Mentorenprojekte 2015

September 2015

Engagement im Ehrenamt gelobt

Gmünds Bürgermentoren feiern im Prediger ihr zehnjähriges Bestehen – Große Herausforderungen

„Kommunikation allein reicht nicht, man muss in Beziehung gehen.“ So beschrieb Martin Müller vom Städtetag am Samstagabend das Geheimrezept für den Erfolg des bürgerschaftliche Engagements. Gmünds Bürgermentoren, die an diesem Tag ihr zehnjähriges Bestehen feierten, bestätígen dies.

Schwäbisch Gmünd. Vor zehn Jahren begannen in der Stauferstadt die ersten Bürgermentoren mit ihrer Arbeit. „Das Ziel war Nachhaltigkeit“, beschrieb Bürgermeister Dr. Joachim Bläse die damalige Absicht. Dieses Ziel ist erreicht worden. Als Paradebeispiele für das außerordentlich große bürgerschaftliche Engagement kann unter anderem die Staufersaga 2012 mit über 1000 Akteuren oder auch die Landesgartenschau mit zwei Millionen Besuchern angeführt werden. Eben diese Beispiele nannte auch Bürgermeister Dr. Bläse am Samstagabend im Prediger. Er bezeichnete die Bürgermentoren in Schwäbisch Gmünd als „eingeschworene Gemeinschaft“. Er freute sich, dass viele Partner der „ersten Stunde“ bei der Jubiläumsfeier in den Prediger gekommen waren. Gmünd sei mit seiner aktiven Bürgerschaft weit über den Tellerrand hinaus bekannt geworden. „Die Bürgerinnen und Bürger seien gleichzeitig die Botschafter einer Stadt“, betonte Bläse.
Der Bürgermeister erinnerte an die Anfänge des Bürgermentoring. In der Caritas, am Samstag durch Harald Faber vertreten, und in der Stiftung Haus Lindenhof, mit Johannes Blaurock als Repräsentant, habe die Stadt kompetente Partner bekommen. Es war auch Johannes Blaurock, der kurzerhand für den erkrankten Sozialamtsleiter Dieter Lehmann als Moderator am Samstagabend einsprang.
Martin Müller vom Städtetag Baden-Württemberg begeisterte durch sein kurzweiliges Impulsreferat, das die neuen Wege des Ehrenamts deutlich aufzeigte. Nicht nur einmal machte er deutlich, dass einer allein nur da sitze. „Das bringt nichts.“ Ma müsse die Kräfte bündeln, gemeinsam die Ressourcen erschließen. Mit Herz und Hand das Ehrenamt in die Hand nehmen. Denn: „Die Sehnsucht nach Anerkennung“ stecke in jedem Menschen. Sie werde durch eine ehrenamtliche Tätigkeit erfüllt. Diese müsse jedoch auf die Person zugeschnitten sein. Was braucht man fürs Ehrenamt: „Eine gewisse Haltung anderen Menschen gegenüber, Respekt und Ruhe in der Hektik“ zählte Müller auf und ergänzte: „Kommunikation reicht nicht, man muss in Beziehung gehen.“
Zudem müsse man mit dem Puls der Zeit gehen. Also auf individualisierte Gemeinschaften eingehen und in diesen Räume für Engagement schaffen. Weiterhin, empfahl der Ehrenamtsspezialist, führe eine große Portion Flexibilität zum Erfolg. Große Herausforderungen kommen laut Müller auf die Gesellschaft zu. Hierbei hatte er auch die Aufnahme von Flüchtlingen im Blick. Speziell in Gmünd gebe es eine gute Kultur, wie man mit diesen Flüchtlingen umgehe. Es gelte, weiter Projekte anzuschieben und sich einzubringen. Und sich vor allem auf diese neuen Herausforderungen einzustellen, „voller Elan und Power.“
Als Bürgermentorentrainer gab Peter Arnold einen Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre. Auch aus seinen Worten ging hervor, wie gut es ist, wenn man Kräfte bündelt. Mittlerweile gebe es einen Stammtisch aller Bürgermentoren. Denn ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch und das Geben von Anregungen und Tipps in Sachen Ehrenamt sei das A und O, so Arnold.
Regionalleiter Harald Faber von der Caritas Ostwürttemberg und Verbandleiter Nordost der Stiftung Haus Lindenhof, Johannes Blaurock, nahmen schließlich die Ehrung der Bürgermentoren der ersten Stunde vor. Peter Arnold, Rosemarie Bodner, Nicola Bodner, Maria Bräuning, Gabriele Greßler, Michal Kuschmann, Henriett Stegink, Bea Steinhilber, Sandra Stelzer, Tony Howard, Susanne van der Kroft und Regina Wagenblast erhielten eine Dankesurkunde für ihr Engagement.

Bericht: Anja Jantschik - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost 13.09.2015

Bild: Ihre Arbeit ist von großem Wert. Vertreter der Stadtverwaltung, der Caritas Ostwürttemberg und der Stiftung Haus Lindenhof ehren die Bürgermentoren der ersten Stunde in Schwäbisch Gmünd. (Foto: jan)

     

Projekte von Bürgern für Bürger

Seit zehn Jahren setzen sich in Schwäbisch Gmünd Bürgermentoren für Hilfsbedürftige ein

Bereits seit zehn Jahren helfen ehrenamtliche Bürgermentoren hilfsbedürftigen Mitmenschen in Gmünd und Umgebung. Gegründet von Sandra Stelzer und Regina Krieg – sie führten 2005 das erste Mentorentraining durch – beteiligen sich immer mehr Bürger rege an diesem vorbildlichen Modell ehrenamtlicher Hilfe.

Schwäbisch Gmünd. Damit die Mentoren in die Lage versetzt werden, Hilfe leisten zu können, werden jährlich Trainingseinheiten durchgeführt. 30 Stunden dauert so ein Kurs, der mit einer Zertifizierung beendet wird. Unter der Trägerschaft von Caritas, Haus Lindenhof und der Stadt Gmünd vermitteln diese Schulungen Kenntnisse in Moderation, Projektentwicklung und deren Begleitung. 67 Mentoren in sieben Schulungen wurden auf diesem Weg bereits von neun Trainern durchgeführt.
Bekannte Beispiele für das bürgerschaftliche Engagement sind in Gmünd der Seniorenfahrdienst, von Gustav Zemek ins Leben gerufen, und der Bolzplatz in Wustenriet, maßgeblich von Peter Arnold organisiert.
„Die grundsätzliche Idee ist, Projekte zu initiieren und mit Ehrenamtlichen zu betreiben“, erklärt Michael Kuschmann von der Caritas Ostwürttemberg den Sinn der Bürgermentorenbewegung. So suche man immer wieder aufs Neue kreative Ideen fürs Gemeinwohl und biete dazu Hilfe bei der Umsetzung an. Die bereits bestehende Vernetzung in vielen Bereichen biete dazu gute Voraussetzungen.
„Außerdem bietet das Mentorentraining die Gelegenheit, vorhandene Qualitäten zu sichten“, sagt Maria Bräuning von der Stiftung Haus Lindenhof. So sei auch der Seniorenfahrdienst entstanden. „Und der ist in den fünf Jahren seines Bestehens von acht Fahrern auf 25 Fahrer gestiegen“, sagt Fahrdienstgründer Gustav Zemek.
So manches Mal kämen Leute mit guten Ideen für Projekte, sagt Bräuning, aber das Wie und das Wo müssten dann noch geklärt werden. Und dabei seien die vielen Kontakte der Träger recht nützlich. „Dennoch“, fügt Kuschmann hinzu, „ist Bürgermentor nicht etwas, das man einfach macht, sondern eine Frage der Einstellung.“ Diese sei nicht immer dieselbe. Im Lauf der Jahre hätten sich auch immer wieder die Schwerpunkte der Initiativen geändert. So sei man von der anfänglichen Seniorenbetreuung auch auf andere Gebiete vorgestoßen. Die Jugendarbeit sei beispielsweise so ein Thema, erklärt Kuschmann. „Heute werden aus aktuellem Anlass Integrations- und Inklusionsprojekte initiiert. Und dabei geht es nicht nur um Menschen mit Behinderung“, fügt Bräuning hinzu, „Inklusion reicht weiter.“
Geprägt werden die Projekte auch durch die Persönlichkeit der Mentoren, deren Individualität wesentlich die einzelnen Angebote mitgestalte. „Und von uns werden sie unterstützt“, erklärt Kuschmann.
 

Bürgermentoren in Schwäbisch Gmünd

Seit zehn Jahren sorgen sich Bürgermentoren in Schwäbisch Gmünd um Mitbürger. Viele Projekte fürs Gemeinwohl wurden seither initiiert und erfolgreich zu Ende gebracht. Die Stiftung Haus Lindenhof, die Caritas sowie die Stadt Schwäbisch Gmünd sind Träger dieses bürgerschaftlichen Engagements und unterstützen bei Logistik und Mentorenausbildung.
Jubiläumsfeier: Am Samstag, 12. September, um 18 Uhr feiert das Bürgerprojekt im Gmünder Prediger sein Jubiläum. Dazu geladen sind Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich für laufende Projekte der Bürgermentorenbewegung interessieren.

Information zu den Bürgermentoren gibt’s bei:
– Michael Kuschmann, Telefon (07171) 10420 32, E-Mail: kuschmann@caritas-ost-wuerttemberg.de
– Maria Bräuning, Telefon (07171) 99794820, E-Mail: maria.braeuning@haus-lindenhof.d
– Inge Pfeifer, Telefon (07171) 6035020, E-Mail: ingeborg.pfeifer@schwaebisch-gmuend.de.
Ebenfalls Auskunft erteilt Bürgermentor Gustav Zemek unter Telefon (07174) 7474, E-Mail: gustav.zemek@kabelbw.de. hp

Bericht: Harald Pröhl - Mit freundlicher Genehmigung © Gmünder Tagespost

 

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