Mentorenprojekte 2010

  Rems-Zeitung 08.12.2010  (PDF-Datei, 0,20MB)
  Rems-Zeitung 20.09.2010  (PDF-Datei, 0,67MB)
  Rems-Zeitung 24.08.2010  (PDF-Datei, 1,01MB)
  Rems-Zeitung 18.06.2010  (PDF-Datei, 0,92MB)
  Rems-Zeitung 17.04.2010  (PDF-Datei, 0,63MB)
  Rems-Zeitung 10.04.2010  (PDF-Datei, 0,50MB)
  Rems-Zeitung 02.03.2010  (PDF-Datei, 0,77MB)
  Rems-Zeitung 19.02.2010  (PDF-Datei, 0,35MB)
Dezember 2010

Vom Ihr zum Wir

Bürgermentoren setzen sich aktiv für Integration ein

Im laufenden Bürgermentorenkurs engagieren sich 13 Gmünder aus sechs verschiedenen Nationen mit dem Schwerpunkt Migration und Integration für Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd. Da von den 60 300 Einwohnern in Schwäbisch Gmünd 21 100 Personen einen Migrationshintergrund haben, das entspricht einer Quote von 35 Prozent, wurde ein spezieller Mentorenkurs entwickelt. Durch ein kulturelles Miteinander, dem näheren Kennenlernen, werden interkulturelle Brücken gebildet.

Projekte von und für Migranten
Seit September treffen sich die angehenden Bürgermentoren zur Ausbildung. Sie liefern die Grundlage für Projekte, die im kommenden Jahr von und für Gmünder Migranten initiiert werden. Die Projektplanungen reichen von einer Gastarbeiter-Ausstellung über einen internationalen Kinderchor bis zur gesunden Ernährung von Kindern. Mit verschiedenen Schulungsbausteinen werden die angehenden Bürgermentoren für ihre Projekte qualifiziert. Die
Ausbildung endet mit der Zertifizierung am 15. Januar 2011, anschließend starten die Projekte.
Zu den Bürgermentoren gehören: Evgeniya Abdieva, Emine Beyer, Birgit Bormann, Petra Estelet, Ulrike Göbbels, Bülent Karahan, Michael Kuschmann, Inna Lebedeva, Slavica Puseljic, Niccolai Schöll, Ludwig Wamsler, Winni Wamsler und Wilhelm Weinmeister.

 Infos unter www.mentorengmuend.de. Ansprechpartner: Caritas Ost-Württemberg, Michael Kuschmann, Franziskanergasse 3, 73525 Gmünd, e-mail: kuschmann@caritas-ost-wuerttemberg.de; Tel. (07171)1042032.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 28.12.2010

Bild: Im laufenden Bürgermentorenkurs engagieren sich 13 Gmünder aus sechs Nationen mit dem Schwerpunkt Migration und Integration für Schwäbisch Gmünd. (Foto: Anna Bantleon)

     
September 2010

Bürger müssen bereit sein

Woche des bürgerschaftlichen Engagements in Schwäbisch Gmünd

Die „Woche des bürgerschaftlichen Engagements“ läuft bundesweit seit Freitag und bis zum 26. September. Schwäbisch Gmünd als Jugend-engagiert-sich-Kommune (JES) begrüßt die Initiative, unterstützt sie und bittet möglichst viele Bürger um Mitarbeit.

Schwäbisch Gmünd. „Größten Dank an die Jugendlichen, ihre Beteiligung setzt ein wichtiges Signal“, sagte Bürgermeister Dr. Joachim Bläse am Freitag beim Stand im Postgässle. Eine Woche lang stehe sie nun im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses – die Arbeit bürgerschaftlich Engagierter. Die Jugendlichen von der Adalbert-Stifter-Realschule erhielten für ihr Projekt „Kino für benachteiligte Menschen“ Urkunden, die bei künftigen Stellensuchen hilfreich seien. „Wir brauchen die grundsätzliche Bereitschaft der Menschen zur Mithilfe“, so Bläse, „denn die Kommune allein kann diese Arbeit nicht schaffen“. Daher werden in der kommenden Woche jeden Tag derartige Projekte vorgestellt. Etwa am Donnerstag, 23. September, in der Bocksgasse ein Projekt für Menschen mit Behinderung. Bürger, die sich für eine Mitarbeit in diesen Bereichen interessieren, können sich ausbilden lassen. „Unabhängig von Alter, Geschlecht, kultureller Herkunft und beruflicher Tätigkeit können sie sich zum Bürgermentor schulen lassen“, informiert das Mentoren-Trainerteam Birgit Bormann und Michael Kuschmann. Eine Informationsveranstaltung dazu ist am heutigen Samstag von 14 bis 16 Uhr im Generationentreff Spitalmühle. Ein ähnliches Projekt führt zum Sozialführerschein. Katholische und evangelische Träger und Kirchengemeinden arbeiten zusammen, um Möglichkeiten sozialen Engagements aufzuzeigen. Darüber informiert wird am 22. September im Augustinus Gemeindezentrum von 19 bis 20 Uhr. Ausbildungsbeginn ist am 6. Oktober, das Abschlussfest mit der Übergabe der Sozialführerscheine durch Schirmherr Joachim Bläse ist am 30. März 2011.
Bericht: Harald Pröhl - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 17.09.2010

Bild: Bürgermeister Joachim Bläse freute sich am Stand im Postgässle über die Beteiligung der Jugendlichen von der Adalbert-Stifter-Realschule. (Foto: Pröhl)

     

Rom nicht an einem Tag erbaut

GT-Ferien-Serien: Bürgermentoren (6): Christiane Biebl und Gustav Zemek

Um einen Fahrdienst für Senioren auf die Beine zu stellen, scheut Gustav Zemek keinen Aufwand. Auch Christiane Biebl, die die Redaktion der Familienzeitung übernommen hat, geht voll Elan an ihr neues Betätigungsfeld. Den Absolventen der fünften Bürgermentorenschulung mangelt es nicht an sinnvollen Projekten.

Schwäbisch Gmünd. Als am 20. Mai acht neue Bürgermentoren im Refektorium des Prediger zertifiziert wurden und diese ihre Projekte vorstellten, war schnell klar, wie bereichernd ein solches Engagement für eine Stadt ist. Das Wort „Kreativität“ fiel des öfteren – bei vielen Projekten wird etwas Neues ins Leben gerufen. Andere setzen einfache und naheliegende Ideen um, andere knüpfen an das an, was sie etwa während der Berufstätigkeit machen wollten oder gemacht haben. Immer schaffen sie einen Mehrwert für die Gesellschaft. Christiane Biebl kommt als Mentorin zu einer Arbeit, die sie eigentlich studieren wollte: Journalismus. Sie hat die Redaktion der Familienzeitung übernommen, die zweimal im Jahr über familienrelevante Themen in Gmünd berichtet. Nach der Pensionierung war sie drei Jahre im Ausland. Als sie wieder nach Gmünd zurück kam, wollte sie in irgendeiner Weise aktiv werden. Nun verantwortet sie eine ganze Zeitung, bespricht sich mit dem Redaktionsteam über den Inhalt, macht sich Gedanken, wie man die Zeitung besser bewerben und noch ansprechender gestalten kann. Veränderungen sind schwierig, weiß die Bürgermentorin, doch „Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut“, zeigt sich Christiane Biebl optimistisch, ihre Ideen umsetzen zu können. Auch Gustav Zemek muss zum Teil dicke Bretter bohren, bis sein Fahrdienst läuft und alles abgesichert ist. Das Ziel hat er klar vor Augen: Senioren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sollen die Möglichkeit haben, niederschwellig auf Fahrdienste zurück zu greifen. Die Fahrer fahren ehrenamtlich und sollen eine Aufwandsentschädigung bekommen. Zunächst muss der Mentor einen Rahmen schaffen, „dann geht es ans Eingemachte“. Haftungsfragen müssen geklärt werden und unter welchem Dach der Fahrdienst läuft; bei manchen Fragen muss er die Stadtverwaltung mit ins Boot holen. Im ersten Quartal 2011 soll das Projekt in einem Stadtteil anlaufen, dann könnten andere Stadtteile die Sache übernehmen. Gustav Zemek, der in Altersteilzeit ist, ist froh über diese Aufgabe: „Nur daheim ‘rumsitzen, ist nicht mein Ding“. Beruflich kommt er aus der Logistik und freut sich nun darauf, dass er „etwas Sinnhaftes“ auf die Beine stellen kann.

Bericht: Birgit Markert, - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 05.09.2010

Bild: Christiane Biebl und Gustav Zemek

     

Das Buch im Vorübergehen

Jugendliche bauen einen öffentlichen Bücherschrank für Schwäbisch Gmünd

Im Rahmen eines JES-Projektes (Jugend Engagiert Sich) soll in Schwäbisch Gmünd ein öffentlicher Bücherschrank aufgestellt werden, wie er in einigen deutschen Großstädten beliebte feste Einrichtung geworden ist.
Schwäbisch Gmünd. Ihre Ausbildung zur Bürgermentorin inspirierte Ulrike Beck zur Umsetzung dieser Idee für ihre Heimatstadt. Geplant ist, diesen wetterfesten Schrank an zentraler Stelle der Innenstadt zu installieren. Alle Gmünder Bürger sind eingeladen, sich dort „im Vorbeigehen“ zu bedienen. Der Schrank bietet:

- Bücher für Groß und Klein – in allen Sprachen, die in der Stadt gesprochen werden – auszuleihen, um sie später zurückzustellen,

- Bücher entnehmen, um sie bei Gefallen zu behalten und/oder gegen eigene Bücher zu tauschen,
- eigene Bücher einstellen, insbesondere solche, denen man viele Leser wünscht,
- über Bücher dort mit anderen Menschen ins Gespräch kommen,
-  in diesem Sinne auch Kommentare zu diesen Büchern hinzufügen, ein Gedicht einzulegen, einen schriftlichen Austausch zu suchen.
-  Bücher zum Anstoß für gelegentliche Vorleseaktionen mit Kindern an diesem Ort zu nehmen oder für sporadische „Literarische Café-Runden“ für jedermann.
Schüler der Gewerblichen Schule werden im Fach Gestaltungs- und Medientechnik mit ihrem Fachberater Thomas Stauss einen Entwurf für einen geeigneten Schrank erarbeiten und im Modell 1:5 zur Abschlussprüfung präsentieren.
Die ZF-Lehrlingswerkstatt unter Leitung von Erich Rathgeb hat sich bereit erklärt, den Bau des Schrankes zu übernehmen. Da diese Arbeiten in den Ausbildungsgang integriert werden, ist mit der Fertigstellung des Schrankes zum Ende des nächsten Schuljahres zu rechnen.
Tatkräftige Unterstützung erfährt die Mentorin von Bärbel Blaue, der städtischen Ansprechpartnerin für die Vernetzung bürgerschaftlicher Anliegen. Die Leiterin der Stadtbücherei, Sybille Bruckner-Schmidt, und ihre Vertreterin Konstanze Naujocks haben ihre Projekt - Unterstützung mit Büchern aus dem Fundus der Stadtbücherei sowie fachlichem Rat zugesagt.
Es ist angedacht, einen oder zwei weitere Schränke im Rahmen der Landesgartenschau aufzustellen, die später im stadtnahen Grünbereich oder in den Stadtteilen Verwendung finden können. Die Bürgerstiftung wird dieses JES-Projekt finanziell unterstützen.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 01.09.2010

August 2010

Die Zeit der Rose zum Wachsen

GT-Ferien-Serien – Bürgermentoren (5): Ernst und Marie-Luise Essig engagieren sich in der Südstadt

In ihrem dritten Lebensabschnitt wollen Ernst und Marie-Luise Essig „etwas Konstruktives“ gestalten. Als Ernst Essig von der Bürgermentorenschulung hörte, fand er das sofort interessant. Das Betätigungsfeld war für das Ehepaar auch sofort klar: die Südstadt, in der sie wohnen. Schon während der Schulung nahmen ihre Projekte, eine interkulturelle Männerrunde und ein Lauftreff, Gestalt an.

Schwäbisch Gmünd. Für Marie-Luise Essig kam die Entwicklung etwas überraschend: Als sie Ende 2008 in Ruhestand ging, freute sie sich auf die freie Zeit, die es ihr endlich ermöglichen sollte, in aller Ruhe auf dem Balkon zu sitzen und zu lesen. Als es dann soweit war, merkte sie schnell, dass dies überhaupt nicht gut tut. „Man muss sich bewegen und etwas für den Kopf tun“, war ihre Erkenntnis. Ihr Mann pflichtet ihr bei, es tue gut, Termine zu haben und etwas fertig zu bringen. „Man gewinnt nicht für den Geldbeutel, aber für sich.“ Dass der anhaltende berufliche Druck weg ist, genießen beide. Aber nur in den Tag hinein zu leben, kam für sie nicht in Frage. Deshalb entschlossen sie sich, an der fünften Mentorenschulung Anfang des Jahres teilzunehmen. Im Verlauf der sechs Einheiten, in denen es um Engagement, Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Projektfindung und -präsentation ging, habe man sich innerhalb der achtköpfigen Gruppe immer besser kennen gelernt. Vor allem die Rückmeldungen der anderen hätten vorangebracht. Als angenehm empfanden sie, dass der Konkurrenzgedanke bei der ganzen Schulung gänzlich fehlte, weil es um Ehrenamt geht.
So bereichernd die Fortbildung war, so spannend findet es Ernst Essig nun, die interkulturelle Männerrunde im Südstadttreff aufzubauen. Zusammen mit Ludwig Wamsler, den sie als das Herz der Südstadt bezeichnen, rief er die Runde ins Leben. Bislang sei sie noch ein zartes Pflänzchen, meint er und zieht einen Vergleich: Unkraut wachse in zwei Monaten, eine Rose brauche ein Jahr. Bewusst ist ihm, dass das Thema Integration nicht einfach ist und Geduld erfordert. Doch die monatlichen Treffen, bei denen immer ein Thema, manchmal auch ein Vortrag oder ein Ausflug auf dem Programm steht, sieht er auch als große Bereicherung: Man lerne andere Menschen und Sitten kennen, fast ein bisschen wie im Urlaub. „Das öffnet die Augen und den Horizont.“ Beim Programm sind keine Grenzen gesetzt. Im November etwa planen sie ein gemeinsames Singen, bei dem jede Ethnie ein eigenes Lied beisteuern wird.
Obwohl Marie-Luise Essigs Name für Kultur steht - sie arbeitete lange Jahre im Kulturbüro - stellte sie ein sportliches Angebot auf die Beine: Sie organisierte einen Lauftreff, der bereits im Programm „Gmünder Sport-Spaß“ Eingang gefunden hat; eine Trainerin wurde vom Schul- und Sportamt vermittelt. Ideen hat sie noch viele im Kopf, auch kultureller Art. Doch bei diesem ersten Projekt habe sie ganz klar den Bedarf erkannt, denn der Wunsch wurde in der Südstadt immer wieder geäußert. Nun geht es für sie mit offenen Augen und Ohren weiter. Realistisch muss das nächste Projekt aber auch sein: „Ich möchte nur Schlachten schlagen, die ich gewinne“, sagt die Südstadt-Mentorin, die das ehrenamtliche Engagement nicht mehr missen möchte.
Netzwerk Bürgermentoren
Der nächste Stammtisch findet am 23. November im Kapellensaal des Franziskaners statt. Von 18 bis 18.30 Uhr sind Interessierte willkommen. Im weiteren Verlauf des Abends wird es um die Landesgartenschau gehen und wie sich Mentoren einbringen können. Als Gast wird Karl-Eugen Ebertshäuser, LGS-Geschäftsführer, den Stammtisch besuchen
In Schwäbisch Gmünd gibt es 34 aktive Bürgermentoren. Der Netzwerkgedanke wird bei der Stiftung Haus Lindenhof (SHL) und der Caritas Ostwürttemberg groß geschrieben, sie führen die Mentorenschulungen durch und betreuen die Mentoren. Dreimal im Jahr findet ein Stammtisch statt, den Maria Bräuning von der SHL und Birgit Bormann vom JuFuN planen und durchführen. Bei diesen Treffen können Erfahrungen ausgetauscht und Fragen diskutiert werden.
Weitere Informationen gibt es im Internet: www.mentoren.gmuend.de.

Bericht: Birgit Markert - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 29.08.2010

Bild: Marie-Luise und Ernst Essig haben im Ruhestand eine neue Aufgabe gefunden. Nach Abschluss einer Fortbildung zu Bürgermentoren engagieren sie sich im Südstadttreff. (Foto: Tom)

     

Für besseres Miteinander

Im Oktober startet in Schwäbisch Gmünd wieder ein neuer Kurs

Bereits zum vierten Mal machen Caritas, Diakonie, die Stiftung Haus Lindenhof gemeinsame Sache. Der Sozialführerschein ist ein Angebot, das sich gezielt an Menschen richtet, die sich sozial engagieren möchten.
Schwäbisch Gmünd. In Schwäbisch Gmünd kennt man den „Sozialführerschein“ bereits seit vier Jahren; „wir haben mit dieser sozialen „Allround-Basis-Ausbildung“ sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt Doris Beck vom Kreisdiakonieverband Ostalbkreis. Die Aufgabe bestehe darin, „Menschen, die ein Ehrenamt im sozialen Bereich ausüben wollen, zu zeigen, welche Möglichkeiten des Engagements es überhaupt gibt“, erklärt Rabea Krumm von der Caritas Ost-Württemberg. Die Teilnehmer bekommen Einblick in die verschiedensten Bereiche, erklärt Steffen Müller von der Stiftung Haus Lindenhof: „Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen für Ehrenamt, Gesprächsführung sowie einen Blick auf sozialen Problemstellungen und Hilfsangebote Ort sind nur einige der Themen, die wir vermitteln.“ Das Projekt beginnt mit einem Informationsabend am 22. September um 19 Uhr im Luise Grimminger Raum im Augustinusgemeindehaus in der Gemeindehausstrasse 7, zu dem alle Interessierten herzlich und unverbindlich eingeladen sind. Es folgen neun weitere Schulungsabende sowie eine Informationsbörse zu sozialkaritativen Projekten. „Wir wollen zeigen, dass Ehrenamt Spaß macht und nicht von vorneherein gleich mit Verpflichtungen auf die Menschen zugehen“, so Johann Grampes, der als Bürgermentor der Stadt Schwäbisch Gmünd die Moderation des Sozialführerscheines übernommen hat. Der Rotary Club Schwäbisch Gmünd hat sich dazu bereit erklärt, alle Kosten für das Projekt zu übernehmen. Dem Engagement des Rotary Clubs ist es zu verdanken, dass die Teilnahme an dem Lehrgang kostenlos ist.

 Der Kurs beginnt am 6. Oktober und endet am 30. März. Die Teilnahmezahl ist auf 15 Personen begrenzt. Info und Anmeldung bei der Caritas Ost-Württemberg, (07171) 1042031.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 26.08.2010

Der Vereinsname ist Programm

GT-Ferienserien: Bürgermentoren (4): Nelli Joos von „Aussiedler helfen Aussiedlern“ fördert bei russischen Immigranten den Ehrenamtsgedanken

Nelli Joos ist eine Bürgermentorin mit besonderer Mission: Mit ihrem Verein „Aussiedler helfen Aussiedlern“ (AhA) will die russlanddeutsche Frau ehrenamtliches Engagement bei russisch sprechenden Immigranten fördern. 20 Mitstreiter hat sie bereits, die „mit Herz und Seele dabei sind“.

Schwäbisch Gmünd. Nelli Joos kann es gut nachvollziehen, dass Menschen, die in der ehemaligen Sowjetunion sozialisiert wurden, wenig mit Ehrenamt anfangen können. Diese Struktur habe es einfach nicht gegeben. Immer wieder muss sie erklären, um was es beim ehrenamtlichen Engagement geht und muss die Angst nehmen, dass dahinter etwas Parteipolitisches stecken könnte. Für sie hat Bürgermentorat viel mit Erziehungsarbeit zu tun: „Aussiedler müssen lernen, dass gerade dies den Reichtum einer Gemeinschaft ausmacht“, ist sich die junge, engagierte Frau sicher. Sie selbst hat erfahren, dass Ehrenamt den Horizont öffnet, dass man durch das Engagement Kontakte knüpfen und wertvolle Erfahrungen sammeln kann. Sie ist auch in der „Aktion Familie“ aktiv und Sprecherin des Integrationsbeirates. Doch sie weiß auch, dass nur der geben kann, der nicht täglich um seine Existenz und um einen Arbeitsplatz kämpfen muss. Aufmerksam gemacht auf die Mentorenkurse wurde sie in dem Verein JuFuN, bei dem sie früher arbeitete. Sie kannte bereits die Arbeit von Elvira Hartmann, die als Lotsin russlanddeutschen Menschen beisteht und sie begleitet. Probleme gibt es genug: mit der Bürokratie in Deutschland, mit der deutschen Sprache, in der Schule oder einfach mit den anderen Gepflogenheiten – Arbeit ohne Ende. Nachdem sie die Mentorenschulung absolviert hatte, war Nelli Joos schnell klar, dass sie sich in dieser Richtung engagieren und Mitstreiter gewinnen möchte. Die Initiative „Aussiedler helfen Aussiedlern“, die mittlerweile ein Verein ist, war geboren. Seine Ziele definieren die Vereinsmitglieder wie folgt: AhA soll ein Treffpunkt sein für alle Gmünder mit Spätaussiedler-Hintergrund und für Migranten aus Russland und soll gleichzeitig Teil der Stadt sein. Ein weiteres wichtiges Moment sehen sie im Brückenbau zwischen Zuwanderern und der einheimischen Bevölkerung. Ihre Wurzeln möchten Nelli Joos und ihr Team jedoch nicht kappen. Ganz im Gegenteil: AhA will dazu beitragen, dass das mitgebrachte Potenzial genutzt und die Sprache gepflegt werden. Sie bieten Russisch-Sprachkurse für Vorschulkinder an und feiern Feste, die sie aus ihrer alten Heimat kennen, wie etwa die Silvesternacht, in der Väterchen Frost zu Besuch kommt. Warum sollen Gestalten wie Snegurotschka und Babagaga nicht auch Gmünd bereichern? Nelli Joos, Vorstand des Vereins, sieht sich bei all den Aktivitäten eher als Organisatorin im Hintergrund. Ohne die Mitarbeit von Menschen wie Elvira Hartmann oder Inna Lebedeva, die sich sehr stark in der Kinderbetreuung engagiert, könnte die Vereinsarbeit nicht gestemmt werden. An Ideen mangelt es Nelli Joos nicht, wie man Aussiedlern helfen kann. Deshalb ist es ihr besonders wichtig, weitere Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen. Bald wird sie eine weitere Mentorin zur Seite haben: Inna Lebedeva hat sich zur nächsten Schulung, die speziell für Gmünder mit Migrationshintergrund angeboten wird, angemeldet.
Über Kulturbrille unterhalten
Bei der Mentorenschulung lernen die Teilnehmer, wie Projekte entwickelt und durch Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation begleitet werden können. Neben theoretischen Kenntnissen wird auch praktische Hilfe angeboten. Während der sieben Module, die meist samstags stattfinden, lernen die künftigen Mentoren verschiedene Einrichtungen und Institutionen kennen. Bei der sechsten Mentorenschulung, die mit einer Infoveranstaltung am 18. September in der Spitalmühle beginnt, sind noch Plätze frei. Bei dieser wird speziell auf Integration eingegangen und darauf, wie sehr die Kulturbrille den Blick bestimmt.
Nicht alleine herum schwirren
Birgit Bormann vom Verein JuFuN, die mit Michael Kuschmann im Herbst den sechsten Kurs „Bürgermentoren für Schwäbisch Gmünd“ speziell für Menschen mit Migrationshintergrund leiten wird, sieht bei Migranten sehr viele Ressourcen: „Sie haben ihre Fähigkeiten und Talente nicht an der Landesgrenze abgegeben.“ Auch sie sieht das Manko, dass der Ehrenamtsgedanke vielen Migranten fremd ist. Zwar seien diese Menschen oft sehr sozial, man helfe sich aber direkt und nachbarschaftlich. Sobald es um ein Engagement etwa im Viertel gehe, befremde dies viele. Darum müsse die Sinnhaftigkeit von Ehrenamt vermittelt werden: Ehrenamt macht mit den vorherrschenden Strukturen bekannt und sorgt für Öffentlichkeit. „Man gehört zur Gemeinschaft der Bürgerinnen und schwirrt nicht alleine herum.“

Bericht: Birgit Markert - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 22.08.2010

Bild: Nelli Joos (Mitte) tanzt bei einer der Veranstaltungen für Kinder, bei denen russisches Brauchtum gelebt wird.

     

Bei ihren Projekten gibt es nur Gewinner

GT-Ferien-Serie Bürgermentoren (Teil 3): Henriett Stegink leitet Jugendliche an, für Senioren aktiv zu werden

Wieder etwas von dem zurück geben, was man selbst im Leben Gutes bekommen hat, für Henriett Stegink ist das selbstverständlich. Die zertifizierte Trainerin hat auch die passende Form für sich entdeckt: das Mentorat. Einmal im Jahr stellt sie ein Projekt mit Jugendlichen auf die Beine, das diese eigenverantwortlich durchführen. Zum Beispiel das Ludwigskino.
Schwäbisch Gmünd. Sie ist eine Mentorin der ersten Stunde: Als die Caritas zusammen mit der Stiftung Haus Lindenhof den ersten Bürgermentorenkurs anbot, las Stegink in der Zeitung davon. Weil ihr die eigene Weiterentwicklung wichtig ist, meldete sie sich an. Als selbstständiger Business Coach besucht auch sie ständig Weiterbildungen. „Ich lerne immer wieder, mich selbst zu reflektieren“, erzählt die dynamische, aus Norddeutschland stammende Frau, die seit zehn Jahren in Gmünd lebt und im GmündTech ihr Büro „Stegink-Seminare, Coaching und Business Service“ hat. Auch Jugendlichen möchte sie diese Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln, angedeihen lassen. Für sie ist das eine Win-Win-Situation: „Ich lerne selber viel im Umgang mit den Jugendlichen.“ Zu erfahren, wie sie die Welt sehen und an ihren Kommunikationsmitteln teilzuhaben, bedeutet für die Trainerin, am Ball zu bleiben. „Ich liebe es, mit ihnen zu sprechen“, nennt sie einen weiteren Grund, warum sie einmal im Jahr ein Projekt mit Jugendlichen in Angriff nimmt.
Mittlerweile kann sie auf mehr als fünf solcher Projekte verweisen. Weil der Unternehmerin auch in ihren Seminaren die soziale Kompetenz am Herzen liegt, hat sie von der Caritas und dem Wirtschaftsministerium des Landes den Mittelstandspreis für soziale Verantwortung „Sozial Engagiert 2010“ bekommen. Ihre erste Erfahrung sammelte sie mit einem jes-Projekt (Jugend engagiert sich). Diese wurden von der Landesstiftung Baden-Württemberg ins Leben gerufen und sollen Jugendlichen Zugang zum freiwilligen Engagement im eigenen Umfeld verschaffen. Zum Zug kamen Pestalozzischüler, die im Altenpflegeheim St. Ludwig alle 14 Tage Spielenachmittage gestalteten. 40 Stunden mussten sich die Jugendlichen einbringen. Sie wurden von ihrer Mentorin kurz eingewiesen und bereiteten dann die Nachmittage vor und führten sie auch durch. Für dieses Engagement erhielten sie am Ende ein Zertifikat, das sie ihren Bewerbungsmappen beilegen können.
Traten irgendwelche Probleme auf, trat Henriett Stegink auf den Plan. Zu spät kommen oder anderweitig nicht verlässlich zu sein, gehe nicht, meint die Trainerin. „Das geht später im Berufsleben auch nicht.“ Andererseits konnte sie in Situationen weiter helfen, wenn etwa das Geld für eine Busfahrkarte fehlte – für jes konnten Gelder beim Paritätischen Bildungswerk beantragt werden. Regen Anteil nimmt Henriett Stegink insbesondere an ihren weiblichen Teilnehmern. Sie befragt sie über ihre beruflichen Ziele und ermuntert sie, später „ihren Mann zu stehen“. Bei Mädchen mit Migrationshintergrund komme es immer noch vor, dass sie heiraten wollen und sonst keine Anstrengungen unternehmen, auf eigenen Beinen zu stehen. In solchen Fällen will die Unternehmerin die Jugendlichen aufrütteln. Weitere Projekte von Henriett Stegink waren „Dabei sein – Unternehmen für Ehrenamt“ und „Dabei sein – Schüler für Ehrenamt“. Sie bereitete mit 30 Schülern von der Adalbert-Stifter-Realschule (ASR) am Tag des Ehrenamts eine Präsentation vor, mit der die Schüler an Haupt-, Realschulen und Gymnasien gingen und fürs Ehrenamt warben. Die Gruppen mussten selbst kreativ werden, Präsentationen vorbereiten und ihr Anliegen in den Klassen vortragen. Zertifiziert wurden die Schüler im Franziskaner. Die ASR umrahmte musikalisch und das Regio-TV zeichnete das Ganze auf. Eine feine Sache sei das gewesen, schwärmt die Initiatorin. mar

Neuauflage: Ludwigskino
Mit der ASR plant die Mentorin derzeit ihr nächstes Projekt: eine Neuauflage des Ludwigskinos. Einmal im Monat laden Achtklässler Senioren zum Filmnachmittag ein. Sie müssen Pressearbeit machen, die Technik beherrschen und werden für das Gesellige und den Austausch zuständig sein, denn im Anschluss soll bei Kaffee und Keksen über den Film gesprochen werden. Und auch das gehört dazu: Am Schluss muss in St. Ludwig alles wieder aufgeräumt und in Ordnung gebracht werden.

Bericht: Birgit Markert - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 16.08.2010

Da wächst das Wohlgefühl

GT-Ferien-Serien: Bürgermentoren (2) Sieghart Dreher und Helfer gestalten einen Garten für Senioren in Lorch

Heimleiterin Isolde Otto-Langer spricht von einer „totalen Bereicherung“. Die Rede ist von dem neu angelegten Garten im Seniorenzentrum Lorch. Wo zuvor eine monotone Grasfläche mit drei Alibipflanzen wenig Anregung bot, locken nun Blumen, wie sie früher die Bauerngärten zierten und ein Gemüsebeet die Senioren ins Freie. Realisiert wurde das Projekt von Bürgermentor Sieghart Dreher und vier Realschülern.

Lorch. Als Bürgermentor Sieghart Dreher den Garten des vor drei Jahren eingeweihten Seniorenzentrums das erste Mal sah, regte er sich auf: Überhaupt nicht seniorengerecht, befand der Landbauingenieur, der selbst vor seinem Ruhestand eine Einrichtung der Diakonie Stetten leitete. Nachdem er bereits für St. Ludwig als Bürgermentor einen „Garten der Begegnung“ angelegt hatte, war er Fachmann in Sachen Seniorengarten. Ältere Menschen sollen sich in einem Garten wiederfinden, meint er. Außerdem sollte auch für einen Rollstuhlfahrer die ein oder andere Pflanze erreichbar sein. Weil diese Generation oft noch das eigene Gemüse anbaute, sei ein Gemüsebeet eine ganz wichtige Sache. Außerdem sollte den ganzen Sommer über etwas blühen. Für Sieghart Dreher erfüllt eine Grünoase ihren Sinn, wenn die Senioren in ihrem Garten aktiv werden: Da mal Unkraut zupfen, dort ein Pflänzchen gießen oder eine Tomate ernten. Ein Stückchen Freiraum, wo niemand das Gefühl haben muss, kontrolliert zu werden.
All diese Merkmale fehlten, als die Außenanlage des Seniorenzentrums fertig gestellt war - keinerlei Anregungen habe die Graswüste geboten. Da trat Sieghart Dreher auf den Plan. Seine Liste „Mein Engagement als Bürgermentor“ ist lang: Es ist im Arbeitskreis „Neue Wohnformen“ bei der Stadt Schwäbisch Gmünd aktiv und ist Gründungsmitglied und Vorsitzender von „Forum 58 Plus Lorch e. V.“ Außerdem ist er Mitinitiator von „Fit für Ausbildung und Beruf“ in der Hauptschule Lorch und engagiert sich in weiteren Gremien.
Das Projekt, das ihm beim Anblick der Gartenwüste am Haldenberg 10 vorschwebte, war ein typisches für einen Bürgermentoren. Denn um den Garten komplett umzugestalten, brauchte er tatkräftige Hilfe. Die fand er an der Realschule Lorch. In der 8. Klasse steht SE – Soziales Engagement – auf dem Stundenplan. Eine Woche lang werden die Schüler für die Mithilfe im Kindergarten, beim Förster oder bei der Hausaufgabenbetreuung frei gestellt. Bei Lars, Daniel, Oliver und Aaron stieß Sieghart Dreher auf offene Ohren – eine Woche an der frischen Luft im Garten zu arbeiten, sprach sie an. Anstrengend sei es schon gewesen. Zuerst musste Betonschutt entfernt werden und der Boden tiefgründiger gemacht werden. Die Heimleiterin bestätigt: Die Jungs haben richtig gebuddelt und geschafft – eine Arbeit, die auch die Senioren mit großem Interesse verfolgt haben. Als sie beim Helferfestle das Ergebnis sahen, erfüllte dies die vier jungen Helfer mit sichtlichem Stolz.
Als es um die Bepflanzug ging, fügte sich alles wunderbar zusammen: Herbert Mäußnest, der 50 Jahre eine Baumschule in Lorch führte und dieses Jahr in Rente ging, hörte von dem Engagement der Schüler und sagte sich: „Das musst du unterstützen.“ Er steuerte nicht nur Pflanzen bei, Schwertlilien, Sonnenhut, Phlox, Glockenblumen und viele mehr, der Fachmann legte auch Hand mit an. Dadurch konnten die Kosten sehr in Grenzen gehalten werden, freut sich der Bürgermentor, dass mit „einem Appel und Ei“ etwas wirklich Vernünftiges entstanden sei. So viele Gedanken macht sich Frau Hägele nicht: Sie und einige andere Senioren genießen den Garten ohne Ende, wenn sie mit der Gießkanne unterwegs, dem Unkraut zu Leibe rücken und Zucchini oder Kräuter ernten.

Bericht: Birgit Markert - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 07.08.2010

Bild: Die „Gartenbauer“ im Seniorenzentrum Lorch mit Senioren in deren neuer Umgebung. (Foto: mar)

     

Jeder braucht eine Aufgabe

GT-Ferien-Serien: Bürgermentoren (1): Für Peter Arnold sind seine Ehrenämter wie ein zweiter Beruf

Die Firma insolvent, eine Erwerbsunfähigkeit kommt hinzu. Das hätte bedeutet, mit 56 Jahren den ganzen Tag daheim zu sein. Nichts für Peter Arnold. Er sagte sich: „Jetzt musst du etwas tun“ und stieg als Bürgermentor voll im sozialen Bereich ein. Freizeitangebote für Menschen mit Behinderung und jes-Projekte mit Jugendlichen sind seine „Spezialität“.

Schwäbisch Gmünd. Wenn man mit Peter Arnold spricht, spürt man, dass da ein Funke übergesprungen ist: Es ist ein Mensch, der im Ehrenamt aufgeht. Dieses umfasst bei dem rührigen Rentner eine ganze Bandbreite an Aktivitäten: Er nahm nicht nur zweimal an einem Mentorenkurs teil, er leitete auch einen Kurs als Mentorentrainer, ist Mitglied im Koordinierungskreis der Aktion Familie, bietet Freizeitangebote für Menschen mit Behinderung an und führt im Herbst sein zweites jes-Projekt durch, bei dem Jugendliche einen Bolzplatz anlegen werden.
Nachdem er im Rehnenhof bereits eine Multispielanlage als Mentor realisiert hat, ist das nächste Projekt im Herbst in Wustenriet geplant. Neben diesen „Großprojekten“ gehen viele Kleinprojekte, wie Spielplatzpatenschaften für den Spielplatz in der Kimpolunger Straße, auf sein Konto. Mit der Behindertenarbeit fing alles an. Nachdem Peter Arnold seinen ersten Mentorenkurs absolviert hatte, brachte er sich in den offenen Treff mit Behinderten der Stiftung Haus Lindenhof ein. Weil ihm die Unternehmungen sehr viel Spaß machen, wollte er dieses Ehrenamt nicht mehr aufgeben. Alle zwei Wochen stehen Hallenbadbesuche oder Kegelnachmittage auf dem Programm, hin und wieder organisiert das Team Ausflüge ins Daimlermuseum oder eine Schifffahrt auf dem Neckar. Der größte Dank ist es für ihn, wenn er die strahlenden Augen sieht. Die Teilnehmer, die ambulant betreut wohnen, arbeiten allesamt – der eine bei Fein, der andere bei der Weleda oder in einer Aalener Mensa. „Sie haben anstrengende Arbeitstage und genießen die Freizeitangebote in vollen Zügen“, erzählt Peter Arnold. Eines wurde ihm bei diesem Engagement schnell klar: Dass er vorgefasste Meinungen hatte. Früher habe er einfach nur gedacht: Behindert – die sind arm dran. Heute sieht er, dass auch sie die Freuden und Lasten des Alltags kennen und trägt dazu bei, dass sie auch mal dem Alltagstrott entfliehen können. Die gemeinsamen Stunden möchte er nicht mehr missen. Es will zwar alles organisiert sein, doch beim gemeinsamen Kneipen kann auch er Stress abbauen. Mit den jes-Projekten (siehe Kästchen) stieg Peter Arnold in einen ganz anderen Bereich ein: Er leitet Jugendliche an, in ihrem Lebensumfeld Freizeitmöglichkeiten zu schaffen. „Es gibt nichts Schlimmeres, als nicht gebraucht zu werden und kein Ziel zu haben“, ist der Bürgermentor überzeugt, dass gerade Jugendliche Aufgaben brauchen. Dass sie hinlangen können, haben acht Jugendliche beim Bau der Multispielanlage mehr als unter Beweis gestellt. Da mussten Bäume geschält und Löcher und Fundamente geschaufelt werden, Bäume und Sträucher wurden gesetzt und die Vorarbeiten für Netz und Absperrung wurden geschaffen. Gerade dies fördere die Zufriedenheit, ist der Mentor überzeugt. Wenn er sieht, wie sehr sich die ehrenamtlichen Teenager mit dem Ergebnis identifizieren, erfüllt auch ihn dies mit einer tiefen Zufriedenheit – nicht nur für die Jugendlichen sei dies eine wichtige und schöne Erfahrung gewesen, freut sich Arnold bereits auf das nächste jes-Projekt, ein Bolzplatz in Wustenriet. Wochenweise sei sein Engagement ein Fulltime-Job, sagt Peter Arnold. „Meine Frau macht mit, sonst geht das nicht.“ Das Ehrenamt nennt er auch seinen zweiten Beruf, „das ist wichtig für mich“. Ein von den ökonomischen Zwängen des Geldverdienens befreiter Beruf – das ist wahre Hingabe.

Bericht: Birgit Marckert - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 01.08.2010

Bild: „Es gibt nichts Schlimmeres, als nicht gebraucht zu werden“, ist Bürgermentor Peter Arnold überzeugt, dass gerade Jugendliche Aufgaben brauchen. / Noch ist wenig zu sehen: Hier entsteht eine Bolzplatz für Jugendliche / Startschuss für ein weiteres jes-Projekt: ein Bolzplatz in Wüstenriet

 
Juli 2010

Sissi soll Kontakte fördern

Achtklässler der Adalbert-Stifter-Realschule Gmünd gestalten das „Ludwigskino“

Mittwoch, 8.30 Uhr, an einem der letzten Schultage vor den Sommerferien an der Adalbert-Stifter- Realschule (ASR) in Schwäbisch Gmünd: Alle Schüler sehnen die Ferien herbei. Mit einer Ausnahme: Eine kleine Gruppe von 16 Jugendlichen sitzt im Stuhlkreis zusammen und hört gespannt zu, was die blonde Frau neben ihrem Konrektor Thomas Krieg über „Ludwigskino“ zu erzählen hat.

Larissa RathgebSchwäbisch Gmünd. Henriett Stegink – so heißt die Referentin – berichtet, sie sei Bürgermentorin der Stadt Schwäbisch Gmünd und begleite regelmäßig Projekte, die von einem halben bis zu einem ganzen Jahr dauern. Mit den Schülern der ASR, die im nächsten Schuljahr in die achte Klasse kommen, möchte sie ein Projekt in Angriff nehmen, das sich „Ludwigskino“ nennt.

Austausch zwischen Jung und Alt
Für die Bewohner des Altenheims St. Ludwig in Schwäbisch Gmünd, aber auch für interessierte ältere Menschen von auswärts, sollen die Jugendlichen ein bis zwei Mal pro Monat einen Filmnachmittag gestalten. Ihre Aufgaben: Sie sollen die Filme auswählen, die Technik aufbauen, den Vorführraum geschmackvoll gestalten und die älteren Menschen aus ihren Zimmern zu den Filmvorstellungen bringen.
„Ihr könnt ganz uralte Filme, wie zum Beispiel „Sissi“ auswählen, aber auch neuere Filme mit moderner Sprache“, ermuntert Henriett Stegink die Schüler. Diese Idee scheint den Jugendlichen zu gefallen, eifrig schlagen sie selbst Filme wie „Twilight“ und „Zeiten ändern dich“ vor. Doch nicht nur das Anschauen von Filmen gehört zum Projekt, sondern nach den Vorstellungen sollen die Jugendlichen mit den älteren Menschen ins Gespräch kommen und bei Kaffee und Kuchen ihre Meinungen austauschen.
Henriett Stegink betreut als Bürgermentorin das „Ludwigskino“, das gleichzeitig das zweite „jes“-Projekt der Stadt Schwäbisch Gmünd darstellt. „jes“ steht für „Jugend engagiert sich“ und hat zum Ziel, Jugendliche für soziales Engagement zu begeistern.
Bärbel Blaue koordiniert als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd alle „jes“-Projekte. Sie sitzt an diesem Morgen auch in der Runde und verspricht den Schülern, dass „ihr garantiert auf eurem Lebensweg etwas von diesem Projekt mitnehmen werdet.“
Die Schüler jedenfalls bekunden großes Interesse. Vier Jungs und elf Mädchen wollen nächstes Schuljahr dabei sein, wenn das Projekt startet und, wie Konrektor Thomas Krieg betont, „zwei Lebenswelten zusammengebracht werden“. „Ich finde Zivilcourage cool und würde gerne mal was mit älteren Menschen machen“, begründet einer der Schüler, Valentin Gehrmann, seinen Entschluss mitzumachen. Und auch Henriett Stegink freut sich darauf, zusammen mit den Jugendlichen das „Ludwigskino“ zu gestalten. Kurz nach den Sommerferien soll es losgehen mit Filmen und Gesprächen, einem Zusammenspiel zwischen Alt und Jung.
Hintergründe zum Projekt
Bürgermentoren kümmern sich ehrenamtlich um ihre Mitmenschen, ihre Nachbarschaft, ihren Stadtteil oder ihre Gemeinde. Dabei geht es darum, in dem jeweiligen Umfeld mehr Lebensqualität zu schaffen. Für das Ehrenamt werden Bürgermentoren geschult.
„jes“ war ursprünglich ein Landesprojekt. Im Oktober 2009 hat sich Schwäbisch Gmünd zur selbstständigen „jes-Kommune“ erklärt, die nun zusammen mit sozialen Einrichtungen und Bürgermentoren jugendliches Engagement in sozialen Bereichen fördern will.

Bericht: Larissa Rathgeb - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 27.07.2010

Bild: Bärbel Blaue (Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd), Bürgermentorin Henriett Stegink und Konrektor Thomas Krieg (Mitte, von rechts) bereiten mit den künftigen Achtklässlern der Adalbert-Stifter-Realschule ihr Generationenprojekt „Ludwigskino“ vor. (Foto: lara)

     
Juni 2010

Lorcher Schüler und Senioren knüpfen Kontakte

„Leckeres aus dem Backofen!“ Unter diesem Motto engagierten sich Schüler des Gymnasiums Friedrich II. Lorch im Seniorenzentrum der Diakonie Stetten auf dem Haldenberg. An acht Nachmittagen haben die Schüler mit den Senioren gemeinsam gebacken und gespielt oder sind spazieren gegangen. Dabei lernten die Schüler nicht nur die Grundkenntnisse des Backens, sondern sie knüpften auch immer intensiver werdende Kontakte zu den Bewohnern. Sowohl die Jugendlichen als auch die Senioren hatten viel Freude an den Erlebnissen und gemeinsamen Erfahrungen. Die stellvertretende Heimleiterin Ina Baumhauer bedankte sich bei der Abschlussveranstaltung bei der Bürgermentorin Helga Mascha, bei den Schülern Lisa Reutter, Ann-Kathrin Herrmann, Igor Dieterle, Gianluca Scigliano, Dennis Eberle, Hannah Schulz und bei Alice Fink, der Lehrerin der engagierten Schüler.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 25.06.2010

     

Bolzplatz als Gemeinschaftsarbeit

Bürgerstiftung fördert das erste jes-Projekt in Wustenriet

Nach dem Wegfall der Förderung von jes-Projekten im Land Baden - Württemberg durch die Landesstiftung hat sich die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd mit ihren Partnern Caritas Ostwürttemberg und Stiftung Haus Lindenhof für die Fortsetzung dieser Projekte vor Ort eingesetzt.

Schwäbisch Gmünd. Dank der Unterstützung durch die Bürgerstiftung wird es auch weiterhin soziale, kulturelle und ökologische Projekte geben, bei denen Jugendliche, unter fachkompetenter Anleitung durch einen Bürgermentor , interessante nachhaltige Projekte für das Leben in der Kommune auf den Weg bringen. Ziel dieser Projekte ist nicht nur das entstehende Projekt an sich, es geht bei jes-Projekten (jes steht für „Jugend engagiert sich“) um die Entwicklung der Persönlichkeit Jugendlicher, um Sozialkompetenz, um Teamfähigkeit.

Erfolgreiche jes-Projekte gibt es seit einigen Jahren in Schwäbisch Gmünd. Neu ist, dass an Stelle der Fördergelder der Landesstiftung nun die Bürgerstiftung Schwäbisch Gmünd steht. Und dass in Schwäbisch Gmünd für jes-Projekte eine Koordinationsstelle beim Amt für Familie und Soziales eingerichtet wurde, erreichbar unter (07171)6035070. Das erste Gmünder jes-Projekt wird der neue Bolzplatz in Wustenriet sein. Es ist ein Kooperationsprojekt Jugendlicher, unter Anleitung des Bürgermentors Peter Arnold, Eltern der Jugendlichen, Vertretern der Stadtverwaltung, des Ortschaftsrates Großdeinbach, der Dorfgemeinschaft Wustenriet und von Aktion Familie sowie der Bürgerstiftung. Nachdem die erforderliche Vorarbeit auf dem Gelände durch eine Baufirma abgeschlossen ist, wird der Rasen gesät. Danach beginnt das jes-Projekt. Die Jugendlichen werden Ballfangzäune errichten, alle weiteren Arbeiten um das Spielfeld in Angriff nehmen, ein Eröffnungsfest planen, vorbereiten und durchführen.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 20.06.2010

Bild: Der Bolzplatz in Wustenriet wird als jes-Projekt zusammen mit Jugendlichen weitergebaut. Zum Auftakt versammelten sich alle Beteiligte.  (Foto: Tom)

     
Mai 2010

Acht neue Bürgermentoren erhalten ihre Urkunden und stellen ihre Projekte vor — vom „Bücherschrank“ bis zum Kinderspielfest

Den „Mut zum Tun“ beschworen die Mentorentrainer Maria Bräuning und Peter Arnold bei der Verleihung der Zertifikate an die neuen Bürgermentoren.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Sie sind eine Art Pioniere, das machte Erster Bürgermeister Joachim Bläse gestern im Prediger-​Refektorium deutlich. Bürgerschaftliches Engagement sei immer nötig, es sei ein Fehler, es nur dann zu beschwören, wenn die Kommunen knapp bei Kasse seien: „Es kann doch nicht davon abhängig sein, ob die Stadt Geld hat oder nicht.“ Ein Betätigungsfeld der Bürgermentoren sah er auch in den Sportvereinen. Jedenfalls: „Es ist gut investierte Zeit, wenn man sich zu Bürgermentoren ausbilden lässt.“ Nur sollte man vorbereitet sein, unterstrich Markus Mengemann (Caritas Ostwürttemberg), und Kreativität sei auch gefordert, ergänzte Clemens Wochner-​Luikh (Stiftung Haus Lindenhof). Um diese ging es im fünften Bürgermentorenkurs besonders, schilderten Maria Bräuning und Peter Arnold den Weg der 30- ​stündigen Schulung der acht Teilnehmer. Bislang wurden Bürgermentoren auf eine Tätigkeit in Einrichtungen vorbereitet, jetzt sollen sie selbst Projekte entwickeln und durchführen. Die frisch Zertifizierten stellten ihre Vorhaben selbst vor: Ulrike Beck will einen „öffentlichen Bücherschrank“ installieren, an dem man Bücher leihen und tauschen kann, Christiane Biebl bringt sich in einer „Aktion Familie“-Zeitung ein; Christine Blath organisiert Rundflüge für Behinderte und Rollstuhlfahrer. Bärbel Blaue will dafür sorgen, dass das Kinderspielfest erhalten bleibt „und endlich familienfreundliche Preise erhält“. Marie-​Luise Essig will in der Südstadt Walking-​Kurse aufziehen, Harald Beck in der Stadtgestaltungs-​Agenda Ideen entwickeln. Ernst Essig plant deutsch-​türkische Teestunden in der Südstadt, und Gustav Zemek kümmert sich um einen Seniorenfahrdienst. Musikalisch umrahmt wurde die Zertifikat-​Übergabe von einem Schilfrohrflöten-​Trio.

Mit freundlicher Genehmigung © Rems-Zeitung 21.05.2010

Lebensqualität bereichern

Acht neue Bürgermentoren in ihr Amt eingeführt

Acht neue Bürgermentoren bekamen am Donnerstagabend im Refektorium des Prediger ihr Zertifikat. Sie wurden durch eine Schulung der Caritas und der Stiftung Haus Lindenhof qualifiziert. Allesamt haben sie schon ein Projekt in Vorbereitung, das für mehr Lebensqualität in Gmünd sorgen wird.

Schwäbisch Gmünd. 40 Bürgermentoren gibt es mittlerweile. Bürgermeister Joachim Bläse dankte den neu Hinzugekommenen: „Sie sind Vorbilder und werden die Idee wieder nach außen tragen.“ Besonders erfreut zeigte er sich, weil auch „Unruheständler“ und noch aktive Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Schulung absolviert haben. Der frühere Stadtplaner Harald Beck etwa möchte sich in den Prozess der lokalen Agenda im Bereich Stadtplanung einbringen. Marie-Luise Essig wird einen Nordic Walking-Treff in der Südstadt organisieren. Bärbel Blaue wird ehrenamtlich das Spielfest in die Hand nehmen. Auch Ulrike Beck, Christiane Biebl, Christine Blath, Ernst Essig und Gustav Zemek ernteten Applaus für ihre Projekte, mit denen sie das menschliche Miteinander bereichern wollen, etwa mit einem mobilen Bücherschrank.
Markus Mengemann von der Caritas Ostwürttemberg machte Mut, auf die Wohlfahrtsverbände zuzukommen, wenn Hilfe nötig ist. Clemens Wochner-Luikh von der Stiftung Haus Lindenhof nannte die Bürgermentoren Dialogstifter, Brückenbauer und Vernetzer und sieht in ihnen eine „Form neuen kreativen Engagements“. In einem spielerischen Dialog ließ das Trainerteam der neuen Bürgermentoren, Maria Bräuning und Peter Arnold, aufblitzen, wieviel Freude, Kraft und Reichtum vom Ehrenamt ausgeht. Für eine mystische musikalische Umrahmung sorgten Burhan Baykal mit Denis und Derya auf der Schilfrohrflöte. mar

Bericht: mar - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 20.05.2010

Bild: Neue Bürgermentoren (v. l.): Gustav Zemek, Marie-Luise Essig, Bärbel Blaue, Ernst Essig, Christine Blath, Christiane Biebl, Ulrike Beck und Harald Beck.

     
April 2010

„Gmünd wird davon profitieren“

Angehende Bürgermentoren ziehen Halbzeitbilanz

Die neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer der fünften Bürgermentorenausbildung entwickeln gerade ihre Projekte – diesmal ausschließlich für die Stadt Gmünd. „Engagiert, kompetent und kreativ“ lautet die Einschätzung ihrer Trainer. Sie selbst haben das Gefühl, von der Ausbildung rundum zu profitieren.

Schwäbisch Gmünd. Es war ein Versuch, Bürgerinnen und Bürger im Rentenalter als Bürgermentoren zu gewinnen. Das Trainerteam Maria Bräuning und Peter Arnold haben es nicht bereut: „Die Gruppe bringt nicht nur genügend Zeit für die 30-stündige Ausbildung mit, sondern auch ihr Wissen, ihre Berufserfahrung und die Kompetenz „Alter“. Sie denken gründlich über ihr Projekt nach und sind anspruchsvoll an sich selbst.“ Die jüngste Teilnehmerin ist im Vorruhestand, die älteste 78 Jahre und Rollstuhlfahrerin.
Bisher hat die Gruppe am meisten die gegenseitige Interessenvielfalt beeindruckt. Netzwerke konnten sie schon knüpfen, persönliche Fähigkeiten entdecken und sie haben Freude daran, mit anderen etwas zu bewegen. Was sie bewegen wollen, verraten sie noch nicht. Denn ihre Projekte stellen sie erst in der Zertifikatsübergabefeier am 20. Mai im Refektorium des Predigers der Öffentlichkeit vor. Arnold: „Sicher ist, dass die Stadt davon profitieren wird, wenn sie Aktivitäten in den Bereichen Migration, Wohnumfeld, Menschen mit Behinderung, Familie und Senioren planen.“

Theorie ist wichtig
Die künftigen Bürgermentoren verstehen sich als Vernetzer und Vermittler bei der Durchführung von bürgerschaftlichem Engagement, motivieren und begleiten andere ehrenamtliche Mitarbeiter bei Projekten. Bisher sind in Gmünd 28 Bürgermentoren aktiv. Peter Arnold war einer der ersten. Er erzählte im ersten Ausbildungsmodul, wie es ihm bei der Weiterentwicklung seiner Arbeit von Freizeitaktivitäten für Menschen mit Behinderung geht und wie positiv diese bei den Betroffenen ankommen. Im Bereich Kommunikation hat die Gruppe vom selbstbewussten Sprechen und Auftreten bis zur Konfliktvermeidung etliches gelernt. Im letzten Modul werden noch Grundkenntnisse in der Öffentlichkeitsarbeit vermittelt. Allerdings wünscht sich diese Gruppe auch noch mehr Information über den Umgang mit Barrieren, Finanzierungsmöglichkeiten und mehr Rollenspiele. „Ein bisschen mehr Zeit zum Erarbeiten der Projekte dürfte auch sein, vor allem, wenn man noch keine Ahnung hat, was man machen soll“, äußerte eine Teilnehmerin. Die Theorie sei notwendig, meint Bräuning. Die Gruppe brauche auch eine Weile, um sich für den Austausch außerhalb der Lehreinheiten zusammenzufinden. Den Gedanken an die Vorruheständler wollen die Trainer erweitern und Firmen aktivieren, die ein Mentorenprojekt mittragen könnten.

Bericht: Hanna Maid - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 17.04.2010

Schüler gestalten Garten

Realschulprojekt im Seniorenzentrum am Haldenberg

Schüler der Realschule Lorch gestalten den Garten im Seniorenzentrum am Haldenberg im Rahmen des SE-Projektes.

Lorch. SE steht für „Soziales Engagement“. Vier Schüler der Realschule Lorch gestalten im Rahmen des SE-Projektes der Realschule gemeinsam und unter Anleitung des Bürgermentors Sieghart Dreher den Garten des Seniorenzentrums am Haldenberg Seniorenfreundlich.
Die Senioren sollen einen Garten vorfinden, in dem sie Ihnen bekanntes Gemüse, Blumen, Beeren, Kräuter, Äpfel und auch Weintrauben finden und in dem Sie sich gerne aufhalten und sich am Pflanzen, Pflegen und Ernten der verschiedenen Gewächse gerne beteiligen.
Der Garten soll außerdem auch ruhige, der Erholung dienende Zonen mit gemütlichen Sitzmöglichkeiten erhalten. Dazu müssen teilweise auch Wege verbreitert oder auch neu angelegt werden.
Da der Winter dieses Jahr lange ein Arbeiten im Garten unmöglich gemacht hat, wird in diesem Jahr nur ein Teil der geplanten Aufgaben durchgeführt werden können. Seit das Frühlingswetter aber die Arbeiten einigermaßen möglich machte, sind die Schüler mit großem Eifer dabei.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 11.04.2010

Bild: Schüler der Lorcher Realschule gestalten den Garten des Seniorenzentrums am Heldenberg so, dass sich die Senioren noch mehr mit dem Garten beschäftigen.

     
März 2010

Solide Basis fürs Ehrenamt

Im Franziskaner startet am kommenden Freitag ein neuer Bürgermentorenkurs

28 Bürgermentoren gibt’s bislang in Schwäbisch Gmünd. Sie begleiten ehrenamtlich Projekte und bringen sich mit Rat und Tat für ehrenamtliche Projekte in der Stadt ein. Am kommenden Freitag startet der fünfte Kurs, der mit einem Zertifikat zum Bürgermentor abschließt. Hier im Fokus: Senioren, die sich engagieren wollen.

Schwäbisch Gmünd. Im Februar 2005 startete in der Stadt die erste Bürgermentorenschulung. Initiiert von der Beratungsstelle „mosaik“, der Spitalmühle und dem Stadtseniorenrat. Durch das große Interesse an einer Qualifizierung zum Bürgermentor, wurde bereits im September eine zweite Schulung von der Caritas Ostwürttemberg in Kooperation mit der Stiftung Haus Lindenhof durchgeführt. Jetzt sind fünf Jahre ins Land gezogen, und die Stadt hat 28 zertifizierte Bürgermentorinnen und Bürgermentoren, die sich bei unterschiedlichsten Projekten, von der Jugend- über Behinderten- und Migrantions- bis zur Seniorenarbeit einbringen. Und diese Zahl der Engagierten soll gesteigert werden. Rüstige und ideenreiche Senioren sind gefragt, am fünften Kurs, der am Freitag, 5. März, um 8.30 Uhr im Franziskaner startet, teilzunehmen. Die beiden Mentorentrainer Maria Bräuning und Peter Arnild betonten, dass es darum gehe, bürgerschaftliches Ehrenamt auf eine solide Basis zu stellen. Imn Pressegespräch machten sie ebenso wie Koordinator Michael Kuschmann klar, dass sich das Ehrenamt geändert habe. Viele Menschen wollten sich nicht dauerhaft, aber durchaus intensiv für Projekte einbringen. Die kostenfreie Schulung, die vom kommenden Freitag bis zur Zertifizierung am 20. Mai jede Woche immer freitags durchgeführt wird, lebe von dem Ideenreichtum der angehenden Bürgermentoren. Während im sechsten Kurs, der ebenfalls 2010 durchgeführt wird, vor allem Menschen mit Migrationshintergrund angesprochen werden sollen, sind Senioren im fünften Kurs gefragt. Außerdem wollen die Mentorentrainer Firmen ins Boot holen.
Das Programm Bürgermentoren ist eine Initiative des Landesnetzwerks Bürgerschaftlichen Engagements und der Stabstelle Bürgerengagement und Freiwilligendienste des Sozialministeriums Baden-Württemberg. Mehr Infos über die Bürgermentoren unter www. mentoren-gmuend.de

Bericht: Anja Jantschik - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 01.03.2010

Bild: Michael Kuschmann, Maria Bräuning und Peter Arnold (v.l.) suchen Leute, die sich engagieren wollen. (Foto: jan)

     
Februar 2010

Spende für die Jüngsten

Die Kinder der Kleinkindgruppe in der „Brücke“ und die unter Dreijährigen des Kindergartens St. Michael in der Weststadt können sich freuen: Die Besucher des Lebendigen Adventskalenders in der Gmünder Weststadt haben ein Herz für sie gezeigt und viel gespendet: Für jede Gruppe kamen mehr als 300 Euro zusammen, die durch Bürgermentorin Veronika Protzer vom Organisationsteam übergeben werden konnten. Mit dabei waren Pfarrer Karl-Hermann Sigel von der Weststadtgemeinde Brücke und der zweite stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Joachim Spranger, von der St. Michaels-Gemeinde. Beide Gruppen freuen sich sehr und werden sich mit den Spenden ein paar Wünsche erfüllen können, die sonst nicht möglich wäre.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 18.02.2010

     
 

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