Mentorenprojekte 2008

  Rems-Zeitung - 23.07.2008  (PDF-Datei, 0,39MB)
  Rems-Zeitung - 16.07.2008  (PDF-Datei, 0,76MB)
  Rems-Zeitung - 11.07.2008  (PDF-Datei, 0,82MB)
  Rems-Zeitung - 11.07.2008 - 2  (PDF-Datei, 0,56MB)
  Rems-Zeitung - 10.07.2008  (PDF-Datei, 0,72MB)
  Rems-Zeitung - 10.07.2008 - 2  (PDF-Datei, 1,01MB)
  Rems-Zeitung - 25.06.2008  (PDF-Datei, 0,75MB)
  Rems-Zeitung - 05.06.2008  (PDF-Datei, 0,66MB)
  Rems-Zeitung - 30.05.2008  (PDF-Datei, 1,08MB)
  Rems-Zeitung - 25.04.2008  (PDF-Datei, 5,52MB)
September 2008

„Wiederanpfiff“ im Laichle

Multispielanlage offiziell eröffnet – Zertifikat lockt jugendliche Mitarbeiter

Die Spiele sind eröffnet. In kommunal übergreifender Zusammenarbeit ist mit Hilfe von Jugendlichen die neue Multispielanlage im Laichle entstanden. Der erhoffte Effekt: Wer selbst mit Hand angelegt hat, passt besser auf.

Schwäbisch Gmünd. Eine neue Skateranlage aus Beton sowie ein Basketball- und ein Minihockey- und Fußballfeld mit neuem Belag. Dazu rustikale Sitzgelegenheiten und Abgrenzungen aus Holz. Die Holzarbeiten haben Jugendliche – zum Großteil vom Rehnenhof – geleistet: eine Gruppe 14- bis 16- Jähriger und eine Gruppe 22- bis 25-Jähriger. Die älteren haben bereits vor knapp zehn Jahren geholfen, die alte Miniramp aus Holz zu bauen. Unter ihnen Oliver Stegmaier, der als Bindeglied zur Jugend gelobt wurde. Unter seiner Anleitung sowie der von Bezirksbeirat und Initiator Johannes Weiß und jener von Bürgermentorentrainer Peter Arnold leisteten die Jugendlichen zusammen etwa 280 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Für die jüngeren gibt’s dafür Zertifikate vom Paritätischen Hilfswerk. „Dass diese Zertifikate bei Bewerbungen nützlich sein können, ist das ziehende Argument, die Jugendlichen zur Mitarbeit zu überzeugen“, sagt der Leiter des begleitenden Jes-Projekts (Jugend engagiert sich), Peter Arnold. Und: „In Zukunft wird meiner Meinung darauf aufgepasst.“ Bis vor kurzem noch seien auf die alte Anlage spät abends noch Leute mit Autos von außerhalb gekommen und hätten den Platz kaputt gemacht. „Die sieht man aber nicht mehr“, sagt Arnold. Dies sei ein Verdienst des Kommunalen Ordnungsdiensts und der Polizei.
Den Wunsch des Gmünder Oberbürgermeisters Wolfgang Leidig, auf die Anlage aufzupassen, erfüllen die Jugendlichen bisher – der Platz war schon einige Tage vor der gestrigen offiziellen Eröffnung bespielbar. Bezirksbeiratsvorsitzender Stefan Preiß, der einen Basketball und einen Fußball spendierte: „Die Versprechen wurden bisher eingehalten, wir schauen zu und freuen uns.“ Als Versuchsphase ist die Spielzeit auf Wunsch der Jugendlichen von 22 auf 23 Uhr verlängert worden.
Die Kosten von 35 000 Euro teilten sich die Stadt Schwäbisch Gmünd, die Stadtteile Wetzgau/Rehnenhof und Großdeinbach und die Gemeinde Mutlagen.

Bericht: Markus Brenner - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 24.09.2008

Bild: Als Volltreffer wurde die Spielanlage im Laichle begrüßt. (Foto: Hie)

     
Juli 2008

"Musik verbindet" – jes goes Africa

Jugend engagiert sich: gemeinsames Projekt bei der Stiftung Haus Lindenhof

22 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit und ohne Behinderungen des Jes-Projektes „Musik verbindet“ führten zusammen mit Kindern und Jugendlichen der MusicalKids am Samstag ihr Konzert „Jes goes africa“ auf.

Schwäbisch Gmünd. Beim Ehrenamtstag der Stiftung Haus Lindenhof überreichte Oberbürgermeister Wolfgang Leidig im Anschluss des musikalischen Ausfluges nach Afrika die Jes-Zertifikate (Jugend engagiert sich) an die Projektmitglieder: „Ich bin stolz auf so viel Engagement in unserer Stadt“ lobte Leidig.
Insgesamt leisteten Ehrenamtliche in diesem Projekt weit über 1500 Stunden freiwilliges Engagement. Seit einem Jahr trafen sich Jugendliche des Vereins MusicalKids und junge Leute der Stiftung Haus Lindenhof. Sie nahmen sich Zeit zum Kennenlernen, tasteten sich an die Fähigkeiten und Fertigkeiten der anderen Teilnehmer heran und planten ein Konzert, besser gesagt ein Musical. Bürgermentorinnen und MitarbeiterInnen der Caritas Ost-Württemberg, der MusicalKids und der Stiftung Haus Lindenhof begleiteten die Gruppe anfangs intensiver – in den letzten Wochen führten die Jugendlichen die Projektarbeit weitgehend in Eigenregie. Ihr Ziel war ein musikalischer Beitrag zum Thema Afrika. Da lag es nahe, die Geschichte vom Löwen Simba und seinen Gefährten zu erzählen.
Mit viel Liebe zum Detail bastelten die Jugendlichen afrikanische Masken und Musikinstrumente, sie gestalteten das Bühnenbild und entwarfen die Choreographie zur Musik. Sie achteten stets darauf, dass alle Teilnehmer ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt waren, was sich nicht immer als leichte Aufgabe darstellte. Vor allem für die Teilnehmer der Stiftung Haus Lindenhof war vieles neu und musste geduldig erarbeitet werden. Emsig versuchten sie die Anweisungen bei der Choreographie umzusetzen. So wissen zwischenzeitlich alle, dass mit „Hier gehen wir ab“ – der Abgang von der Bühne gemeint ist. Dann kam endlich der große Tag – im vollen Festzelt wurde auf der Bühne voller Elan gesungen und getanzt.
Und nun kann natürlich ein solches Projekt nicht einfach mit der Übergabe der Zertifikate beendet sein, denn die „Musik verbindet“ auch zukünftig Menschen mit und ohne Behinderung.
„So möchten wir dieses Konzert im Herbst nochmals aufführen und alle Gmünder Bürgerinnen und Bürger dazu einladen“, meinte Thomas Sachsenmaier, der die Regie zum Stück führte.

Bericht: Elke Böhm - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 11.07.2008

Bild: Abschluss eines erfolgreichen Projekts: Schüler des Scheffold-Gymnasiums waren im Altenheim Spital engagiert. (Foto: Laible)

     
Juni 2008

Rezeptur gegen Generationskonflikt

Abschluss des Projekts „Treff in Omas Backstube“

Während der Kuchen im Ofen aufging, ging auch das Projekt auf. Acht Schüler vom Scheffold-Gymnasium und sieben Bewohner des Altenheims „Spital zum Heiligen Geist“ nutzten ihren Back-Treff auch zum Spielen und Plaudern. Gestern gab es zum Abschluss offizielle Zertifikate.

SCHWÄBISCH GMÜND Drei Jungs und fünf Mädchen, Zehntklässer des Scheffold Gymnasiums, hatten sich seit November jeden Monat mit sieben älteren Damen in deren Altenheim „Spital zum Heiligen Geist“ getroffen. Zunächst ging es um die Rezeptauswahl und deren Zubereitung, insbesondere aber um die Aktivität für die Zeit, bis Käse- oder Rhabarberkuchen noch heiß auf den Tisch kamen. Den Bildbeweis steuerten die Schüler gestern in ihrer Diashow bei: lustige Fotos beider Generationen beim Teigschlecken, „Mensch ärgere Dich nicht“ oder beim Abwasch. „Wir haben auch fest geschafft,“ weiß Heimleiterin Ina Baumhauer, die zusammen mit Bürgermentorin Helga Mascha am Treff“ mitwirkte. Von der sozialen Pflicht, in der sich seine Schule sehe, berichtete Reinhold Müller, Rektor des Scheffold-Gymnasiums. Der Treff sei ein Beweis, dass die Kommunikation zwischen Alt und Jung entgegen aller Negativmeldungen gelingen könne.

Mehr als ein Zeugnis
Den älteren Damen sei manches neu in Erinnerung gekommen. „Ihr geht in die Eissporthalle?,“ hieß es. Und so erfuhren die Schüler von den „Kufen“, mit denen sie damals über die Weiher kurvten. Auch der Lerneffekt, der jeweils anderen Generation gegenüber offen zu sein, habe sich eingestellt. So wollte es auch das vom Paritätischen Bildungswerk geförderte Dachprojekt „Jugend engagiert sich“. Bürgermeister Joachim Bläse übergab die Zertifikate als „ein Papier, das viel mehr aussage, als manche Zeugnisnote.“ Mehr zu tun, als sonst üblich - so etwas wollten Arbeitgeber sehen. Zwar ende das Projekt, doch biete die Stadt an, Zertifikate auch für ähnliche Schulprojekte auszustellen.

Bericht: Elke Böhm - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 25.06.2008

Bild: Abschluss eines erfolgreichen Projekts: Schüler des Scheffold-Gymnasiums waren im Altenheim Spital engagiert.  (Foto: Laible)

     

Wer etwas sät, der erntet auch

Gemeinsam statt einsam – Auszeichnung für 40 Stunden freiwilliges Engagement

„Wir sind besser als ihr denkt.“ Unter diesem Motto zeigten Jugendliche, was wirklich in ihnen steckt – und wurden dafür mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

Schwäbisch gmünd Schulzeugnisse seien das Eine, erklärte der Sozialbürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, Dr. Joachim Bläse. Inner- und außerschulisches Engagement das Andere. „Und fast das Wichtigere für Bewerbungen“, so Bläse. Im Rahmen des Projekts „jes – Jugend engagiert sich“ der Landesstiftung Baden-Württemberg realisierten Jugendliche aus der Oststadt, vom Hardt und der Oderstraße sowie des Jugendhauses – zusammen und in eigener Regie – gemeinnützige Projekte. Das Ziel war es, dass die Jugendtreffs sich besser kennenlernen und zusammenarbeiten. „Ein grenzenloses Projekt “, wie es der Bürgermeister nannte. Am Sonntag konnten im Turmtheater für 40 Stunden ehrenamtliches Engagement die dazugehörenden Zertifikate vergeben werden. Betreut wurden die Projekte von Januar bis Juni von Oststadt-Koordinator, Bernhard Bormann, sowie den Bürgermentoren Nelli Joos und Viktor Scheel. „Ihr könnt auf das wirklich stolz sein, was ihr geleistet habt“, ermutigte Bormann seine Schützlinge.
Während auf dem Hardt eine Hausaufgabenhilfe angeboten wurde, veranstalteten Jugendliche in Bettringen eine Schnitzeljagd. Der Jugendtreff Ost begab sich mit dem Landesgymnasium für Hochbegabte in den Wald zur Erlebnis-Pädagogik, eine vierte Gruppe organisierte eine Stadt übergreifende Tischfußball-Champions-League. Unter der Regie von Sinan Sarikan entstand der Film „Ärger am Hals“.
Ob sich die rivalisierenden Jugendgruppen am Ende doch die Köpfe einschlagen, bleibt aber noch ein Geheimnis. Denn zur Premiere war bislang nur der erste Teil fertig. Aber zumindest der sorgte schon für Lacher.

Bericht: Stefanie Paul - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost

Bild: Bürgermeister Dr. Joachim Bläse überreicht die Zertifikate. (Foto: Laible)

     

„Musik verbindet“ nach Afrika

Stiftung Haus Lindenhof und „Musical Kids“ präsentieren am 5. Juli ein Konzert

Im Rahmen des „Jes- Projekts“ (Jugend engagiert sich) präsentieren die „Musical Kids“ gemeinsam mit der Stiftung Haus Lindenhof am 5. Juli ein Konzert unter dem Motto „Jes goes Afrika“.

Schwäbisch Gmünd: Ziel dieser Kooperation ist die Zusammenarbeit zwischen „Musical Kids“ und Jugendlichen mit Behinderung. 2007 gewann das Jes-Team mit diesem Projekt den dritten Preis des Caritasverbands der Diözese Rottenburg-Stuttgart. In diesem Jahr bereiten die Jugendlichen ein weiteres Konzert vor. Dieses Konzert wird von 25 Jungendlichen der „Musical Kids“ und Bewohnern der Stiftung Haus Lindenhof in Eigenregie auf die Beine gestellt und beim alljährlichen Stiftungsfest des Haus Lindenhof am 5. Juli um 15 Uhr zur Aufführung gebracht. Für dieses Konzert werden gemeinsam Tiermasken gebastelt, afrikanische Instrumente gefertigt und das Bühnenbild bemalt, welches die Zuschauer in die afrikanische Savanne entführen wird. Aber nicht nur die gemeinsame Vorbereitung steht im Mittelpunkt: Gemeinsam mit dem Jugend- und Kinderchor der „Musical Kids“ probt das „Jes-Team“ drei Chorstücke zum Thema „Afrika“ ein.

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 14.06.2008

Bild: Jugendliche mit Behinderung und die "Musical Kids" bereiten das Konzert vor.

     

Komm, wir besetzen ein Kino

Reißerischer Titel für den vorläufigen Höhepunkt einer Jugendaktion über die Stadtteile hinweg

Der vorläufige Höhepunkt einer einzigartigen Jugend-Aktion steigt am Sonntag, 15. Juni, im Turmkino: viereinhalb Stunden „Event-Kino“ mit „Im Juli“ von Fatih Akin, einem selbstgedrehten Jugendfilm und Live-Auftritten.

Schwäbisch Gmünd Im Januar war es mehreren Sozialarbeitern um Oststadtteil-Koordinator Bernhard Bormann gelungen, die Jugendtreffs Ost, Hardt und Oderstraße sowie das Jugendhaus in einem gemeinsamen Projekt zusammenzubringen und bisherige Grenzen zu sprengen. „Die meisten haben sich zum ersten Mal gesehen“, sagt Bürgermentorin Nelli Joos. Bormann: „Die Berührungsängste zwischen den Stadtteilen waren gewaltig.“ – Und mittlerweile lädt der Jugendtreff Ost zum Pizza-Essen und die anderen kommen.
Unter dem Motto „Wir sind besser als ihr denkt“ haben die Jugendlichen Tischkicker-Champions League, Stadtteilschnitzeljagd, selbstgedrehte Musik- und Videoclips, Hausaufgabenhilfe und mehr organisiert. Diese Aktionen stellen sie ab 15 Uhr im Kino vor. Eigenen musikalischen Beiträgen und einem Live-Auftritt von „Eker Brüder feat. Nani-S“ folgt ein selbstgedrehter Film von Nani-S mit den Jugendlichen – Titel: „Ärger am Hals“. Der Film-Macher: „Die Zeit war zu knapp, deswegen gibt’s am Sonntag nur den ersten Teil.“ Es folgt ab 18 Uhr der Film des türkisch-deutschen Erfolgsregisseurs Fatih Akin, „Im Juli“. Außerdem bekommen die Jugendlichen für ihr Engagement ein Zertifikat von Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, das zum Beispiel bei der Bewerbung hilfreich sein kann. Eingeladen zum Event mit dem reißerischen Titel „Komm, wir besetzen ein Kino“ sind alle Jugendlichen; die 350 Plätze im Kino 1 sollen restlos gefüllt werden. Vier Euro kostet der Nachmittag von 15 bis 19.30 Uhr, der den „vorläufigen Höhepunkt“ der übergreifenden Jugendarbeit darstelle, sagt Bormann. Die Sozialarbeiter führen zurzeit erste Gespräche über einen Video-Clip-Wettbewerb für Jugendliche. Mit im Boot: Nani-S, alias Sinan Sarihan, der in Gmünd laut Bormann mitten in der Szene steckt und jene auch aus Mannheim kennt. Sarihan: „In Mannheim gibt es keine Räume, aber da ist immer Aktion. Hier dagegen gibt es die Räume, aber es ist nichts los. Es wird Zeit, in Schwäbisch Gmünd etwas auf die Beine zu stellen.“

Bericht: Markus Brenner - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 11.06.2008

So wird aus Zeit mehr als Geld

Fazit der Aktion von Haus Lindenhof und Caritas „Dabei sein – Unternehmen für Ehrenamt“

Was bringt es eigentlich Unternehmen über die Imagepflege hinaus, wenn sie auf eigene Kosten Mitarbeiter während der Arbeitszeit in soziale Einrichtungen schicken? Die Antwort liegt in der Frage: Was bringen die ehrenamtlichen Tätigkeiten den Mitarbeiten? Zur Abschlussveranstaltung von „Dabei sein – Unternehmen für Ehrenamt“ im Franziskaner gab’s gestern Erläuterungen.

Schwäbisch Gmünd: In der Behindertensportgruppe der Klosterbergschule und im Kindergarten Villa Kunterbunt in Leinzell haben die beiden Azubis von der Volksbank Gmünd, Dietmar Fütterer und Eric Wolf, in sechs Monaten jeweils etwa 40 Stunden mit angepackt. Neben dem „Strahlen und dem Eifer der Kinder“, das Wolf beeindruckte, hat Fütterer eines gelernt: „Geduld zu haben, egal, ob man es mit Behinderten oder mit Bankkunden zu tun hat.“ Die beim Landratsamt arbeitende Renate Preußler hat zum Beispiel während Spaziergängen und anderen Aktivitäten mit alten Menschen in mehreren Wohnheimen „Streicheleinheiten, Gesten und Augenstrahlen geschenkt bekommen“. Und daraus gelernt, „wie notwendig Beschäftigung, Zuwendung und Aufmerksamkeit sind“.

„Wir haben unser Ziel erreicht“, sagte Bürgermentorin Henriett Stegink, die zusammen mit Steffen Müller von der Stiftung Haus Lindenhof und Eva-Maria Markart von der Caritas die Leitung des sechsmonatigen Projekts inne hatte. „500 Stunden waren geplant, 621 sind es geworden“, erklärte Stegink. Markus Mengemann, Fachbereichsleiter von der Caritas Ost-Württemberg, hat ausgerechnet, dass die ehrenamtlichen Stunden der 14 Teilnehmer in einer Autowerkstatt etwa 30 000 Euro gekostet hätten. Wo bleibt denn da der Nutzen für die Unternehmen, die ihre Mitarbeiter auf eigene Kosten in die sozialen Einrichtungen schicken? Ludwig Schöndienst, Personalleiter der Volksbank Gmünd: „Über die sonstigen Aktivitäten der Imagepflege wie Spenden und Sponsoring hinaus, hatten wir bei dieser Aktion zusätzlich die Möglichkeit, unsere eigene Personalentwicklung zu optimieren.“ Die soziale Kompetenz der Mitarbeiter werde gefördert, und auch die Lerneffekte in den monatlichen Gruppenarbeiten trügen hierzu bei.

Nicht zu vergessen diejenigen, die die Hilfe der sozialen Einrichtungen brauchen. Stefanie Götte vom Altenpflegeheim St. Ludwig: „Es ist wichtig, dass die Wertschätzung nicht nur vom Heim kommt, sondern auch von außen. Viele Bewohner waren begeistert, dass ihnen zum Beispiel das Landratsamt Leute zur Verfügung stellt.“ Dies sei de facto eine Würdigung der alten Menschen. Zudem wären viele der Aktionen ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht machbar gewesen. Wozu Jürgen Kunze, Direktor der Stiftung Haus Lindenhof, sagte: „Wir haben von der Aktion profitiert.“ Auch wenn schon so viel darüber gesprochen worden sei, dürfe man heutzutage keine Gelegenheit auslassen, das Ehrenamt zu loben. „Wir werden in Zukunft keine ausschließlich professionellen sozialen Dienstleistungen anbieten können“, sagte Kunze. Dem gegenüber machten alle Beteiligten gestern klar, diese Art der Kooperation gerne fortführen zu wollen, bevor Markus Mengemann philosophisch schloss: „Zeit ist nicht Geld, sondern ein kostbares Gut, mit dem wir anderen eine riesige Freude bereiten können.“

Bericht: Markus Brenner, mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 05.06.2008

Bild: Elf der Ehrenamtlichen mit der Bürgermentorin Henriett Stegink (r.). (Foto: Tom)

     
Mai 2008

Sozial engagiert und Überraschendes erlebt

Achtklässler der Realschule Lorch präsentieren ihre Aktionen innerhalb des Projekts Soziales Engagement (SE)

Neue und teilweise überraschende Erfahrungen machten 76 Schülerinnen und Schüler der Realschule Lorch beim Projekt Soziales Engagement (SE). Eltern, Mentoren, Stadt- und Kirchenvertreter erfuhren bei der Abschlusspräsentation der Achtklässler, welche.

Lorch: In Kooperation mit 37 sozialen Einrichtungen, Kindergärten, Vereinen und engagierten Einzelpersonen startete im Oktober 2007 das SE-Projekt. Insgesamt hatten so 76 junge Menschen die Möglichkeit, sich sozial, kulturell oder ökologisch zu engagieren und verschiedene Arbeits- und Einsatzfelder kennen zu lernen. Dass der tägliche Umgang mit Kindern im Kindergarten oder Kinder- und Jugendgruppen eine „Arbeit“ ist, die den ganzen Menschen und vollen Einsatz erfordert, gab diesem Berufsbild für die Schüler ein völlig neues Gesicht. Welch körperlicher Einsatz bei der Arbeit im Wald nötig ist, erfuhren die jungen Leute bei der Pflanzung von Jungbestand und beim Bäumefällen. Eine Gruppe bemühte sich um den Aufbau der Schelmenklinge. Am Computer selbst zu arbeiten oder andere, ältere Menschen, an die Arbeit am PC heranzuführen, braucht viel Vorbereitung, einen verständlichen Leitfaden und viel Geduld. Diese Erfahrung berichtete die PC-Gruppe, die Senioren in die „Geheimnisse“ des Computers einführten.
Selbst Fußball und Tischtennis zu spielen oder zu reiten, ist etwas ganz anderes, als anderen jungen Menschen – zum Teil auch behinderten Kindern – Anleitungen zu geben. Verantwortung als Gruppenleiter und Betreuer innerhalb der Vereinsarbeit zu übernehmen, erfordert viel Geschick und Einfühlungsvermögen und kann ganz schön anstrengend werden, wie die Jugendlichen aus dem Bereich Sport berichteten. Gleiche Erfahrungen machten auch die Betreuer der Kinder- und Jugendtreffs.
Wie aus einer Idee und einer Planzeichnung eine Eckbank für den Aufenthaltsraum der Schule werden kann, bewiesen die beiden Projektgruppen „Bau einer Eckbank aus Holz“ und „Polsterung der Eckbank“. Dank der Mithilfe engagierter Eltern und Handwerker konnte dieses Projekt umgesetzt werden. Die Eckbank steht mittlerweile im Aufenthaltsraum und wurde bereits unter Beschlag genommen.
Betreuung von Senioren als Einzelbegleitung oder im Altenheim waren weitere Einsatz- und Arbeitsfelder. Eine Gruppe junger Mädchen hat im Seniorenzentrum Haldenberg der Diakonie Stetten in Lorch ihren Dienst ausgeübt. Die Arbeit umfasste die Begleitung der Senioren im Alltag. Dieses Projekt namens JES – Jugend engagiert sich – hatte Sieghart Dreher vom Forum 58+ bei der Landesstiftung angemeldet. Deshalb zeichnete es Lorchs Bürgermeister Karl Bühler besonders aus. Bühler meinte jedoch, dass eigentlich alle Projekte ein solches Zertifikat verdient hätten und erklärte sich deshalb bereit, alle Testate zu unterzeichenen. Tosender Beifall war ihm gewiss. Sieghart Dreher bedankte sich herzlich für das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Schulleitung.
In einem Rundgang konnten die Besucher auf Stellwänden und Präsentationstischen Plakate, Mappen und praktische Ergebnisse des SE-Projekts anschauen. „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Dieses Motto aus der Erzählung „Der kleine Prinz“ steht über dem Projekt der Realschule. Was im Herzen der Schülerinnen und Schüler bleibt, sich verändert hat und noch bewegen wird, das lässt sich nicht überprüfen und benoten. Was aber an sichtbaren Ergebnissen und Eindrücken vermittelbar ist, davon war an diesem Abend eine Menge zu spüren. Das stellte Rektorin Christa Weber in ihrem Schlusswort fest. „Wir sind damit auf dem richtigen Weg, ich bin stolz auf euch, so macht Schule Spaß“, so ihre Worte. Diese passten zum Schlusslied unterstützt durch die Band der Neuntklässer: „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen.“

Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 31.05.2008

Bild: Gemeinsam sozial engagiert: die Achtklässler der Realschule Lorch. / Viele Gäste kamen zum Präsentationsabend. (Foto: UR)

     

Austausch beim Backen

Erlebnis Generationen: Jes – Jugend engagiert sich

Gemeinsames Backen ist eine schöne Sache. Nicht nur, um Backtipps auszutauschen, sondern auch, um über persönliche Erlebnisse zu reden. Acht Jugendliche des Scheffold-Gymnasiums trafen sich dafür zweimal pro Monat mit Seniorinnen des Gmünder Alten- und Pflegeheims „Spital zum Heiligen Geist“. Der Austausch funktionierte.

Schwäbisch Gmünd: Die Backtreffs waren Teil des Projektes „Jes“ (Jugend engagiert sich) von November 2007 bis Mai 2008 am Gmünder Scheffold-Gymnasium. Das Paritätische Bildungswerk der Landesstiftung Baden-Württemberg unterstützt „Jes“ finanziell. Schon voriges Jahr gab es ein solches Projekt, damals mit dem Motto „Kochen, was uns schmeckt“.
Zu Beginn von „Jes“ waren beide Generationen etwas schüchtern und zurückhaltend. Das legte sich aber schnell. Beim gemeinsamen Backen kamen sie sich näher. Interessante und sehr emotional geprägte Gespräche entstanden. „Es ist schon anders, wenn Zeitzeugen von den schrecklichen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges erzählen. Das geht viel tiefer als Informationen zu dem Thema im Schulunterricht“, meinte eine der Jugendlichen.
Beim Backen passierten auch Missgeschicke, zum Beispiel ging das Stürzen eines Kuchens schief, doch das hinderte niemand daran, ihn anschließend zu probieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt funktionierte einwandfrei. Falls die Senioren mal Hilfe benötigten, waren die Jugendlichen sofort zur Stelle. Die Seniorinnen erhielten einen kleinen Einblick in die Interessen der heutigen Jugend. Die Jugendlichen erfuhren von den Interessen der Seniorinnen und konnten auch in das Berufsfeld eines Sozialarbeiters hineinschnuppern. Und natürlich waren alle anschließend geniale Backspezialistinnen.
„Im Jahr 2020“, so meinte eine Jugendliche, „wird die soziale Arbeit immer mehr in den Vordergrund rücken, da es zunehmend ältere, pflegebedürftige Menschen gibt und geben wird."

Bericht: Frauke Niewöhner - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 21.05.2008

Bild: Das Back-Projekt "Jes" hat allen Beteiligten riesigen Spaß gemacht.

     
Januar 2008

Zusammen Spaß statt morgen Streit

„Wir sind besser als ihr denkt“, heißt das Motto des Projekts „Jugend in Aktion – grenzenlos“. Gmünder Jugendliche verschiedener Nationalitäten organisieren füreinander und miteinander fünf Projekte. Diese stellten die Jugendlichen gestern Abend im Werkhof Ost bei der Auftaktveranstaltung des Projekts vor, hinter dem Sozialbürgermeister Dr. Joachim Bläse steht. (von Markus Brenner)

Schwäbisch gmünd: Überall laufen Diskussionen über jugendliche Gewalttäter – oft über Ausländer – auch in Gmünd. Dass es aber genügend Jugendliche gibt, die zeigen wollen, was in ihnen steckt und die sehr wohl auch offen für andere Gemeinschaften sind, zeigt das gestrige Treffen im Werkhof Ost.
Die Jugendtreffs Ost, Hardt und Oderstraße, die Mobile Jugendarbeit und auch das Jugendhaus engagieren sich, um zu zeigen, wie Stadtteilkoordinator Bernhard Bormann es ausdrückte: „Wir sind doch gar nicht so schlecht.“
„Jugend in Aktion – grenzenlos“ – die Jugendlichen setzen ihre eigenen Ideen mit der Unterstützung von Profis um. Junge Leute unterschiedlicher Nationalitäten machen über mehrere Stadtteile hinweg gemeinsame Sache. Ein wichtiger Aspekt dabei: Nach mindestens 40 Stunden Engagement gibt's für die Jugendlichen ein Zertifikat von Sozialbürgermeister Dr. Joachim Bläse. „Das ist nicht nur irgendein Stück Papier, das könnt ihr für Bewerbungen sehr gut gebrauchen“, sagte Bläse zu den etwa 30 Jugendlichen und: „Tragt eure Projekte raus in die Jugendtreffs, damit alle wissen, hier ist was los.“
Die Jugendlichen selbst stellten ihre Projekte vor. Zwei davon sind bereits angelaufen. Die Jugendlichen vom Treff Hardt engagieren sich in der Hausaufgabenhilfe. „Wir haben sowieso nichts Besseres zu tun. Anstatt vor dem Fernseher zu hocken, machen wir lieber etwas Sinnvolles“, sagte Rezan Muhi.
Im Jugendtreff Hardt, Werkhof Ost und Jugendhaus werden Videoclips und Musik selbst produziert, Tanz- und Improvisationstheater organisiert. Bormann stellte Sinan Sarihan vor. Der aus Mannheim stammende Sarihan hat Erfahrung mit der Förderung von jungen Künstlern. „Ich will mit Hilfe von Sinan anfangen zu rappen“, sagte gestern Handren Faraj, der schon mal eine Kostprobe gab. Genauso wie Ilja Zilbermann und Adam Czech, die ihre eigenen deutschsprachigen Songs präsentierten.
Der mit den jüngsten Teilnehmern versehene Jugendtreff Oderstraße wird am 31. Mai eine „Stadtteilschnitzeljagd“ in Bettringen Nordwest durchführen.
Im Mai oder Juni gibt's „Oststadtkids im Abenteuer – mobile Seilaufbauten“. Unterstützt von der Mobilen Jugendarbeit (MJA) werden Jugendliche vom Treff Ost und vom Landesgymnasium für Hochbegabte (LGH) ihren Mut beweisen und sich gegenseitig sichern müssen. Jürgen Werner von der MJA: „Das Ziel ist, diese unterschiedlichen Gruppen einander näher zu bringen. Um schon im Vorfeld Reibereien vorzubeugen.“
Dasselbe gilt für die „Stadtweite Tischfußball-Champions League“, die in den Faschingsferien beginnt und in verschiedenen Treffs durchgeführt wird. „Dazu sind alle Stadtteile eingeladen“, sagte Jugendhausleiter Hermann Gaugele. Gazmed Boci, Betreuer vom Jugendtreff Ost, bringt auf den Punkt, was für die ganze Aktion zählt: „Wenn die Jugendlichen an einem Tag zusammen Spaß haben, können sie sich doch am nächsten Tag nicht wirklich streiten.“

Die Koordinatoren des Projekts sind die Bürgermentoren Nelli Joos und Viktor Scheel. Gefördert wird es durch „jes“, die Landesstiftung Baden-Württemberg, die Stiftung „Just“ und das Landratsamt Ostalb.

von Markus Brenner, mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost

Bild: Jugendliche aus den Treffs Ost, Hardt und Oderstraße vereint im Werkhof Ost - beim gemeinsamen Lied wie auch in den Projekten, die zum Teil schon laufen. (Foto: mb)

     
 

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