Lichtkunstfestival „Aufstiege“

17. September bis 9. Oktober 2016

Schwäbisch Gmünd, 2016


Im Rahmen der „Juvenale“ beteiligte sich das Kulturbüro der Stadt Schwäbisch Gmünd vom 17. September bis 9. Oktober 2016 am Lichtkunstfestival „Aufstiege“, einem Projekt der KulturRegio Stuttgart. Nach Einbruch der Dunkelheit ließen sich bei freiem Eintritt drei Wochen lang Installationen und Projektionen auf zahlreichen Treppen und Aufstiegen entdecken.

Joachim Fleischer, Stuttgarter Lichtkünstler und Kurator des Festivals, hatte für die „Juvenale“ in Schwäbisch Gmünd zwei außergewöhnlich spannende Künstler eingeladen: Robert Seidel tauchte den Gmünder Salvator in neues Licht und Sabrina Fuchs zeigte ihre Installation am Remsstrand beim Forum Gold und Silber.

Über 40 weitere Licht- und Intermediakünstler ließen sich auf Einladung von Joachim Fleischer in den 25 Mitgliedsstädten und Gemeinden der KulturRegion Stuttgart von Aufstiegsorten inspirieren. Sie entwickelten spezifische Arbeiten für Stäffele, Freitreppen, Türme oder Unterführungen.

Schwäbisch Gmünd, 2016


Die Kunstwerke überraschten an frei zugänglichen Orten von Herrenberg bis Schwäbisch Gmünd und von Bietigheim-Bissingen bis Bad Urach.

Trailer zum Lichtkunstfestival "Aufstiege"

  

Das Lichtkunstfestival "Aufstiege" in der Sendung "Kunscht!" (SWR)

  

Robert Seidel

Schwäbisch Gmünd, 2016


Robert Seidel
(*1977) begann mit einem Biologie-Studium und schloss sein Diplom im Fach Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar ab. Seine Projektionen, Installationen und Experimentalfilme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals, in Galerien und in Museen wie dem Royal Museum of Fine Arts Antwerp, ZKM Karlsruhe, Art Center Nabi Seoul, Museum of Image and Sound Sao Paulo und MOCA Taipeh gezeigt. Die Arbeiten wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, etwa dem Ehrenpreis der KunstFilmBiennale Köln und dem Preis für den besten Experimentalfilm beim Ottawa International Animation Festival.

Robert Seidel ist interessiert an der Grenzerweiterung von abstrahierter Schönheit durch visuelle und wissenschaftliche Techniken und der daraus resultierenden emotionalen Wirkung. Im organischen Zusammenspiel verschiedener struktureller, räumlicher und zeitlicher Konzepte erzeugt er eine sich ständig transformierende Komplexität. Deren mehrfach facettierte Perspektive bildet das narrative Grundgerüst, welches den Betrachter auf einer evolutionär entstandenen und phylogenetisch verankerten symbolischen Ebene anspricht. Robert Seidel lebt und arbeitet in Berlin und Jena als Künstler, Filmregisseur und Kurator.

Aus dem nächtlichen Dunkel um die 1617 erbaute Felsenkapelle St. Salvator schält sich ein fast traumartiges Spiel aus Formen, Farben und Licht. Robert Seidel projiziert sich wandelnde, abstrakt-organische Strukturen auf das Sandsteinrelief der Kapelle. Die organischen Formen der Natur sind immer wieder Referenz für Robert Seidels Video- und Lichtarbeiten. Auch der Titel der Arbeit "Lithops" in Schwäbisch Gmünd ist der Botanik entlehnt: er benennt Pflanzen, die aufgrund ihres Aussehens auch als "lebende Steine" bezeichnet werden. Die Projektion wird zur sensiblen Annäherung an die Tiefenschichten von Zeit und Ort, die in der begleitend laufenden Orgelimprovisation des Gmünder Münsterorganisten Stephan Beck ein Echo finden.

Weitere Informationen unter www.kulturregion-stuttgart.de/Robert Seidel

"Lithops" von Robert Seidel

Sabrina Fuchs

Schwäbisch Gmünd, 2016


Sabrina Fuchs (*1990) wurde in Müllheim geboren. Sie studiert Bildende Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart in der Klasse von Susanne Windelen. In ihrer künstlerischen Arbeit bechäftigt sie sich mit Abläufen und Bedingungen der visuellen Wahrnehmung.

Seit ihrem 21. Lebensjahr hat sie durch eine unerkannte Erkrankung der Netzhaut einen Großteil ihrer Sehkraft verloren. Ihre extreme Lichtempfindlichkeit und ihr von Ausfällen durchzogenes Sehen machen sie besonders sensibel für die Subjektivität und Lückenhaftigkeit der Wahrnehmung. Bedingt durch ihre Lichtempfindlichkeit arbeitet Fuchs in dunklen Räumen, sodass auch ihre Arbeiten meist an dieselben Lichtverhältnisse gebunden sind.

Auf der Wasseroberfläche der Rems spiegelt sich von außen projiziertes Licht auf schwimmenden Gold- und Silberfolien. Was auf den ersten Blick wie eine Fläche erscheint, sind einzelne reflektierende Folienstücke, die unser Gehirn zu einem Gesamtbild ergänzt. Die Künstlerin Sabrina Fuchs spielt mit unserer Wahrnehmung. Sie zeigt, wie wenig verlässlich das ist, was wir zu sehen meinen. Die schwimmenden Folien haben in den polygonalen Natursteinplatten ein statisches Pendant am Wassergrund.

Durch die Beleuchtung des Wassers ist ein Blick hinunter auf den Grund im sonst dunklen Flusswasser möglich. Sabrina Fuchs sensibilisiert uns für ihre spezifische Art der Lichtwahrnehmung und stellt gleichzeitig die provokante Frage nach dem Zsuammenhang von Sehen und Wirklichkeit.

Weitere Informationen unter www.kulturregion-stuttgart.de/Sabrina Fuchs

"Skotome" von Sabrina Fuchs

 

Mit einem Stern * gekennzeichnete Felder bitte unbedingt ausfüllen.


Datenschutz