünscht, für die sich der Spender wiederum „viele Leser wünscht“.
Mit viel Herzblut habe Ulrike Beck den Bücherschrank in den Köpfen vieler „wichtiger Menschen in Gmünd verankert“ und sie überzeugt, dass ein solcher auch der Stadt Schwäbisch Gmünd sehr gut stehen würde, sagte Bürgermeister Bläse und fügte hinzu: „Sie haben etwas Einzigartiges geschaffen, denn auch Landrat Klaus Pavel und Carl Trinkl, der Vorstandsvorsitzende der Kreisparkasse Ostalb, sind gekommen, um den Bücherschrank zu inspizieren.“ Die Finanzierung des Schrankes übernahm zum Großteil die Kreisparkasse Ostalb mit rund 2400 Euro. Carl Trinkl sieht dieses Geld gut angelegt und scherzte: „Vielleicht legt ja auch mal einer ein Sparbuch in den Bücherschrank.“

So funktioniert der Schrank
Der Bücherschrank steht im Spitalinnenhof und ist nie verschlossen. Interessierte können sich kostenlos bedienen. Die Bücher können entweder ausgeliehen und nach dem Lesen zurückgebracht oder behalten werden. Wer ein besonders schönes, spannendes oder auch sein Lieblingsbuch mit anderen teilen will, stellt dieses einfach in den Schrank. Im Schrankinneren gibt es zwei Bereiche. Auf der Seite mit dem Treppenzugang stehen Kinder- und Jugendbücher. Auf der anderen Seite Bücher für Erwachsene. Jedes Genre ist erwünscht. Auch Bücher in ausländischer Sprache sollen im neuen Bücherschrank in Schwäbisch Gmünd ihren Platz haben.

Bericht: Nicole Kiemel - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 20.09.2012

Bild: Im Gmünder Spitalinnenhof gibt es seit Donnerstag einen öffentlichen Bücherschrank in Form eines Buches. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, Kreissparkassenchef Carl Trinkl und Landrat Klaus Pavel bestücken diesen mit Lesestoff. (Foto: ki)

     
August 2012

Schüler der Gewerblichen Schule entwerfen öffentlichen Bücherschrank für Schwäbisch Gmünd
 
Im Rahmen eines JES — Projektes (Jugend Engagiert Sich) wird in Schwäbisch Gmünd ein Öffentlicher Bücherschrank aufgestellt, wie er in einigen deutschen Großstädten beliebte feste Einrichtung geworden ist. Viele tragen dazu bei, nicht zuletzt die Auszubildenden der ZFLS

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Die Ausbildung zur Bürgermentorin inspirierte Ulrike Beck zur Umsetzung dieser Idee für ihre Heimatstadt. Geplant ist, diesen wetterfesten Schrank an zentraler Stelle der Innenstadt zu installieren. Alle Gmünder Bürger sind eingeladen, sich dort „im Vorbeigehen“ zu bedienen, aber auch zu Verweilen.
Schülerinnen und Schüler der Gewerblichen Schule haben im Rahmen ihrer Abschlussprüfung zum Assistenten für Produktgestaltung Entwürfe für geeignete öffentliche Bücherschränke erarbeitet. Idee ist es, Bücher für Groß und Klein in allen in der Stadt gesprochenen Sprachen zum Auszuleihen bereit zu stellen. Bücher können einfach entnommen werden, um sie bei Gefallen zu behalten. Eigene Bücher können jederzeit eingestellt werden, insbesondere solche, denen man viele Leser wünscht.
Ziel ist es dabei auch, am Bücherschrank mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dazu können Kommentare zu den eigenen Büchern hinzugefügt werden, um einen schriftlichen Austausch zu suchen. Bücher sollen zum Anstoß für gelegentliche Vorleseaktionen mit Kindern an diesem Ort dienen und könnten — so die Hoffnung — sogar für eine Art Literarisches Café für alle Interessierten führen.
Die Schülerteams wurden im Fach Projektarbeit von ihren Fachlehrern Josefina Håkansson und Thomas Stauss beraten und betreut. Die vielfältigen Konzepte und kreativen Ideen wurden in professionellen Gestaltungsprozessen ausgearbeitet und detailliert. Die entstandenen Entwürfe sind unter Betreuung der technischen Lehrer Rolf Crummenauer und Franz Kommer in Modellen im Maßstab 1:5 umgesetzt worden, technische Zeichnungen vervollständigten die Unterlagen. Die elf Teams fertigten über den aufwändigen Gestaltungsprozess eine Dokumentation und präsentierten die Gestaltungsergebnisse schulintern. Vier Schülerteams qualifizierten sich unter den fachkundigen Augen der Projektausschreiberin und Bürgermentorin Ulrike Beck und den beiden Fachlehrern Josefina Håkansson und Thomas Stauss.
Diese vier Teams durften ihre Entwürfe in einem feierlichen Rahmen einer großen Jury aus Vertretern der Stadt Schwäbisch Gmünd, Bärbel Blaue und Stadtbildarchitektin Irene Pauser, den beiden Bürgermentoren Ulrike und Harald Beck, Erich Rathgeb als Vertreter umsetzenden ZFLS und den beiden Projektbetreuern Josefina Håkansson und Thomas Stauss vorstellen. Nach langer Diskussion und präzisem Abwägen der Vorteile der einzelnen Entwürfe kam die Jury zur einstimmigen Meinung, dass alle Entwürfe großartige Ideen beinhalten, prämierten aber den Entwurf von Andrea Barth und Tamara Hokenmaier zum interessantesten öffentlichen Bücherschrank, der damit als Sieger für eine Realisation in Schwäbisch Gmünd angedacht ist.
Alle Teilnehmer erhielten als Anerkennung der umfangreichen Arbeit einen Kinogutschein, die vier Teams in der Endrunde zusätzlich — passend zum Projekt — Bücherpreise.
In den nächsten Monaten wird in der Ausbildungswerkstatt der ZFLS unter Leitung von Erich Rathgeb und Hermann Zeller der Entwurf des ersten öffentlichen Bücherschranks des Schülergewinnerteams für Gmünd umgesetzt.
Es ist angedacht, zwei weitere Schränke im Rahmen der Landesgartenschau aufzustellen, die später im stadtnahen Grünbereich oder in den Stadtteilen Verwendung finden können.

Mit freundlicher Genehmigung © Rems-Zeitung 04.08.2012

Mai 2012

Vom Umgang mit Menschen und Computern
IT-Kurs für Senioren von Schülern der Realschule Lorch

Senioren am Computer fit machen, hieß die Aufgabe für sechs Lorcher Realschüler im Sozialpraktikum. Seit November beschäftigen sie sich theoretisch und praktisch mit dem Thema.
 
Wertvolle Erfahrung: Lorcher Realschüler helfen Senioren am Computer.
Lorch. Unter Anleitung der engagierten Mentorin Veronika Protzer erstellten die Schüler innerhalb vielen Freitagnachmittagen einen 108 Seiten langen Leitfaden mit vierzehn IT-Themen. So ging es um PC-Grundlagen, Grundkenntnisse in Word, aber auch um die Nutzung von modernen Inhalten wie Facebook, youtube und Online-Banking. Dank ihrer Mentorin, die dieses Projekt bereits seit 2006 mit der Realschule Lorch zusammen macht, haben selbst die IT-Spezialisten während der Erarbeitung des Leitfadens noch einiges dazu gelernt.
Nach dieser intensiven Vorbereitung begann nun der Unterricht für die interessierten Senioren. Die sechs IT-Spezialisten präsentierten die Inhalte an vier Freitagnachmittagen den lernwilligen Kursteilnehmern. Wissen, Geduld und Einfühlungsvermögen in die vielfältigen Nutzerprobleme waren gefragt. Am Ende waren alle Beteiligten begeistert, sie haben Erfahrungen gemacht im Umgang mit Menschen und mit dem PC.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 04.05.2012

Bild: Wertvolle Erfahrung: Lorcher Realschüler helfen Senioren am Computer.

     
April 2012

Cola und Rotkohl lockt in die PH

Projekt „Kleine Forscher“ will Kindern die Scheu vor Bildungseinrichtungen nehmen

Hast Du Lust zu forschen? Die wenigsten Kinder würden auf diese Frage mit „Nein“ antworten. Trotzdem können die wenigsten Kinder sich in einem Forschungslabor ausleben. Besonders für jene, denen die Eltern keine Hilfestellung geben können, starten die Pädagogische Hochschule (PH), der Verein Aussiedler helfen Aussiedlern (AHA) und die Frauenunion der CDU jetzt das Projekt „Kleine Forscher“.

Schwäbisch Gmünd. Experimentieren mit Rotkohl – oder mit Cola; Textilien unter die Lupe nehmen; Brausepulver selbst machen; filzen oder Düfte aus der Natur abschnuppern – spannende Themen hat sich das Pädagogenteam um Projektleiter Dr. Hans-Dieter Körner ausgedacht. Sechsmal samstags wollen sie so Mädchen und Jungs locken, die zwischen acht und zwölf Jahre alt sind, und die sich alleine niemals in die Pädagogische Hochschule wagen würden.
„Die sind aber mit Feuereifer dabei und verlieren alle Scheu, wenn sie in der Gruppe die (Hemm)Schwelle einmal überschritten haben“, erzählt Evgeniya Abdieva. Die angehende Pädagogin muss es wissen. Selbst erst vor sechs Jahren aus Usbekistan nach Deutschland gekommen, hat sie nicht nur gute Kontakte zu AHA, sondern hat sich als Bürgermentorin in einem Vorläuferprojekt unter dem Stichwort Lernen durch Motivation (LedMo) engagiert und dabei eben diese Erfahrung sammeln können.
Mit dem neuen Kleine-Forscher-Projekt wolle man jetzt auch die Eltern erreichen, macht AHA-Vorsitzender Wilhelm Weinmeister deutlich. Denn dass diese das Bildungssystem verstünden, sei ein wesentliches Element für den Erfolg ihrer Kinder. Anders als in Russland oder in der Türkei sei das vielfältige deutsche Bildungs- und Berufsangebot nämlich darauf ausgelegt, dass außerschulische Lerngelegenheiten selbst gesucht werden. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse ist stolz darauf, dass mit dem Einbezug der Eltern eine der zentralen Forderungen von Integrationsministerin Bilkay Öney in Gmünd bereits umgesetzt werde.
Mehr noch: „Das ist eines der wichtigsten Ziele: Die Bildungsinstitutionen für alle öffnen“, betont Projektleiter Körner – dazu naturwissenschaftliche Herangehens- und Denkweise erleben, soziale Kompetenzen erwerben und Lösungsstrategien für Probleme suchen lernen.
„Von Anfang an waren wir begeistert von diesem Projekt – zumal Migration für uns ein ganz wichtiges Thema ist“, erklärt Vorsitzende Claudia Oesterle, warum die CDU-Frauenunion die „Kleinen Forscher“ finanziell und ganz tatkräftig unterstützt. „Wir helfen den Organisatorinnen auch bei der Aufsicht.“


 Die „Kleinen Forscher“ arbeiten am 28. April, am 5. und 26. Mai, am 30. Juni, sowie am 7. und 21. Juli jeweils von 9 bis 11 Uhr. Treffpunkt ist an diesen Tagen immer um 8.30 Uhr im JuFuN in der Antiber Straße 17. Von dort aus läuft die Gruppe zur PH. Das Projektangebot ist sehr begehrt. Wer sich noch für einen der sehr wenigen freien Plätze interessiert, kann im JuFuN einen Anmeldebogen bekommen und sich bewerben.

Bericht: Anke Schwörer-Haag - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 24.04.2012

Bild: Freuen sich auf "kleine Forscher" (v.L.): Bürgermeister Dr. Bläse, Claudia Oesterle, Professor Dr. Hans-Dieter Körner, Evgeniya Abdieva, Wilhelm Weinmeister

     
März 2012

Fremde sind willkommen

Integrationspreis für Gmünder: Vor zwei Jahren entstand die „Gmünder Teestunde“ in der Südstadt

Es gibt mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Davon ist das Team der „Gmünder Teestunde“ überzeugt. Winni und Ludwig Wamsler, Marie-Luise und Ernst Essig setzen auf interkulturelle Begegnungen. Um Vorurteile abzubauen. Für ihr Engagement wurden sie mit dem DTN-Integrationspreis ausgezeichnet.
Schwäbisch Gmünd. Jeden ersten Samstag im Monat wird die Tür des Gmünder Südstadttreffs weit geöffnet. Der Samowar zur Zubereitung von Schwarztee aufgebaut. In der „Gmünder Teestunde“ treffen sich Südstädter verschiedener Herkunft zum Austausch und zu gemeinsamen Unternehmungen. Ursprünglich als deutsch-türkische Männerrunde begonnen, hat sich der Treff in den zwei Jahren seines Bestehens zu einem Ort für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, für Frauen, Männer und Kinder, für Südstädter und andere Interessierte entwickelt.
„Die meisten Menschen leben nebeneinander her, es gibt nur wenige Kontakte“, beobachtet Ernst Essig. Bei kulturellen Unterschieden gebe es viele Vorurteile. Besonders vielen Vorbehalten ausgesetzt sind muslimische Bürger. Das wurde vor rund zwei Jahren auch von Birgit Schmidt, Stadtteilkoordinatorin in der Südstadt so gesehen. Für die Frauen gab es bis dato bereits einen interkulturellen Kochtreff, bei den Männern gab es keinerlei interkulturelle Begegnungsmöglichkeiten. Ein Treff für türkische und deutsche Männer sollte geschaffen werden, um Kontakte zu knüpfen, sich gegenseitig kennenzulernen und vorhandene Vorurteile abzubauen. Unterschiedliche kulturelle Herkunft wird als Bereicherung gesehen. Mit dieser Idee fand die Südstadtkoordinatorin in Ludwig Wamsler und Ernst Essig ein Gründungsteam für die Gmünder Teestunde. Wenig später kam Yasin Temir hinzu. Vor zwei Jahren fand erstmals die Gmünder Teestunde statt.

Aha-Erlebnisse
Zwischen fünf und 20 Besucher kommen jeden Monat in die einladenden Räume in der Klarenbergstraße. „Ein kleines Flämmchen“, so Winni Wamsler, die hofft, dass die Teestunde „größere Kreise zieht“ und zur Anlaufstelle in der Südstadt wird. Auch wenn sich das Organisationsteam über weitere Besucher freuen würde, sind sie sich einig: „Wir sind auf dem richtigen Weg“, so Ernst Essig. Aus Fremden werden Freunde. „Schöne Nachmittage mit vielen Aha-Erlebnissen“ haben seither stattgefunden, erzählt Marie-Luise Essig. „Das ist, wie wenn man zuhause Urlaub macht“, ergänzt ihr Mann, der die neuen Aspekte im Umgang mit anderen Kulturen als Bereicherung sieht. Wer sich nicht kennenlernt, kann auch keine Vorurteile gegenüber Fremdem abbauen. Die Gmünder Teestunde setzt ganz auf den persönlichen Kontakt. Daraus sind Freundschaften entstanden und Unterstützung im Krankheitsfall. „Wir wollen Gemeinsamkeiten betonen und Unterschiede akzeptieren“ ist die Grundlage der Teestunde, berichtet Winni Wamsler. Etwa durch einen gemeinsamen Nachmittag zu Nasreddin Hoca und das deutsche Pendant Till Eulenspiegel. Oder durch gemeinsames Tun. Wie die Patenschaft für den Kimpolunger Spielplatz, auf dem Bänke abgeschliffen und neu gestrichen wurden. Oder durch gemeinsame Ausflüge ins Lindenmuseum oder Grillnachmittage. Auch ein erfolgreicher Nachmittag mit Informationen und Austausch zum deutschen Schulsystem hat stattgefunden. Für den Ramadan ist am 4.August erstmals ein gemeinsames Iftar-Essen geplant, an dem Nicht-Muslime Muslime bekochen und bewirten. Bis dahin gibt es unter anderem einen Vortrag über Toleranz und kulturelle Vielfalt in der Stauferzeit, einen Spielenachmittag mit Okey und Tavla und natürlich immer Schwarztee und einen regen Austausch. Für ihr Engagement wurden Winni und Ludwig Wamsler, Marie-Luise und Ernst Essig im vergangenen Jahr mit dem Integrationspreis des Deutsch-Türkischen Netzwerks im Ostalbkreis ausgezeichnet. Insgesamt wurden zehn Deutsche ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich für Integration und das Miteinander von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund einsetzen.

 Die Gmünder Teestunde findet jeweils am ersten Samstag des Monats um 16 Uhr im Südstadttreff in der Klarenbergstraße 33 statt.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 15.03.2012

Bild: Engagiert für die Integration (von links): Ludwig und Winni Wamsler, Marie-Luise und Ernst Essig

     
Februar 2012

Mut und Selbstvertrauen tanken

Neue Auflage der Seminarreihe „Heimat ist – hier!“ – Auftaktveranstaltung ist am 8. März in der Volkshochschule

Mehr wissen über Schwäbisch Gmünd. Die deutsche Sprache ausprobieren. Mut und Selbstvertrauen tanken. Das alles wollen Migrantinnen, wenn sie bei der Seminarreihe „Heimat ist – hier!“ mitmachen. Sagt Ostalb-Frauenbeauftragte Ingrid Krumm. Sie weiß das von den den Teilnehmerinnen der ersten Seminarreihe. Sie spürt auch das anhaltend große Interesse, weshalb Stadt und Kreis nun eine Neuauflage starten.

Schwäbisch Gmünd. Sieben Seminarabende stark ist die Veranstaltungsreihe, die auch von der Volkshochschule unterstützt wird. Dabei lernen die Teilnehmerinnen die Spitalmühle, das Rathaus und das Landratsamt kennen – „auch, weil man dann später leichter hingeht“, erklärt Ingrid Krumm – wobei, das zeigt das jeweilige Motto der Abende, es immer ganz besonders um die einzelne Teilnehmerin geht: „Mein Weg“, „Meine Stadt“, „Meine Rechte“, „Meine Gemeinderätinnen – meine Interessen“, „Mein Gemeinderat“, „Meine Wirkung“ „Meine Ziele“ sind die Module überschrieben. Auf 15 Teilnehmerinnen ist die jeweilige Gruppe begrenzt. „Wenn es mehr werden, machen wir einfach mehrere Gruppen. Alle Frauen bekommen ein Angebot“, verspricht Elke Heer, die Frauenbeauftragte der Stadt. Und sie erzählt stolz, dass bei der ersten Auflage des Seminars die gut gemeinte Warnung von der geldgebenden Landeszentrale für politische Bildung kam, man möge nicht traurig sein, wenn sich nur zwei Frauen anmeldeten. „In Schwäbisch Gmünd waren es über 30“, erinnert Heer und ist überzeugt, dass das am „extrem guten Netzwerk liegt, das wir haben.“
Froh sind die Organisatorinnen auch, dass sie „ausgesprochen interessante“ Seminarleiterinnen gewinnen konnten:

- Emine Kaplan kam als Sechsjährige aus der Türkei nach Straßdorf – ohne ein Wort Deutsch zu können direkt in die Grundschule. Die heute 40-Jährige hat sich durchgebissen – „es gab auch gute Lehrer, die mir geholfen haben“ – und mit Mittlerer Reife die Schule beendet. Sie hat ihre Geschwister durch die Schule geschleust und ganz allmählich gelernt, auch mal nach sich selbst zu gucken. Heute engagiert sie sich als Bürgerarbeiterin in der Stadtverwaltung und nennt als Hobby: „Meinen Sohn fördern. Der soll das haben, was ich nicht hatte.“

- Evgeniya Abdieva kam vor sechs Jahren aus Usbekistan nach Deutschland. In einen Integrationskurs lernte sie die Sprache. Heute studiert die 28-Jährige Lehramt, Schwerpunkt Grundschule, an der PH. Lesen und Reisen ist ihre Leidenschaft. Sie ist Bürgermentorin und engagiert sich auf dem Hardt in der Kinderbetreuung und der Nachhilfebörse.
Die Auftaktveranstaltung „Heimat ist – hier“ ist am Donnerstag, 8. März, um 19 Uhr in der VHS am Münsterplatz. Willkommen sind. Willkommen sind alle Interessierten, auch Frauen und Männer, die am Seminar nicht teilnehmen können oder wollen.

Bericht: Anke Schwörer-Haag - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 28.02.2012

Bild: Die Seminarleiterinnen Evgeniya Abdieva (l.) und Emine Kaplan. (Foto: aks)

     
Januar 2012

Ohne Salz leben?

Märchenhafte Teestunde in der Südstadt

Das Adjektiv „voll“ kann man doch steigern, wie bei der Aufführung des türkischen Märchens „Teuer wie Salz“ bewies. Unter den sehr gedrängt sitzenden Zuschauern konnte Südstadtkoordinatorin Birgit Schmidt auch Amtsleiter Dieter Lehmann und Stadtrat Bilal Dincel sowie Integrationsbeauftragte Melanie Seliger begrüßen.

Schwäbisch Gmünd. Etliche Kinder saßen ganz vorne allen zu Füßen und blickten sehr gespannt, als es endlich losging: „Es war einmal …“ ein gelangweilter Padischah, der seine drei Söhne fragte, wie sehr sie ihn lieben, und seinen Jüngsten voll Zorn den Henkern übergab, weil der gesagt hatte: „Ich liebe Euch wie Salz“.
Mit deutschem, schwäbischem, türkischem, bulgarischem Zungenschlag überzeugten die Akteure in prächtigen orientalischen Gewändern und ernteten viel Szenen- und Schluss-Applaus. Offenheit braucht es eben, das Wertvolle in einem Menschen zu erkennen – woher er auch stammt. Diese Botschaft ist sicherlich angekommen.
Künstlerisch wertvoll waren auch die Musikeinlagen zwischen den Szenen, auf der Saz meisterhaft gespielt von Bülent Gazeloglu.
Bevor Ernst Essig, der Leiter der interkulturellen Teestunde, sich herzlich bei allen bedankte, erhielten die Anwesenden noch ein kleines Päckchen Salz – unter anderem mit der folgenden Empfehlung: „Humor ist das Salz der Erde, und wer gut durch gesalzen ist, bleibt länger frisch.“

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 26.01.2012

Bild: Die ganz besondere Märchenstunde lockte viele Zuschauer in den Südstadttreff

     
 

Mit einem Stern * gekennzeichnete Felder bitte unbedingt ausfüllen.


Datenschutz